Das Internet befindet sich in einem stetigen Ent­wick­lungs­pro­zess, der durch immer fort­ge­schrit­te­ne­re Tech­no­lo­gien, neue Inhalte sowie dem wach­sen­den Anspruch der Nutzer geprägt ist. Den einfachen Websites älterer Tage stehen heute komplexe Web­prä­sen­zen gegenüber, die perfekt auf den Besucher und das von ihm ver­wen­de­te Gerät zu­ge­schnit­ten sind. Damit die modernen Webseiten auch zügig angezeigt und pro­blem­los genutzt werden können, spielen Zu­griffs­zeit und Da­ten­über­tra­gung eine immer wich­ti­ge­re Rolle. Da über­rascht es nicht, dass mit HTTP/2 nun auch eine moderne Wei­ter­ent­wick­lung des alten In­ter­net­pro­to­kolls HTTP/1.1 verfügbar ist, das die La­de­zei­ten deutlich ver­rin­gern soll.

Was ist HTTP ei­gent­lich?

Damit Sie eine Website aufrufen können, sind zahl­rei­che In­ter­net­pro­to­kol­le im Einsatz, die ver­schie­de­nen Schichten zu­ge­ord­net sind und den Versand und die Über­tra­gung der an­ge­for­der­ten Daten regeln. Ein Protokoll der obersten Schicht, der so­ge­nann­ten An­wen­dungs­schicht, ist das Hypertext Transfer Protocol (HTTP). Dieses Über­tra­gungs­pro­to­koll er­mög­licht die Kom­mu­ni­ka­ti­on von An­wen­dun­gen wie In­ter­net­brow­sern mit dem je­wei­li­gen Webserver, auf dem die an­ge­for­der­te Website gehostet wird. HTTP über­mit­telt dem Browser zu diesem Zweck den Hypertext der Website, den dieser dann in Texte, Bilder oder Videos umwandelt.

Technisch gesehen besteht jede Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ein­heit aus zwei Bereichen: dem Nach­rich­ten­kopf, der auch HTTP-Header genannt wird, und dem Nach­rich­ten­rumpf (engl. „Message Body“). Der Header liefert alle re­le­van­ten In­for­ma­tio­nen darüber, wie der Nach­rich­ten­rumpf, der die ei­gent­li­chen Nutzdaten enthält, zu in­ter­pre­tie­ren ist.

Wie auch die beiden Grund­pfei­ler des World Wide Web – URL und HTML – begann die Ent­wick­lung von HTTP am eu­ro­päi­schen Kern­for­schungs­zen­trum in der Schweiz (CERN) – und zwar im Jahr 1989. Erstmals öf­fent­lich bekannt wurde die als RFC 1945 (Request for Comments) pu­bli­zier­te An­for­de­rung im Mai 1996 unter dem Namen HTTP/1.0. Im Juni 1999 wurde diese erste Version durch HTTP/1.1 abgelöst, das bis heute zum Einsatz kommt. Seit Mai 2015 ist der of­fi­zi­el­le Nach­fol­ger HTTP/2 als RFC 7540 ver­ab­schie­det und soll seitdem die Da­ten­über­tra­gung im World Wide Web re­vo­lu­tio­nie­ren.

Die Ent­wick­lung von HTTP/2

2009 stellte Google mit SPDY seine Al­ter­na­ti­ve zu HTTP/1.1 vor. Der größte Kri­tik­punkt an der alten HTTP-Version war damals wie heute, dass das Über­tra­gungs­pro­to­koll neuere komplexe Websites unnötig ausbremse. Das erklärt sich vor allem dadurch, dass bei der Ver­wen­dung von HTTP/1.1 für jede einzelne Datei eine neue TCP/IP-Ver­bin­dung aufgebaut werden muss. Mit SPDY löste Google diese Pro­ble­ma­tik durch Mul­ti­ple­xen bei den Über­tra­gun­gen. Dadurch können über eine TCP/IP-Ver­bin­dung beliebig viele Dokumente gesendet werden. Mit einem Entwurf, der auf dem Google SPDY Protokoll basierte, begann die Internet En­gi­nee­ring Task Force (IETF) 2012 mit der Arbeit an HTTP/2. Da die SPDY-Im­ple­men­tie­run­gen zahl­rei­che Mängel und ins­be­son­de­re auch Si­cher­heits­lü­cken aufwiesen, mussten jedoch große Ver­än­de­run­gen vor­ge­nom­men werden, was letztlich dazu führte, dass sich HTTP/2 maß­geb­lich von SPDY un­ter­schei­det.

Das sind die Neue­run­gen von HTTP/2

Eine cha­rak­te­ris­ti­sche Ei­gen­schaft von HTTP/1.1 ist bereits erwähnt worden: Um un­ter­schied­li­che Sei­ten­ele­men­te wie Bild-, Ja­va­Script- oder CSS-Dateien an den Client/Browser zu trans­fe­rie­ren, musste je eine separate TCP/IP-Ver­bin­dung geöffnet und auch wieder ge­schlos­sen werden. HTTP/2 wendet wie sein Vorbild SPDY statt­des­sen das Multiplex-Verfahren an, sodass mit einer einzigen Ver­bin­dung die gesamte Website geladen werden kann. Zudem hat der Server nun die Mög­lich­keit, vor­her­seh­ba­re Fol­ge­da­ten an den Client wei­ter­zu­ge­ben, ohne dass dieser danach fragt (Server-Push).

Mit HTTP/2 werden außerdem Da­ten­pa­ke­te von Website-Be­stand­tei­len in der Rei­hen­fol­ge ihrer Priorität ver­schickt, zuerst bei­spiels­wei­se Elemente, die für den Sei­ten­auf­bau zuständig sind. Der HTTP/2-Header wird im Vergleich zu HTTP/1.1 stark kom­pri­miert versendet, indem über­flüs­si­ge In­for­ma­tio­nen entfallen. Eine weitere Neuerung ist die Ver­wen­dung des Bi­när­codes (anstelle von Text-Dateien) bei der Kom­mu­ni­ka­ti­on, was selbige ver­ein­facht und weniger feh­ler­an­fäl­lig macht.

Hier alle HTTP/2-Neue­run­gen in der Zu­sam­men­fas­sung:

  • eine Ver­bin­dung zwischen einem Browser (Client) und einer Website
  • Multiplex-Verfahren für einen ge­sam­mel­ten Dateien-Austausch
  • Bi­när­co­dier­ter Nach­rich­ten­aus­tausch
  • stark kom­pri­mier­ter HTTP-Nach­rich­ten­kopf
  • Server-Push bei ab­seh­ba­ren Fol­ge­an­for­de­run­gen (zum ge­gen­wär­ti­gen Zeitpunkt nur bei Apache und nicht bei Nginx)
  • Prio­ri­sie­rung wichtiger Sei­ten­ele­men­te

Die Hin­ter­grün­de für die Neue­run­gen bei HTTP/2 werden in diesem Video von Akami Tech­no­lo­gies nochmals ver­an­schau­licht:

HTTP/2 – Browser Support

Seit Ver­öf­fent­li­chung von HTTP/2 hat sich bereits viel getan. In­zwi­schen un­ter­stüt­zen zahl­rei­che Web­brow­ser und Server das neue In­ter­net­pro­to­koll. In Mozilla Firefox bei­spiels­wei­se ist es schon seit Version 36 (Februar 2015) im­ple­men­tiert. Allen bis­he­ri­gen Versionen gemeinsam ist al­ler­dings, dass allein Websites mit HTTP/2 over TLS – also die ver­schlüs­sel­te Variante des Über­tra­gungs­pro­to­kolls – ent­spre­chend geladen werden.

Fakt

Bereits 80% aller Browser un­ter­stüt­zen HTTP/2. Bis auf Opera Mini, der Black­ber­ry Browser, IE Mobile und der UC Browser für Android ist in den aktuellen Browser-Versionen die HTTP/2-Un­ter­stüt­zung vorhanden (Stand März 2017). Eine Übersicht über alle un­ter­stütz­ten Brow­ser­ver­sio­nen findet man hier.

Die Zahl der Websites, die bereits das neue Über­tra­gungs­pro­to­koll nutzen, fällt im Vergleich zu un­ter­stüt­zen­den Browser we­sent­lich geringer aus. Dennoch stieg die Anzahl innerhalb eines Jahres, bis Ende September 2016 von 1,2% auf fast 10%. Im März 2017 nutzten immerhin 12,7% aller Webseiten HTTP/2. Eine Übersicht über den aktuellen Stand der Nutzung finden Sie hier. Bisher haben vor allem Website-Betreiber mit sehr hohen Auf­ruf­zah­len wie Google und Twitter ihre In­ter­net­prä­sen­zen auf HTTP/2 um­ge­stellt. An­ge­sichts der Vorteile und der mitt­ler­wei­le stark ge­stie­ge­nen Un­ter­stüt­zung durch alle gängigen Browser wird es aber nur eine Frage der Zeit sein, bis der Großteil der Websites HTTP/2 verwendet.

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Welche Browser HTTP/2 un­ter­stüt­zen zeigt diese Übersicht:

IEEdgeFirefoxChromeSafariOperaiOS SafariAndroid BrowserChrome for Android
11*14505510*429.35355
15515610.1*4310.2
5257TP*44
5358
5459

*teil­wei­ser Support

Ein Blick in die Zukunft

Der Einsatz von HTTP/2 ist keine Pflicht, bringt aber einige Vorteile mit sich. Darüber hinaus kommt hinzu, dass bereits seit Ende 2014 die TLS/SSL-Ver­schlüs­se­lung ein wichtiger Google-Ranking-Faktor ist, der aus SEO-Gründen nicht ver­nach­läs­sigt werden sollte. Wenn Sie also sowieso mit dem Gedanken gespielt haben, die eigene Web­prä­senz zer­ti­fi­zie­ren zu lassen, sollten Sie sich nunmehr in Ihrer Über­le­gung gestärkt sehen und am besten direkt auf HTTP/2 over TLS umsteigen.

Welche Rolle spielt die Per­for­mance im modernen Web­hos­ting?

Heut­zu­ta­ge erwarten die Nutzer, dass alles zu jeder Zeit verfügbar ist – das gilt auch für die Webseiten unserer Kunden. Diese müssen in kürzester Zeit aus­ge­lie­fert werden, um einen Be­su­cher­rück­gang zu vermeiden. Um eine Webseite schnell aus­zu­lie­fern, haben wir mit <link internal-link>http/2, <link internal-link>PHP7.1 und unserer SSD-Plattform die perfekte Grundlage ent­wi­ckelt. Zu­sätz­lich haben wir nun die 1&1 Per­for­mance Level ent­wi­ckelt. Dadurch ge­währ­leis­ten wir im Web­hos­ting-Bereich beste Per­for­mance – jederzeit flexibel anpassbar.

Wofür benötige ich welches Per­for­mance-Level?

Eine einfache wenig komplexe Webseite benötigt lediglich ein niedriges Per­for­mance Level. Ein um­fang­rei­cher Online Shop mit bei­spiels­wei­se vielen Artikeln oder vielen Besuchern benötigt dem­entspre­chend ein hohes Per­for­mance-Level. Aber genau hier ist man mit dem Per­for­mance-Leveln sehr flexibel. Benötigt man mehr Leistung, weil plötzlich mehr Besucher auf die Webseite strömen, ist es kein Problem ein höheres Per­for­mance-Level zu buchen. Genauso umgekehrt, verändern sich die Be­dürf­nis­se nach unten, ist es kein Problem dass Per­for­mance-Level zu­rück­zu­stu­fen.

Wie kann ich das Per­for­mance-Level anpassen?

Unser neues Web Hosting bietet im 1&1 Control Center einen Per­for­mance-Level Dashboard. Unsere Kunden können hier den aktuellen Verbrauch des Web­hos­ting-Pakets als auch die emp­foh­le­ne Leistung direkt und einfach einsehen. Der Wechsel ist ebenfalls einfach gehalten. Auch Un­er­fah­re­ne können hier mit wenigen Klicks die Per­for­mance-Levels wechseln. Ein Ta­rif­wech­sel ist hierfür nicht nötig.

Der Einsatz von HTTP/2 wird nämlich auch zwei weitere Faktoren, die ein gutes Ranking be­güns­ti­gen, mit sich bringen: Erstens ver­spricht die kürzere Ladezeit Ihres Web­an­ge­bots eine bessere Bewertung durch Google – und auch Sei­ten­be­su­cher pro­fi­tie­ren von der kürzeren Zu­griffs­zeit. Zweitens sorgt HTTP/2 dafür, dass Ihre Website-Ladezeit deutlich unter dem von Google fest­ge­leg­ten Schwel­len­wert von zwei Sekunden liegt, ab dem eine URL seltener gecrawlt wird. Mit HTTP/2 wird Ihre Website also weiterhin re­gel­mä­ßig von Google gecrawlt und neuer Content landet we­sent­lich schneller im Index.

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