E-Rech­nun­gen sind digitale Rech­nun­gen in einem struk­tu­rier­ten, ma­schi­nen­les­ba­ren Format, das eine au­to­ma­ti­sche Wei­ter­ver­ar­bei­tung gestattet. Sie müssen die An­for­de­run­gen der eu­ro­päi­schen Norm EN 16931 erfüllen. Die Um­stel­lung auf E-Rech­nun­gen er­mög­licht es Un­ter­neh­men, von ver­schie­de­nen Vorteilen wie einer ver­ein­fach­ten Rech­nungs­stel­lung zu pro­fi­tie­ren.

Was ist eine E-Rechnung?

Was genau eine E-Rechnung ist, wird in Paragraf 2 der E-Rech­nungs­ver­ord­nung (ERechV) definiert. Dort heißt es in Abschnitt 2:

„Eine elek­tro­ni­sche Rechnung ist jedes Dokument […], wenn es in einem struk­tu­rier­ten elek­tro­ni­schen Format aus­ge­stellt, über­mit­telt und empfangen wird und das Format die au­to­ma­ti­sche und elek­tro­ni­sche Ver­ar­bei­tung des Dokuments er­mög­licht.“

Im Gegensatz zu klas­si­schen Pa­pier­rech­nun­gen oder Bild­da­tei­en wie PDF-Do­ku­men­ten werden die Rech­nungs­in­hal­te in einem ma­schi­nen­les­ba­ren Datensatz dar­ge­stellt. Dies er­mög­licht eine durch­ge­hend digitale Be­ar­bei­tung von E-Rech­nun­gen – von der Er­stel­lung bis zur Zahlung des Rech­nungs­be­trags.

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  • Seit dem 1. Januar 2025 ist es für alle Un­ter­neh­men Pflicht, E-Rech­nun­gen empfangen zu können
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Was sind die ent­schei­den­den Neue­run­gen der E-Rechnung?

Mit dem In­kraft­tre­ten des Wachs­tums­chan­cen­ge­set­zes hat die Bun­des­re­gie­rung die De­fi­ni­ti­on für E-Rech­nun­gen enger gefasst, denn bis Ende 2024 galten noch alle in einem elek­tro­ni­schen Format aus­ge­stell­ten Rech­nungs­do­ku­men­te als elek­tro­ni­sche Rechnung. Mitt­ler­wei­le trifft dies nur noch zu, wenn die Vorgaben für E-Rech­nun­gen erfüllt werden. Alle anderen Rech­nungs­for­ma­te fallen seit 2025 in die Kategorie der sonstigen Rech­nun­gen (siehe Paragraf 14 des Um­satz­steu­er­ge­set­zes). Eine bloße PDF-Rechnung zählt folglich nicht mehr als elek­tro­ni­sche Rechnung.

Diese Un­ter­schei­dung ist vor allem deshalb von Bedeutung, weil seit dem 1. Januar 2025 eine E-Rechnung-Pflicht besteht. Im B2B-Bereich müssen in­län­di­sche Un­ter­neh­men fortan E-Rech­nun­gen empfangen und ver­ar­bei­ten können. Für die Er­stel­lung und den Versand elek­tro­ni­scher Rech­nun­gen gibt es jedoch Über­gangs­fris­ten. Un­ter­neh­men mit einem Umsatz von weniger als 800.000 Euro sind dazu ver­pflich­tet, bis 2028 E-Rech­nun­gen zu versenden – Un­ter­neh­men mit höheren Umsätzen bereits 2027.

Hinweis

Klein­un­ter­neh­men­de müssen keine E-Rech­nun­gen erstellen, sondern lediglich dazu in der Lage sein, sie zu empfangen und zu ver­ar­bei­ten.

An­for­de­run­gen an E-Rech­nun­gen

Welche Vorgaben für die E-Rechnung gelten, wird durch die eu­ro­päi­sche Norm zur elek­tro­ni­schen Rech­nungs­stel­lung EN 16931 fest­ge­legt. Diese definiert das se­man­ti­sche Da­ten­mo­dell, auf dem E-Rech­nun­gen basieren – sie gibt also deren Struktur und Pflicht­an­ga­ben vor. Aus tech­ni­scher Sicht müssen E-Rech­nun­gen als struk­tu­rier­te, ma­schi­nen­les­ba­re Da­ten­sät­ze vorliegen, die auf dem XML-Format basieren. In Deutsch­land werden vor allem folgende Formate genutzt:

  • Das E-Rechnung-Format XRechnung wurde ur­sprüng­lich speziell für den öf­fent­li­chen Sektor ent­wi­ckelt und gilt mitt­ler­wei­le als Stan­dard­for­mat. Dieses basiert voll­stän­dig auf XML, was bedeutet, dass es rein ma­schi­nen­les­bar ist. Die Rechnung lässt sich jedoch mithilfe eines XML-Viewers oder einer Buch­hal­tungs­soft­ware visuell und damit auch für Menschen lesbar dar­stel­len.
  • Bei ZUGFeRD handelt es sich dagegen um ein hybrides Rech­nungs­for­mat, das sich aus einer PDF-Datei und einem XML-Datensatz zu­sam­men­setzt. Erstere dient als lesbares Dokument, letzterer für die ma­schi­nel­le Ver­ar­bei­tung.
Hinweis

Worin sich die beiden Rech­nungs­for­ma­te im Detail un­ter­schei­den, erfahren Sie im separaten Artikel „XRechnung vs. ZUGFeRD“.

E-Rech­nun­gen müssen bestimmte Pflicht­an­ga­ben enthalten, die ebenfalls durch die Norm EN 16931 und darüber hinaus durch das deutsche Um­satz­steu­er­ge­setz vor­ge­ge­ben sind. Dazu zählen im We­sent­li­chen:

  • Name und Anschrift der Ver­trags­par­tei­en
  • Steu­er­num­mer oder Um­satz­steu­er-Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer
  • Rech­nungs­da­tum und fort­lau­fen­de Rech­nungs­num­mer
  • Menge, Art und Zeitpunkt der Lieferung(en) und/oder Leistung(en)
  • Rech­nungs­be­trag

Neben den Vorgaben der EN 16931 besteht zudem die Not­wen­dig­keit, die Grund­sät­ze der ord­nungs­ge­mä­ßen elek­tro­ni­schen Buch­füh­rung – kurz GoBD – ein­zu­hal­ten. Dies betrifft ins­be­son­de­re die Ar­chi­vie­rung der Rech­nungs­do­ku­men­te. Wenn Sie E-Rech­nun­gen ar­chi­vie­ren, müssen die Dokumente un­ver­än­der­bar, voll­stän­dig und jederzeit abrufbar auf­be­wahrt werden.

E-Mail-Ar­chi­vie­rung
Bewahren Sie E-Mails rechts­si­cher auf
  • Au­to­ma­ti­sche Ar­chi­vie­rung aus­ge­wähl­ter Post­fä­cher
  • Sicherung in deutschen Re­chen­zen­tren
  • Un­ter­stützt die Ein­hal­tung ge­setz­li­cher An­for­de­run­gen wie GoBD

Wie sieht eine E-Rechnung aus?

E-Rech­nun­gen sind als struk­tu­rier­te XML-Da­ten­sät­ze kon­zi­piert und für die au­to­ma­ti­sche Wei­ter­ver­ar­bei­tung durch Maschinen ausgelegt. Optisch un­ter­schei­den sich elek­tro­ni­sche Rech­nun­gen daher von visuellen Formaten wie der klas­si­schen Pa­pier­rech­nung oder PDF-Do­ku­men­ten. Für Menschen sind diese Rohdaten nur schwer ver­ständ­lich, weshalb Vi­sua­li­sie­rungs­pro­gram­me und spezielle Soft­ware­lö­sun­gen zum Anzeigen und Be­ar­bei­ten genutzt werden. Zum besseren Ver­ständ­nis, wie eine E-Rechnung aussieht, haben wir nach­fol­gend einen XML-Datensatz eingefügt:

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    <cbc:CustomizationID>urn:cen.eu:en16931:2017#compliant#urn:xeinkauf.de:kosit:xrechnung_3.0</cbc:CustomizationID>
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                <cbc:CityName>Ihr Wohnort</cbc:CityName>
                <cbc:PostalZone>Ihre Postleitzahl</cbc:PostalZone>
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                <cbc:RegistrationName>Ihr Name</cbc:RegistrationName>
            </cac:PartyLegalEntity>
            <cac:Contact>
                <cbc:Name>Name des Mitarbeitenden</cbc:Name>
                <cbc:Telephone>+49 12 34 56 78 90</cbc:Telephone>
                <cbc:ElectronicMail>rechnungen@ihrunternehmen.de</cbc:ElectronicMail>
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    </cac:AccountingSupplierParty>
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            <cbc:EndpointID schemeID="EM">beispiel@abcde.de</cbc:EndpointID>
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                <cbc:Name>Empfängerin oder Empfänger der Rechnung</cbc:Name>
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                <cbc:StreetName>Straße und Hausnummer</cbc:StreetName>
                <cbc:CityName>Stadt</cbc:CityName>
                <cbc:PostalZone>Postleitzahl</cbc:PostalZone>
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                    <cbc:IdentificationCode>DE</cbc:IdentificationCode>
                </cac:Country>
            </cac:PostalAddress>
            <cac:PartyLegalEntity>
                <cbc:RegistrationName>Empfängerin oder Empfänger der Rechnung</cbc:RegistrationName>
            </cac:PartyLegalEntity>
        </cac:Party>
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            <cbc:ID>DE02100500000054540402</cbc:ID>
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                <cbc:ID>BELADEBE</cbc:ID>
            </cac:FinancialInstitutionBranch>
        </cac:PayeeFinancialAccount>
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        <cbc:Note>Zahlbar innerhalb von 14 Tagen</cbc:Note>
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Die Bedeutung der E-Rechnung

Mit der ver­pflich­ten­den E-Rechnung zielt die Bun­des­re­gie­rung darauf ab, die Di­gi­ta­li­sie­rung der deutschen Wirt­schaft und damit die Wett­be­werbs­fä­hig­keit Deutsch­lands als Wirt­schafts­stand­ort zu fördern. Ins­be­son­de­re im Rech­nungs­we­sen lassen sich Prozesse durch elek­tro­ni­sche Rech­nun­gen ver­ein­fa­chen. Die au­to­ma­ti­sche Wei­ter­ver­ar­bei­tung senkt nicht nur den Ar­beits­auf­wand, sondern trägt auch zur Ver­mei­dung von Fehlern – etwa beim Über­tra­gen von Rech­nungs­da­ten – bei.

Da alle Formate die An­for­de­run­gen der EN 16931 erfüllen müssen, gibt es nun zudem einen ein­heit­li­chen Standard für die Rech­nungs­stel­lung in der EU. Dies er­leich­tert den grenz­über­schrei­ten­den Handel und die Zu­sam­men­ar­beit zwischen Un­ter­neh­men aus ver­schie­de­nen EU-Staaten. Für den sicheren Austausch von E-Rech­nun­gen nutzen viele Un­ter­neh­men das Peppol-Netzwerk, ein eu­ro­pa­weit eta­blier­tes System für die stan­dar­di­sier­te Über­tra­gung von elek­tro­ni­schen Rech­nun­gen.

Welche Vorteile bietet die E-Rechnung für Rech­nungs­stel­len­de?

  • Ef­fi­zi­en­te­re Rech­nungs­stel­lung
  • Kürzere Be­ar­bei­tungs­zei­ten von Rech­nun­gen
  • Schnel­le­re Ab­wick­lung und ter­min­ge­rech­te­re Zahlungen
  • Kos­ten­ein­spa­run­gen (Papier und Porto)
  • Bessere Pro­zess­qua­li­tät durch au­to­ma­ti­sche Do­ku­ment­er­stel­lung und -va­li­die­rung
  • Höhere Fle­xi­bi­li­tät durch orts­un­ab­hän­gi­ge Rech­nungs­stel­lung

Welche Vorteile bietet die E-Rechnung für Rech­nungs­emp­fan­gen­de?

  • Pro­zess­op­ti­mie­rung durch au­to­ma­ti­sches Einlesen von Rech­nungs­da­ten
  • Erhöhte Da­ten­qua­li­tät durch Reduktion von Fehlern bei der Da­ten­er­fas­sung
  • Kos­ten­sen­kungs­po­ten­tia­le durch ef­fi­zi­en­te­re Workflows
  • De­zen­tra­le Be­ar­bei­tung möglich
  • Höhere Fle­xi­bi­li­tät durch orts­un­ab­hän­gi­ge Rech­nungs­stel­lung

Bitte beachten Sie den recht­li­chen Hinweis zu diesem Artikel.

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