Ein SMTP-Relay ist die Wei­ter­lei­tung von E-Mails von ab­sen­den­den zu emp­fan­gen­den Personen. Der SMTP-Relay-Server fungiert dabei als Ver­mitt­ler, um E-Mails zu­ver­läs­sig und sicher zu­zu­stel­len, besonders wenn sie über un­ter­schied­li­che Server oder Netzwerke ver­schickt werden. Dadurch wird erreicht, dass Nach­rich­ten korrekt zu­ge­stellt und nicht als Spam blockiert werden.

Was ist ein SMTP-Relay?

Der Begriff „SMTP-Relay“ (oder „E-Mail-Relay“) wird im Internet auf ganz wi­der­sprüch­li­che Weise definiert. So sprechen manche Quellen von einem Prozess, andere von einer Dienst­leis­tung, wieder andere benutzen das Wort als Synonym für SMTP-Server oder werfen es sogar mit dem Simple Mail Transfer Protocol (SMTP) in einen Topf. Recht haben ge­wis­ser­ma­ßen alle, scheitern aber dabei, die einzelnen Aspekte sinnvoll zu­sam­men­zu­füh­ren.

Deshalb folgt an dieser Stelle der Versuch einer klaren De­fi­ni­ti­on: SMTP-Relay meint den Prozess der Wei­ter­lei­tung von E-Mails im Internet von Ab­sen­de­rin­nen und Absendern zu Emp­fän­ge­rin­nen und Emp­fän­gern (aus dem Eng­li­schen „to relay“, was so viel wie „wei­ter­lei­ten“ bedeutet); dieser Prozess wird gemäß dem Simple Mail Transfer Protocol von so­ge­nann­ten SMTP-Relay-Servern durch­ge­führt, die wiederum Teil einer externen Dienst­leis­tung (eines SMTP-Relay-Services) sein können.

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Was ist ein SMTP-Relay-Server?

Ein SMTP-Relay-Server (auch Mail-Relay-Server oder im Eng­li­schen mail transfer agent) ist nach der vor­an­ge­gan­ge­nen De­fi­ni­ti­on ein SMTP-Server, der ein SMTP-Relay er­mög­licht. Das bedeutet also, dass er E-Mails von einem Absender bzw. einer Ab­sen­de­rin annimmt und an beliebige Dritte wei­ter­lei­tet. Zumeist handelt es sich dabei um einen externen Dritt­ser­ver im Internet, der zwischen den Absender- und Empfänger-SMTP-Servern (sowie even­tu­el­len weiteren Mail Transfer Agents, kurz: MTAs) ge­schal­tet ist. Beim Versand von Nach­rich­ten innerhalb derselben Mail­pro­vi­der-Domain ist dagegen kein zu­sätz­li­cher Server in­vol­viert, weshalb man in diesem Fall auch nicht von einem E-Mail-Relay spricht.

Bild: SMTP-Relay grafisch dargestellt
Ein SMTP-Relay liegt vor, wenn ein SMTP-Relay-Server E-Mails von einer Ab­sen­der­adres­se an eine Emp­fän­ger­adres­se einer anderen Domain wei­ter­lei­tet.

Den Un­ter­schied kann man auch bildlich dar­stel­len: Schicken Sie einen Brief an einen ent­fern­ten Ver­wand­ten, wird er vom örtlichen Postamt zuerst an jenes Postamt wei­ter­ge­lei­tet, das der emp­fan­gen­den Person am nächsten ist, bevor er endgültig zu­ge­stellt wird (Relay); beim Versand innerhalb desselben Ortes liefert das zu­stän­di­ge Postamt den Brief dagegen auf direktem Wege an die Ziel­adres­se ab (kein Relay).

Ein SMTP-Relay-Server kann je nach seiner Kon­fi­gu­ra­ti­on sowohl „ge­schlos­sen“ als auch „offen“ sein. In diesem Kontext un­ter­schei­det man zwischen einem „Smarthost“ und einem „Offenen Mail-Relay“. Zudem kann ein E-Mail-Relay, das dem Post­aus­gangs­ser­ver des Absenders vor­ge­schal­tet ist, auch noch andere nützliche Funk­tio­nen über­neh­men.

Smarthost

Ein korrekt kon­fi­gu­rier­ter SMTP-Relay-Server wird auch als „Smarthost“ be­zeich­net. „Smart“ ist dieser in dem Sinne, dass er nur dann eine E-Mail wei­ter­lei­tet, wenn er entweder für den Absender bzw. die Ab­sen­de­rin oder den Empfänger bzw. die Emp­fän­ge­rin derselben zuständig ist. E-Mails von nicht au­to­ri­sier­ten Parteien außerhalb des Zu­stän­dig­keits­be­reichs des Servers werden dagegen abgelehnt. Er­mög­licht wird dies mithilfe un­ter­schied­li­cher Au­then­ti­fi­zie­rungs­me­tho­den wie White­lists, SMTP-After-POP oder ESMTP mit der Er­wei­te­rung SMTP-Auth.

Offenes Mail-Relay

Ein Nachteil des SMTP ist jedoch, dass es in seiner Grund­kon­fi­gu­ra­ti­on gar keine Au­then­ti­fi­zie­rung von Nutzenden vor­schreibt. Fügen Sie ent­spre­chen­de Me­cha­nis­men also nicht manuell zu einem SMTP-Relay-Server hinzu, gilt dieser als schlecht kon­fi­gu­riert und damit als „offenes Mail-Relay“. Im Klartext bedeutet das, dass der Server auch E-Mails wei­ter­lei­tet, bei denen er weder für die ab­sen­den­de noch für die emp­fan­gen­de Person zuständig ist.

Dieser Umstand er­mög­licht es Cy­ber­kri­mi­nel­len, mittels ge­fälsch­ter oder ge­stoh­le­ner Ab­sen­der­adres­sen mas­sen­haft Spam im Internet zu verteilen. Wird solch ein offenes Relay entdeckt, landet es meist binnen weniger Stunden oder Tage auf den Black­lists der großen Webmail-Provider. Sämtliche darüber ver­sen­de­te Nach­rich­ten, selbst legitime, werden dann als Spam ein­ge­stuft und her­aus­ge­fil­tert. Sie als Betreiber bzw. Be­trei­be­rin des inkorrekt kon­fi­gu­rier­ten SMTP-Relay-Servers haben dabei das Nachsehen: Sie müssen die Si­cher­heits­lü­cke beheben und eine Strei­chung von der Blacklist be­an­tra­gen. Für Un­ter­neh­men und Or­ga­ni­sa­tio­nen kann diese Mehr­ar­beit wirt­schaft­li­che Einbußen bedeuten.

Bild: Smarthost vs. Open Mail-Relay
Ein offenes Mail-Relay verfügt über keinerlei Au­then­ti­fi­zie­rungs­me­cha­nis­men und verteilt somit auch Spam, weshalb solche SMTP-Relay-Server schnell auf Provider-Black­lists landen.
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Ein­satz­zwe­cke von SMTP-Relay-Servern

Er­wei­te­run­gen und Upgrades von E-Mail-Systemen werden meist nicht direkt auf dem Post­aus­gangs­ser­ver der ab­sen­den­den Person im­ple­men­tiert, sondern statt­des­sen über einen vor­ge­schal­te­ten SMTP-Relay-Server rea­li­siert. Um gleich mehrere Funk­tio­nen „nach­rüs­ten“ zu können, sind sogar re­gel­rech­te „Relay-Ketten“ möglich, die eine E-Mail auf un­ter­schied­li­che Weise be­ar­bei­ten, bevor sie ins Internet ein­ge­speist wird. Zu diesen zu­sätz­li­chen Ein­satz­ge­bie­ten gehören u. a.:

  • Spam-Be­kämp­fung bei den Ab­sen­de­rin­nen und Absendern: Um ihre Online-Re­pu­ta­ti­on auf­recht­zu­er­hal­ten, ist es auch für Be­trei­ben­de von Post­aus­gangs­ser­vern wichtig, den Versand von Spam, Viren und anderer Malware seitens der eigenen Be­nut­zen­den zu un­ter­bin­den. Ent­spre­chen­de Scanner und Firewalls werden für ge­wöhn­lich auf einem separaten SMTP-Relay-Server in­stal­liert, um den ei­gent­li­chen Mail-Server zu entlasten.
  • Backup-Mail-Service bei den Emp­fän­ge­rin­nen und Emp­fän­gern: Ein Smarthost ist auch in der Lage, E-Mails für den Post­ein­gangs­ser­ver der emp­fan­gen­den Person an­zu­neh­men, wenn dieser aus ir­gend­ei­nem Grund gerade nicht er­reich­bar ist. Sobald er dann wieder online geht, stellt der Smarthost die an­ge­sam­mel­ten E-Mails suk­zes­si­ve zu.

Weitere mögliche Ein­satz­ge­bie­te von SMTP-Relay-Servern sind:

  • die Si­gnie­rung und Ver­schlüs­se­lung von E-Mails
  • das au­to­ma­ti­sche Hin­zu­fü­gen eines Dis­clai­mers am Ende jedes Nach­rich­ten­tex­tes
  • die Ar­chi­vie­rung von E-Mails
  • das Mail­rou­ting und Rewriting bei Adress­än­de­run­gen
  • Last­ver­tei­lung und Ska­lier­bar­keit

Was ist ein SMTP-Relay-Service?

Um der all­täg­li­chen Spam-Flut ent­ge­gen­zu­wir­ken, deckeln die meisten Internet- und E-Mail-Provider die Anzahl an Nach­rich­ten, die pro Tag versendet werden dürfen. Bulk-Mails, News­let­ter und au­to­ma­ti­sche trans­ak­tio­na­le Nach­rich­ten wie Be­stell­be­stä­ti­gun­gen, die an Tausende von Emp­fän­ge­rin­nen und Emp­fän­gern gehen sollen, benötigen also eine er­schwing­li­che, ska­lier­ba­re und ver­läss­li­che Ver­sand­platt­form, die den spe­zi­el­len An­for­de­run­gen eines wach­sen­den Un­ter­neh­mens gewachsen ist.

Eine Option besteht darin, einen eigenen SMTP-Relay-Server ein­zu­rich­ten. Verwendet man jedoch seine eigene Hardware für die Massen an un­ter­neh­mens­exter­nen E-Mails, können die großen Da­ten­men­gen zulasten der Band­brei­te gehen und die interne Peer-to-Peer-Kor­re­spon­denz behindern. Ein weiterer Nachteil besteht in den An­schaf­fungs­kos­ten und dem großen Ar­beits­auf­wand, der mit der Ser­ver­ad­mi­nis­tra­ti­on verbunden ist. Hinzu kommt, dass E-Mails von fremden SMTP-Relay-Servern häufig als Spam ein­ge­stuft werden. Dasselbe gilt auch für solche mit dy­na­mi­scher IP.

Aufgrund dieser Re­strik­tio­nen wenden sich viele Un­ter­neh­men lieber an einen pro­fes­sio­nel­len SMTP-Relay-Service, der einen eigenen Server für die Wei­ter­lei­tung von E-Mails betreibt. Mailing-Pakete von Anbietern wie mailjet, Brevo oder turboSMTP sind auf die Hand­ha­bung großer E-Mail-Massen spe­zia­li­siert, in ihrem Preis­mo­dell je nach Nach­rich­ten­auf­kom­men ska­lier­bar und haben in der Regel eine ein­wand­freie Re­pu­ta­ti­on bei Internet- und Mail-Providern, da sie mit diesen eng zu­sam­men­ar­bei­ten. Nachdem Sie den je­wei­li­gen Dienst ein­ge­rich­tet haben, können Sie wie gewohnt Ihre E-Mail-Anwendung (z. B. Microsoft Outlook) nutzen, um Nach­rich­ten zu ver­schi­cken und zu empfangen.

Darüber hinaus bieten viele SMTP-Relay-Services einen zu­sätz­li­chen Mehrwert wie etwa eine Reporting-Funktion: Indem der SMTP-Relay-Server des Providers au­to­ma­tisch einen Link-Tracker in den Body jeder E-Mail einfügt, können Sie wirt­schaft­lich wertvolle Daten wie Open-, Click- und Bounce-Rates sowie Feedback zum Sen­de­pro­zess oder zu Ihrem News­let­ter (z. B. Spam-Be­schwer­den oder Abon­ne­ment­kün­di­gun­gen) sammeln. Richtig in­ter­pre­tiert und verwertet, können diese In­for­ma­tio­nen als Grundlage für die Anpassung und Mo­di­fi­zie­rung Ihrer E-Mail-Marketing-Kampagnen dienen.

So können Sie den IONOS SMTP-Relay nutzen

Um den IONOS SMTP-Relay nutzen zu können, muss ein E-Mail-Postfach als Relay-Adresse ein­ge­rich­tet sein, das zur gleichen Domain gehört wie der ent­spre­chen­de SPF-Eintrag. Das bedeutet konkret, dass die E-Mail-Adressen, die den SMTP-Relay-Server verwenden, ebenfalls zur Domain der Relay-Adresse gehören müssen. Einen SPF-Eintrag für Ihre Domain legen Sie einfach über das IONOS Hilfe-Center an, um si­cher­zu­stel­len, dass Ihre E-Mails er­folg­reich zu­ge­stellt werden. Diese Vor­aus­set­zun­gen ge­währ­leis­ten eine sichere und zu­ver­läs­si­ge Nutzung des SMTP-Relays innerhalb Ihrer Domain.

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