Die richtige Anwendung von Schrift­ar­ten spielt im Webdesign eine große Rolle – das gilt auch fürs Re­spon­si­ve Webdesign, bei dem die Schrift ebenfalls einen starken Einfluss auf die Wahr­neh­mung einer Website hat.

KI-Assistent kostenlos – Ihr smarter All­tags­hel­fer
  • DSGVO-konform & sicher gehostet in Deutsch­land
  • Pro­duk­ti­vi­tät steigern – weniger Aufwand, mehr Output
  • Direkt im Browser starten – ohne In­stal­la­ti­on
Wis­sens­wer­tes zur Ty­po­gra­fie

Ur­sprüng­lich be­zeich­ne­te Ty­po­gra­fie das Handwerk des Druckens von Texten mit be­weg­li­chen Lettern, den so­ge­nann­ten Typen. Der Begriff ist his­to­risch gesehen eng mit der Ent­wick­lung der Schrift und ihrer tech­ni­schen Re­pro­du­zier­bar­keit durch die Dru­cker­pres­se verknüpft. Mitt­ler­wei­le ist die Be­zeich­nung sehr viel weiter gefasst: Unter Ty­po­gra­fie versteht man die Ge­stal­tung von Schriften und deren Anwendung im weitesten Sinne – auch der digitalen Schrift, wie sie auf Websites oder in Com­pu­ter­pro­gram­men verwendet wird.

Es wird zwischen Mikro- und Ma­kro­ty­po­gra­fie un­ter­schie­den:

  • Mi­kro­ty­po­gra­fie: Aus­ge­stal­tung der Schrift­art als solcher sowie die Zeichen- und Wort­ab­stän­de
  • Ma­kro­ty­po­gra­fie: Alle Merkmale der Ge­stal­tung einer ge­druck­ten oder digitalen Textseite inklusive Sei­ten­for­mat, Satz­spie­gel, Schrift­grö­ße, Zei­len­ab­stän­de, -anzahl und -breite sowie die Plat­zie­rung anderer gra­fi­scher Elemente (z. B. Bilder).

Ty­po­gra­fie in digitalen Medien und im Internet

Der Begriff Font be­zeich­net einen digitalen Zei­chen­satz, also eine bestimmte Com­pu­ter­schrift. Die Ge­stal­tung einer Schrift innerhalb digitaler Text­do­ku­men­te und im Web nennt man Web­ty­po­gra­fie. Diese ori­en­tiert sich grund­sätz­lich an der klas­si­schen Ty­po­gra­fie – auch bei der Web­ty­po­gra­fie hängt die Le­ser­lich­keit unter anderem von der Schrift­grö­ße, Zei­len­län­ge und dem Zei­len­ab­stand ab. Darüber hinaus sind bei In­ter­net­schrif­ten die Da­tei­for­ma­te und die Dar­stel­lungs­tech­nik der Fonts zu be­rück­sich­ti­gen.

Die Anwendung ver­schie­de­ner Schrift­ar­ten im Web hat sich im Laufe der Zeit stark geändert. Früher war die Dar­stell­bar­keit von Schrift­ar­ten in einem Browser deutlich begrenzt – nur wenige Schriften wie Times New Roman oder Arial galten als uni­ver­sell kom­pa­ti­bel, da sie auf den meisten Computern in­stal­liert waren und für eine Website abgerufen werden konnten. In­zwi­schen werden ganz un­ter­schied­li­che Schriften in Form von Webfonts genutzt. Webfonts sind Schrift­ar­ten, die der Rechner per CSS zusammen mit der an­zu­zei­gen­den Website aus dem Netz lädt.

Egal ob Webfonts oder lokal in­stal­lier­te Fonts: Bei den Schriften, die heute zum Einsatz kommen, handelt es sich fast aus­schließ­lich um Vek­tor­fonts, die in jeder Ver­grö­ße­rungs­stu­fe gleich gut aussehen und im Browser über eine Pi­xel­ma­trix dar­ge­stellt werden. Die gän­gigs­ten Formate für Vek­tor­fonts sind TrueType (TTF), OpenType (OTF) und Web Open Font Format (WOFF2).

Variable Fonts

Eine Wei­ter­ent­wick­lung von Vektor- und Webfonts sind so­ge­nann­te Variable Fonts. Dabei handelt es sich um Schrift­ar­ten, die mehrere Schrift­schnit­te wie un­ter­schied­li­che Strich­stär­ken (Gewicht), Breiten, Neigungen oder andere ty­po­gra­fi­sche Ei­gen­schaf­ten in einer einzigen Fontdatei bündeln. Im Gegensatz zu klas­si­schen Fonts, bei denen jeder Schrift­schnitt als separate Datei geladen werden muss, lassen sich Variable Fonts stufenlos und flexibel anpassen.

Diese Technik er­mög­licht es, Schrift flexibel an un­ter­schied­li­che Bild­schirm­grö­ßen, Auf­lö­sun­gen oder Lay­out­an­for­de­run­gen an­zu­pas­sen, ohne zwischen festen Schrift­va­ri­an­ten wechseln zu müssen. Besonders im Re­spon­si­ve Webdesign bietet das Vorteile: Schrift­grö­ßen und -stärken können fließend skaliert werden, wodurch sich das Schrift­bild har­mo­nisch in ver­schie­de­ne Bild­aus­schnit­te einfügt. Gleich­zei­tig pro­fi­tie­ren Websites von einer re­du­zier­ten Anzahl an Font­da­tei­en, was sich positiv auf die La­de­zei­ten und die Per­for­mance auswirken kann.

Was macht Schrift im Re­spon­si­ve Webdesign aus?

Die Web­ty­po­gra­fie hat sich bereits enorm wei­ter­ent­wi­ckelt, al­ler­dings stellt das re­spon­si­ve bzw. re­ak­ti­ons­fä­hi­ge Design von In­ter­net­auf­trit­ten Web­de­si­gner vor neue Her­aus­for­de­run­gen. Re­spon­si­ve Webdesign ist eine heute ver­brei­te­te Webdesign-Technik, bei der sich die Dar­stel­lung des Bild­aus­schnitts einer Webseite an das ver­wen­de­te Gerät und die Größe des Bild­schirms anpasst. Die Anpassung aller Sei­ten­in­hal­te an die jeweilige Bild­schirm­grö­ße betrifft dabei natürlich auch die Schrift – auch sie sollte sich in den Bild­aus­schnitt sinnvoll ein­glie­dern. Das bedeutet, dass auch das Schrift­bild an­pas­sungs­fä­hig sein muss.

Die Größe der Schrift und die Zei­len­um­brü­che des Textes passen sich im Op­ti­mal­fall an jeden be­lie­bi­gen Aus­schnitt an. CSS-Funk­tio­nen er­mög­li­chen außerdem eine so­ge­nann­te fluid ty­po­gra­phy, bei der sich Schrift­grö­ßen stufenlos an die View­port­grö­ße anpassen. Mit Funk­tio­nen wie clamp() lassen sich dabei Mindest-, Ideal- und Ma­xi­mal­wer­te für die Schrift­grö­ße de­fi­nie­ren, sodass Texte weder zu klein noch übermäßig groß dar­ge­stellt werden. Es gibt neben der flexiblen Größe auch noch einige weitere Faktoren, die man bei der Web­ty­po­gra­fie be­rück­sich­ti­gen muss:

  • Die Schrift­grö­ße muss nicht nur zur Dis­play­grö­ße passen, sondern auch auf die durch­schnitt­li­che Distanz zum Display ab­ge­stimmt sein. Bei Smart­phones ist der Bild­schirm­ab­stand des Users bei­spiels­wei­se geringer als bei externen Monitoren eines Desktop-PCs.
  • Die Schrift­grö­ße ist zudem abhängig von der Bild­schirm­auf­lö­sung.
  • Der Zei­len­ab­stand sollte stets an den Bild­aus­schnitt angepasst sein – der für gute Les­bar­keit not­wen­di­ge Zei­len­ab­stand hängt unter anderem mit der Zei­len­län­ge zusammen.
  • Das Sei­ten­lay­out benötigt aus­rei­chend ty­po­gra­fi­sche Freiräume (un­be­schrie­be­ne Flächen des Hin­ter­grunds). Dies kommt ebenfalls der Le­ser­lich­keit eines Textes zugute.

Weiterhin sollte bei der Dar­stel­lung auf kleinen Bild­schir­men die Schrift­far­be ein wenig greller und der Kontrast etwas stärker als bei einem PC-Monitor sein. Im Gegensatz zu großen Displays nutzt man die kom­pak­te­ren Bild­schir­me mobiler Geräte nicht nur innerhalb ab­ge­schlos­se­ner Räume, sondern auch viel unterwegs. Somit lassen sich die Licht­ver­hält­nis­se kaum be­ein­flus­sen. Schrift sollte auf kleinen Displays aber auch bei starker Hellig- oder Dun­kel­heit und bei Spie­ge­lun­gen noch leserlich sein, was über ein satteres Schrift­bild erreicht wird.

Diese Aspekte spielen auch im Kontext der Bar­rie­re­frei­heit und Ac­ces­si­bi­li­ty eine zentrale Rolle. Gut lesbare Schrift­grö­ßen, aus­rei­chen­de Kontraste und ska­lier­ba­re Schrift sind wichtige Vor­aus­set­zun­gen, um Inhalte für möglichst viele Nut­ze­rin­nen und Nutzer zu­gäng­lich zu machen.

Website Design Service
Website erstellen lassen von Profis
  • Der einfache Weg zur pro­fes­sio­nel­len Internet-Präsenz
  • Mit eigener Domain und E-Mail-Adresse
  • Inklusive: Pflege und Ak­tua­li­sie­rung nach Livegang

Auf Re­spon­si­ve Webdesign reagieren und die Schrift anpassen

Um im Re­spon­si­ve Webdesign die Schrift auf allen End­ge­rä­ten best­mög­lich ab­zu­bil­den, werden Vek­tor­fonts ein­ge­setzt. Vek­tor­fonts sind frei ska­lier­bar und verlieren auch bei einer Ver­grö­ße­rung der Schrift nicht an Qualität. Das un­ter­schei­det sie von Bitmap-Fonts, die allein auf Basis von Punkten (Pixeln) dar­ge­stellt werden.

Al­ler­dings können Vek­tor­schrif­ten – genau wie alle anderen Vek­tor­gra­fi­ken – ohne eine Um­wand­lung des Formats nicht auf Com­pu­ter­bild­schir­men dar­ge­stellt werden, da diese nur für Ras­ter­gra­fi­ken geeignet sind. Deswegen durch­lau­fen Vektoren im Vorfeld eine Rasterung, wodurch Vek­tor­fonts letztlich also auch als Raster- bzw. Pi­xel­gra­fik auf den Bild­schirm gelangen.

Für eine flexible Schrift­dar­stel­lung im Re­spon­si­ve Webdesign werden häufig relative Maß­ein­hei­ten wie die folgenden verwendet:

  • em: ori­en­tiert sich an der Schrift­grö­ße des El­tern­ele­ments
  • rem: basiert auf der Ba­sis­schrift­grö­ße des Dokuments
  • view­port­ba­sier­te Einheiten: passen sich an die aktuelle Bild­schirm­grö­ße an

Mithilfe von Vek­tor­fonts können Sie die Le­ser­lich­keit einer Schrift­art auch im Re­spon­si­ve Webdesign stets ge­währ­leis­ten. Um das Schrift­bild in­di­vi­du­ell zu gestalten und nicht von den wenigen Fonts abhängig zu sein, die auf den meisten Geräten vor­in­stal­liert sind, können Sie Schrift­ar­ten per CSS in die Seite einbinden.

Hinweis

Neben der Anpassung von Vek­tor­fonts über Bild­schirm- und Viewport-Größen ent­wi­ckeln sich auch die zugrunde liegenden Layout-Techniken stetig weiter. CSS-Ansätze wie Container Queries er­mög­li­chen es, Schrift und Layout nicht mehr aus­schließ­lich am gesamten Bild­schirm, sondern an der Größe einzelner Sei­ten­ele­men­te aus­zu­rich­ten. So können Kom­po­nen­ten in­di­vi­du­ell auf ihren ver­füg­ba­ren Raum reagieren, un­ab­hän­gig vom globalen Viewport. Dadurch lässt sich Ty­po­gra­fie bei modularen Layouts noch gezielter an un­ter­schied­li­che Nut­zungs­sze­na­ri­en anpassen.

Zum Hauptmenü