Wer seine Website, Social-Media-Beiträge oder Chat-Nach­rich­ten um lustige Ani­ma­tio­nen erweitern möchte, der sucht in der Regel nach GIFs. Egal, ob eigene Website, Facebook, Twitter oder WhatsApp – die kurzen Bild­se­quen­zen und Clips im gleich­na­mi­gen GIF-Format (Graphics Inter­ch­an­ge Format) bilden einen großen Teil der ani­mier­ten Bild­in­hal­te im Web und werden von zahl­rei­chen Usern genutzt. Das macht sie letztlich auch für Marketer zu einem beliebten In­stru­ment. Dabei ist GIF nicht das einzige Format, mit dem man mehrere Bilder in einer einzelnen Datei vereinen kann: So ver­spre­chen die Ent­wick­ler von APNG (Animated Portable Network Graphics) bei­spiels­wei­se nicht nur ähnliche Ani­mie­rungs­op­tio­nen, sondern sogar eine bessere Qualität der er­stell­ten Sequenzen.

Was steckt hinter APNG (Animated Portable Network Graphics)?

Bereits im Jahr 2004 ver­öf­fent­lich­ten die beiden Mozilla-Ent­wick­ler Stuart Parmenter und Vladimir Vukicevic eine erste Spe­zi­fi­ka­ti­on des APNG-Formats, um das Speichern ani­mier­ter Website-Elemente wie eines Throbbers (Grafik, die das Ausführen einer Aktion anzeigt) zu er­mög­li­chen. Zuvor hatte Mozilla die Un­ter­stüt­zung von MNG-Ani­ma­tio­nen (Multiple-Image Network Graphics) ein­ge­stellt, die bis dahin für derartige Kom­po­nen­ten zum Einsatz gekommen waren – al­ler­dings waren sie an eine zu große Decoder-Bi­blio­thek geknüpft. Der Decoder von APNG (der größ­ten­teils vom als Vorbild dienenden und na­mens­ge­ben­den PNG-Format über­nom­men wurde) ist im Vergleich deutlich kleiner. Obwohl häufig auch von ani­mier­ten PNGs zu lesen ist, wurde APNG 2007 als of­fi­zi­el­le Er­wei­te­rung jedoch abgelehnt – ins­be­son­de­re, weil der Großteil der Ver­ant­wort­li­chen PNG als reines Ein­zel­for­mat sah.

Wie ist das APNG-Format aufgebaut?

Auch wenn APNG nicht als of­fi­zi­el­le PNG-Extension zählt, so ist es doch ab­wärts­kom­pa­ti­bel zu dem Ba­sis­for­mat. Ein An­wen­dungs­pro­gramm, das PNG (aber nicht APNG) un­ter­stützt, ist also immer noch imstande, eine APNG-Datei wie­der­zu­ge­ben, wobei in solch einem Fall jedoch nur ein einzelnes Bild und niemals die komplette Animation zu sehen ist.

Technisch gesehen ent­spricht der APNG-Da­ten­strom wei­test­ge­hend dem stan­dard­mä­ßi­gen PNG-Da­ten­strom, dessen Aufbau in der of­fi­zi­el­len Spe­zi­fi­ka­ti­on des Bild­for­mats nach­zu­le­sen ist. Al­ler­dings umfasst das Animated-Portable-Network-Graphics-Format drei zu­sätz­li­che Typen von In­for­ma­ti­ons­blö­cken (Chunks), die die Animation be­schrei­ben und zu­sätz­li­che Rah­men­da­ten be­reit­stel­len:

  • Animation Control Chunk (acTL): Dieser Block in­for­miert den Parser darüber, dass es sich um ani­mier­tes PNG handelt. Er gibt die Anzahl an Frames wieder, aus denen sich die Animation zu­sam­men­setzt, und be­schreibt außerdem, wie häufig die Animation gespielt werden soll, bevor sie stoppt.
  • Frame Control Chunk (fcTL): Das Frame Control Chunk steht jedem in der APNG-Animation ent­hal­te­nen Frame voran. Es enthält eine Reihe von In­for­ma­tio­nen, wobei die wich­tigs­te jene über die An­zei­ge­zeit des je­wei­li­gen Frames ist.
  • Frame Data Chunk (fdAT): Frame Data Chunks ent­spre­chen struk­tu­rell den stan­dard­mä­ßi­gen PNG-Bilddaten-Blöcken (IDAT), sind zu­sätz­lich aber mit einer Se­quenz­num­mer ge­kenn­zeich­net. Die jeweilige Nummer wird au­to­ma­tisch auch dem vor­an­ste­hen­den fcTL-Block zu­ge­ord­net, sodass sich die ver­schie­de­nen Frames jederzeit wieder in die richtige Rei­hen­fol­ge bringen lassen.

APNG vs. GIF: Die Vorzüge von Animated Portable Network Graphics

Dass APNG eine ernst­zu­neh­men­de Al­ter­na­ti­ve zu dem eta­blier­ten GIF darstellt, ver­deut­lich ein Blick auf die Ei­gen­schaf­ten des Mozilla-Formats: So un­ter­stützt APNG eine Farbtiefe von bis zu 24 Bit und damit über 16 Millionen Farben. Das GIF-Format ist mit seinem 8-Bit-Support auf gerade einmal 256 Farben limitiert. Dabei gilt es natürlich im Hin­ter­kopf zu behalten, dass eine höhere Qualität der ani­mier­ten Bilder immer auch zu wach­sen­den Da­tei­grö­ße führt. Da APNG aber ten­den­zi­ell eine geringere Da­tei­grö­ße hat und zudem ein besseres Kom­pres­si­ons­ver­hal­ten als GIF aufweist, lässt sich der Qua­li­täts­vor­teil in jedem Fall nutzen.

Ein weiterer Vorteil: Ani­mier­tes PNG un­ter­stützt nicht nur voll­stän­di­ge, sondern auch partielle (ab­ge­stuf­te) Trans­pa­renz, was eine na­tür­li­che Ein­bin­dung der Ani­ma­tio­nen in das be­stehen­de Web-Layout möglich macht. GIF-Ani­ma­tio­nen bieten lediglich Support für einfache Trans­pa­renz, wodurch um die Grafik herum unschöne Kanten entstehen können (dort, wo diese auf den Hin­ter­grund trifft).

APNG GIF
Ver­öf­fent­li­chung 2004 1987
Farbtiefe 24 Bit 8 Bit
Framerate un­be­grenzt 10 Frames pro Sekunde
Trans­pa­renz voll­stän­dig und partiell voll­stän­dig
Kom­pres­si­on sehr gut gut

Op­ti­mie­rungs­be­darf im Vergleich zu GIF und leichte Nachteile hat APNG aktuell noch in Sachen Browser-Support – wobei das Format auch in dieser Hinsicht auf dem Vormarsch ist: Nachdem Firefox als Mozillas haus­ei­ge­ne Lösung lange Zeit der einzige Web­brow­ser war, der die ani­mier­ten PNG-Dateien korrekt wie­der­ge­ben konnte, sind in­zwi­schen auch Chrome und Safari (Desktop- und Mobile-Versionen) sowie Opera (nur Desktop) dazu in der Lage. Andere Browser – wie der Internet Explorer oder der Nach­fol­ger Microsoft Edge – können die PNG-Ani­ma­tio­nen auch weiterhin nicht abspielen. Eine um­fang­rei­che Auf­lis­tung der Browser mit bzw. ohne APGN-Support bietet der Web­ser­vice „Can I Use“.

APNG erstellen – so funk­tio­niert’s

Um eigene APNGs zu erstellen, benötigen Sie zunächst eine geeignete Software. Diese muss entweder das Zu­sam­men­fü­gen mehrerer PNG-Dateien in einer einzelnen APNG-Datei erlauben oder fremde Da­tei­for­ma­te in PNG und ani­mier­tes PNG kon­ver­tie­ren können. Was diese Funk­tio­nen betrifft, haben Sie wie so oft die Wahl zwischen klas­si­schen Desktop-Pro­gram­men und Web­an­wen­dun­gen. Im Folgenden stellen wir Ihnen mit APNG Assembler und dem Animated PNG Maker von ezgif.com bei­spiel­haft je eine Lösung beider Typen vor.

APNG Assembler: So erstellen Sie APNG-Ani­ma­tio­nen mit dem Open-Source-Tool

Das MIT- und zlib-li­zen­zier­te Kom­man­do­zei­len­tool APNG Assembler können Sie auf allen gängigen Platt­for­men verwenden. Als Windows-Nutzer steht Ihnen sogar eine grafische Be­nut­zer­ober­flä­che zur Verfügung, die Sie kos­ten­frei auf der of­fi­zi­el­len Pro­jekt­sei­te her­un­ter­la­den können. Machen Sie von dieser Mög­lich­keit Gebrauch, starten Sie das Tool per Dop­pel­klick auf die Datei „apngasm_gui“.

Um nun eigene APNGs zu erstellen, benötigen Sie passendes Bild­ma­te­ri­al im PNG-Format: Funk­tio­nen zum Kon­ver­tie­ren von Bildern, Ani­ma­tio­nen oder gar Videos in anderen Formaten wie JPEG, GIF oder MPEG bietet die Software nämlich nicht. Haben Sie die ge­wünsch­ten Bilder parat, ziehen Sie diese ganz einfach via Drag-and-drop in das hierfür vor­ge­se­he­ne Feld („Input files“):

Sobald Sie alle PNG-Bilder hin­zu­ge­fügt haben, die in der Animation enthalten sein sollen, können Sie das Setup dieser Animation über die un­ten­ste­hen­den Optionen spe­zi­fi­zie­ren:

  • Playback Settings: In den Wie­der­ga­be­op­tio­nen stellen Sie ein, wie oft die Animation wie­der­holt werden soll (stan­dard­mä­ßig ohne Be­gren­zung). Hierfür entfernen Sie einfach das Häkchen aus „Play in­de­fi­ni­te­ly“ und tragen die ent­spre­chen­de Zahl ein. Zudem können Sie die Option „Skip the first frame“ auswählen, wenn Sie wollen, dass das erste Frame in der Animation über­sprun­gen wird.
  • Com­pres­si­on Settings: APNG Assembler stellt mit zlib, 7zip und Zopfli drei ver­schie­de­ne Al­go­rith­men für die Kom­pri­mie­rung der Animation zur Verfügung. In den Kom­pri­mie­rungs­ein­stel­lun­gen können Sie einen dieser Al­go­rith­men auswählen. Außerdem können Sie an dieser Stelle die Op­ti­mie­rung von Farb­pa­let­te und Farbtypen durch das Tool ak­ti­vie­ren bzw. de­ak­ti­vie­ren.
  • Delays – All Frames/Selected Frames: Unter „Delays” stellen Sie den zeit­li­chen Abstand zwischen den einzelnen Bildern der Animation ein. Sie können entweder eine all­ge­mein­gül­ti­ge Ein­stel­lung für alle Frames treffen oder den Abstand Bild für Bild in­di­vi­du­ell bestimmen.

Haben Sie die ge­wünsch­ten Ein­stel­lun­gen vor­ge­nom­men, erstellen Sie die APNG-Datei durch einen Klick auf „Make Animated PNG“. Das Resultat können Sie im Anschluss mit jedem Wie­der­ga­be­pro­gramm be­trach­ten, das das Format un­ter­stützt. Also bei­spiels­wei­se mit Ihrem Browser.

APNGs erstellen mit dem Web-Tool Animated PNG Maker von ezgif.com

Der Animated PNG Maker der Website ezgif.com basiert teilweise auf dem zuvor prä­sen­tier­ten Kom­man­do­zei­len- und Desktop-Tool APNG Assembler. Aus diesem Grund funk­tio­niert es sehr ähnlich, auch wenn Sie den Service nicht einfach direkt starten können, sondern mit dem Browser Ihrer Wahl aufrufen müssen. Im ersten Schritt fügen Sie auch in diesem Tool die ge­wünsch­ten Bild­da­tei­en hinzu. Anders als bei APNG Assembler sind Sie dabei nicht auf das PNG-Format be­schränkt: Der Web­ser­vice erlaubt auch die Im­ple­men­tie­rung von Bildern im JPG-, WebP- oder GIF-Format. Sie klicken einfach auf „Durch­su­chen“, wählen die Dateien Ihrer Wahl aus und klicken auf „Upload!“.

Mithilfe der ebenfalls aus APNG Assembler bekannten Ein­stel­lungs­mög­lich­kei­ten (Delay, Wie­der­ga­be­op­tio­nen und Kom­pri­mie­rung) legen Sie an­schlie­ßend das Grund-Setup der Animation fest. Via „Make APNG!“ können Sie schließ­lich Ihr eigenes APNG erstellen und lokal ab­spei­chern.

So wandeln Sie Videos und GIF-Ani­ma­tio­nen mit den ezgif.com-Kon­ver­tern in APNGs um

Nicht immer ist es prak­ti­ka­bel, eine neue Animation aus einzelnen Bild­da­tei­en zu­sam­men­zu­set­zen. So ist es bei­spiels­wei­se nicht unüblich, dass man einen kleinen Videoclip parat hat, den man zu einer APNG-Animation umwandeln möchte. Auch hierfür gibt es auf ezgif.com das passende Werkzeug: Mit „Video to APNG“ können Sie bis zu 120 Megabyte große Vi­deo­da­tei­en hochladen und diese an­schlie­ßend in eine APNG-Animation kon­ver­tie­ren. Un­ter­stütz­te Formate sind dabei unter anderem MP4, WebM, AVI, MPEG, FLV, MOV und 3GP.

Ferner hält die Website mit „GIF to APNG“ auch einen Konverter für die Um­wand­lung von GIF-Ani­ma­tio­nen in ani­mier­tes PNG bereit. Mit diesem Tool können Sie bis zu 35 Megabyte große GIFs auf Ihrer Fest­plat­te in dem al­ter­na­ti­ven Ani­ma­ti­ons­for­mat speichern. Darüber hinaus können Sie auch GIFs von Platt­for­men wie Giphy umwandeln, indem Sie deren URL in die Zeile „OR paste image url“ eingeben und auf „Upload!“ klicken. In beiden Fällen starten Sie den Kon­ver­tie­rungs­pro­zess nach dem Upload durch einen Klick auf „Convert to APNG!“. Zuvor können Sie das Original aber auf viel­fäl­ti­ge Weise anpassen und op­ti­mie­ren, indem Sie bei­spiels­wei­se die Ab­spiel­ge­schwin­dig­keit verändern, Texte und Effekte hin­zu­fü­gen oder zu­sätz­li­che Kom­pri­mie­rungs­ver­fah­ren anwenden.

Fazit: Leis­tungs­star­ke GIF-Al­ter­na­ti­ve aus dem Hause Mozilla

Animated Portable Network Graphics hat zahl­rei­che Vorteile im Vergleich zum GIF-Format. So erlaubt es Ani­ma­tio­nen, deren Qualität die von GIF-Ani­ma­tio­nen deutlich über­steigt. Haben beide die gleiche Qua­li­täts­stu­fe, zeichnen sich APNGs dank ef­fek­ti­ve­rer Kom­pri­mie­rungs­al­go­rith­men durch eine geringere Da­tei­grö­ße aus. Dass ani­mier­tes PNG dennoch kaum zur Anwendung kommt, liegt vor allem an der lü­cken­haf­ten Un­ter­stüt­zung durch die An­wen­dungs­pro­gram­me. So fehlt bisher nicht nur einigen Browsern der APNG-Support, sondern auch diversen Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Social-Media-Apps, bei denen die Ver­wen­dung von Ani­ma­tio­nen eine wichtige Rolle spielt.

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