K3S ist eine leicht­ge­wich­ti­ge und besonders res­sour­cen­scho­nen­de Dis­tri­bu­ti­on von Ku­ber­netes, die speziell für Edge-Computing, IoT-Geräte und kleinere Um­ge­bun­gen ent­wi­ckelt wurde. Es bietet die Kern­funk­tio­nen von Ku­ber­netes, ist aber stark optimiert und ver­ein­facht, um auch auf Geräten mit geringer Re­chen­leis­tung laufen zu können.

Worum handelt es sich bei K3S?

K3S wurde von Rancher Labs ent­wi­ckelt und ist eine zer­ti­fi­zier­te Ku­ber­netes-Dis­tri­bu­ti­on, die den vollen Funk­ti­ons­um­fang von Ku­ber­netes be­reit­stellt, jedoch mit einem we­sent­lich ge­rin­ge­ren Res­sour­cen­be­darf. Statt komplexer Setups wird K3S als ein einzelnes Binary aus­ge­lie­fert, was die In­stal­la­ti­on und Wartung deutlich ver­ein­facht. Zudem ver­zich­tet es auf nicht unbedingt not­wen­di­ge Kom­po­nen­ten wie einige In-Tree-Treiber und ersetzt diese durch leicht­ge­wich­ti­ge­re Al­ter­na­ti­ven.

Außerdem arbeitet K3S out-of-the-box mit einer SQLite-Datenbank, wodurch es sich besonders gut für kleinere Um­ge­bun­gen eignet. Dennoch kann es auch mit externen Da­ten­ban­ken wie MySQL oder Post­greS­QL verbunden werden, wenn mehr Leistung benötigt wird. Damit bildet K3S einen Kom­pro­miss zwischen leis­tungs­fä­hi­gen Ku­ber­netes-Clustern und einer einfach hand­hab­ba­ren Lösung für res­sour­cen­ar­me Systeme.

Managed Ku­ber­netes
Ku­ber­netes als Managed Service von IONOS Cloud

Die ideale Plattform für per­for­man­te und hoch­ska­lier­ba­re Container-An­wen­dun­gen. Umfassend ins IONOS Cloud Ökosystem in­te­griert und rund um die Uhr pro­fes­sio­nell betreut.

Vorteile und Nachteile von K3S

Bevor man K3S in einer Umgebung einsetzt, lohnt sich ein genauer Blick auf die Vor- und Nachteile. Während es durch seine Leicht­ge­wich­tig­keit und einfache Hand­ha­bung viele Stärken bietet, bringt es zugleich Ein­schrän­kun­gen mit sich, die je nach Ein­satz­sze­na­rio relevant sein können.

Vorteile von K3S

Ein zentraler Vorteil von K3S sind die geringen Sys­tem­an­for­de­run­gen. Hierdurch kann die Software auch auf Geräten wie Raspberry Pi, Single-Board-Computern oder in Edge-Um­ge­bun­gen betrieben werden. Die einfache In­stal­la­ti­on macht K3S darüber hinaus für Ein­stei­ge­rin­nen und Ein­stei­ger sowie Ent­wi­ckeln­de attraktiv, da nur ein einziger Befehl für die Be­reit­stel­lung notwendig ist.

Darüber hinaus ist K3S voll­stän­dig Ku­ber­netes-kom­pa­ti­bel, sodass bekannte Tools, APIs und Workflows ohne An­pas­sun­gen genutzt werden können. Auch im Hinblick auf Wartung und Updates überzeugt es durch au­to­ma­ti­sier­te und ver­ein­fach­te Prozesse, die den ad­mi­nis­tra­ti­ven Aufwand re­du­zie­ren. Außerdem ist die Software durch ihre Fle­xi­bi­li­tät sowohl für Test­um­ge­bun­gen als auch für pro­duk­ti­ve Edge-De­ploy­ments ein­setz­bar.

Nachteile von K3S

Trotz der Vorteile bringt K3S auch einige Ein­schrän­kun­gen mit sich. Für sehr große und komplexe Cluster ist es weniger geeignet, da es nicht denselben Grad an Ska­lier­bar­keit wie her­kömm­li­ches Ku­ber­netes bietet. Außerdem können manche En­ter­pri­se-Features oder In­te­gra­tio­nen fehlen, die in großen Pro­duk­ti­ons­um­ge­bun­gen notwendig sind.

Die Ab­hän­gig­keit von einer in­te­grier­ten SQLite-Datenbank ist zwar für kleine Um­ge­bun­gen praktisch, stößt jedoch bei hohen Lasten schnell an Grenzen. Darüber hinaus erfordert K3S in spe­zia­li­sier­ten Szenarien mit hoher Per­for­mance teils manuelle An­pas­sun­gen. Auch wenn die Software grund­sätz­lich Ku­ber­netes-kom­pa­ti­bel ist, kann es vorkommen, dass manche der Cloud-nativen Tools oder Add-ons nur ein­ge­schränkt funk­tio­nie­ren.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Vorteile Nachteile
Sehr res­sour­cen­scho­nend, läuft auch auf Edge-Geräten Begrenzte Ska­lier­bar­keit für sehr große Cluster
Einfache In­stal­la­ti­on und Ver­wal­tung Manche En­ter­pri­se-Features fehlen
Voll­stän­dig Ku­ber­netes-kom­pa­ti­bel SQLite-Datenbank erreicht bei hoher Last schnell Grenzen
Ideal für IoT, Edge und Test­um­ge­bun­gen Bestimmte Tools/Add-ons ein­ge­schränkt nutzbar
Au­to­ma­ti­sier­te Updates und Wartung An­pas­sun­gen nötig bei spe­zi­el­len Per­for­mance-An­for­de­run­gen

An­wen­dungs­ge­bie­te von K3S

K3S wird in einer Vielzahl von Szenarien ein­ge­setzt, bei denen klas­si­sche Ku­ber­netes-Cluster zu schwer­ge­wich­tig oder komplex wären. Durch die Leicht­ge­wich­tig­keit und die einfache In­stal­la­ti­on eignet sich K3S besonders gut für Um­ge­bun­gen mit be­grenz­ten Res­sour­cen oder spe­zi­el­len An­for­de­run­gen.

IoT

Im Bereich des Internet of Things (IoT) müssen Container-Workloads oft auf Geräten mit sehr be­grenz­ter Hardware betrieben werden, wie zum Beispiel Sensoren, Gateways oder Smart-Home-Con­trol­lern. K3S ist hierfür bestens geeignet, da es speziell für Um­ge­bun­gen mit wenig Ar­beits­spei­cher und Pro­zes­sor­leis­tung optimiert ist. Ent­wick­le­rin­nen und Ent­wick­ler können damit con­tai­ne­ri­sier­te An­wen­dun­gen direkt auf IoT-Geräten ausführen und so eine flexible und ska­lier­ba­re Soft­ware­be­reit­stel­lung er­mög­li­chen.

Edge-Computing

Beim Edge-Computing ist es ent­schei­dend, Daten möglichst nah an ihrer Quelle zu ver­ar­bei­ten, um Latenzen zu re­du­zie­ren und Band­brei­te zu sparen. K3S lässt sich pro­blem­los auf Edge-Geräten wie Routern, Gateways oder Mini-Servern einsetzen und er­mög­licht es, Container direkt vor Ort laufen zu lassen. Dadurch können Daten lokal vor­ver­ar­bei­tet und nur die wirklich re­le­van­ten In­for­ma­tio­nen an zentrale Systeme oder Cloud-Platt­for­men wei­ter­ge­ge­ben werden.

Ent­wick­lungs- und Test­um­ge­bun­gen

Da K3S in wenigen Minuten in­stal­liert werden kann und ver­gleichs­wei­se geringe An­for­de­run­gen hat, wird es häufig in der Soft­ware­ent­wick­lung und zu Test­zwe­cken ein­ge­setzt. Ent­wick­le­rin­nen und Ent­wick­ler können schnell Ku­ber­netes-ähnliche Um­ge­bun­gen aufbauen, ohne große In­fra­struk­tur aufsetzen zu müssen. Dies er­leich­tert das Testen con­tai­ne­ri­sier­ter An­wen­dun­gen unter rea­li­täts­na­hen Be­din­gun­gen, ohne direkt ein kom­plet­tes Pro­duk­ti­ons­clus­ter be­reit­stel­len zu müssen.

Kleine Pro­duk­ti­ons­um­ge­bun­gen

Nicht jedes Un­ter­neh­men benötigt die volle Leis­tungs­fä­hig­keit und Kom­ple­xi­tät von Ku­ber­netes. Für kleinere Firmen oder spe­zia­li­sier­te Projekte reicht K3S oft voll­kom­men aus, um con­tai­ne­ri­sier­te An­wen­dun­gen stabil und sicher zu betreiben. Es reduziert den Ad­mi­nis­tra­ti­ons­auf­wand erheblich und er­mög­licht trotzdem den Einsatz moderner Cloud-Native-Tech­no­lo­gien.

Al­ter­na­ti­ven zu K3S

Obwohl K3S in vielen Szenarien eine sehr at­trak­ti­ve Lösung ist, gibt es ver­schie­de­ne Al­ter­na­ti­ven, die je nach Ein­satz­zweck besser geeignet sein können.

  • Ku­ber­netes (Stan­dard­ver­si­on): Die her­kömm­li­che Ku­ber­netes-Dis­tri­bu­ti­on ist die um­fas­sends­te Lösung und bietet alle Features, die für große, komplexe und hoch­ska­lier­ba­re Pro­duk­ti­ons­um­ge­bun­gen notwendig sind. Im Vergleich K8S vs. K3S eignet sich das klas­si­sche Ku­ber­netes ideal für Un­ter­neh­men mit hohen An­for­de­run­gen an Aus­fall­si­cher­heit, Si­cher­heit und Au­to­ma­ti­sie­rung.
  • MicroK8s: Die leicht­ge­wich­ti­ge Ku­ber­netes-Dis­tri­bu­ti­on von Canonical richtet sich besonders an Ent­wi­ckeln­de und kleinere Cluster. Sie lässt sich mit einem einzigen Befehl in­stal­lie­ren und un­ter­stützt modulare Add-ons, sodass Nut­ze­rin­nen und Nutzer flexibel ent­schei­den können, welche Features sie benötigen.
  • Minikube: Minikube ist vor allem für den lokalen Einsatz gedacht und bietet Ent­wi­ckeln­den eine schnelle Mög­lich­keit, Ku­ber­netes auf dem eigenen Rechner aus­zu­pro­bie­ren. Es ist nicht für den pro­duk­ti­ven Betrieb geeignet, sondern dient in erster Linie zum Testen und Lernen. Durch seine einfache Hand­ha­bung ist Minikube eine beliebte Wahl, um erste Er­fah­run­gen mit Ku­ber­netes zu sammeln.
  • Docker Swarm: Docker Swarm ist eine al­ter­na­ti­ve Container-Or­ches­trie­rungs­lö­sung, die direkt in Docker in­te­griert ist. Im Vergleich zu Ku­ber­netes ist sie deutlich einfacher zu bedienen, bietet aber auch weniger Funk­tio­nen und Ska­lie­rungs­mög­lich­kei­ten. Für kleinere Projekte oder Teams, die bereits intensiv mit Docker arbeiten, kann Docker Swarm dennoch eine schlanke und prag­ma­ti­sche Lösung sein.
Zum Hauptmenü