Millionen Nutzer ver­öf­fent­li­chen ihre Musik über die In­ter­net­platt­form Sound­Cloud. Das Spektrum reicht dabei von eta­blier­ten Musikern und Mu­sik­pro­du­zen­ten bis hin zu kleinen, kaum bekannten Bands und So­lo­künst­lern. Sound­Cloud hat sich zum meist­ge­nutz­ten Dienst seiner Art ent­wi­ckelt – al­ler­dings exis­tie­ren in­zwi­schen auch zahl­rei­che Al­ter­na­ti­ven: Bandcamp, Mixcloud, hearthis.at und weitere Online-Angebote sind Musik-Streaming-Seiten wie Sound­Cloud und eignen sich ebenfalls für den Upload eigener Songs und deren Ver­mark­tung. Doch was sind in diesem Bereich die besten Anbieter und worin un­ter­schei­den sich die einzelnen Dienste?

Sound­Cloud im Portrait

Sound­Cloud ist der Markt­füh­rer unter den Online-Mu­sik­diens­ten, mit denen man seine Songs komplett in Ei­gen­re­gie ver­öf­fent­li­chen kann. Die Plattform eignet sich für die Prä­sen­ta­ti­on von Musik aller Genres – sowohl für Musiker als auch für Mu­sik­la­bels. Einzige Vor­aus­set­zung für den Upload einer Au­dio­da­tei: Man muss über die Ver­brei­tungs­rech­te des ver­öf­fent­lich­ten Au­dio­ma­te­ri­als verfügen und es dürfen keine Ur­he­ber­rech­te verletzt werden. Dabei hat sich der Funk­ti­ons­um­fang des Dienstes im Laufe der Zeit durchaus gewandelt. Zwar ist die Website schon seit langem glei­cher­ma­ßen für Mu­sik­pro­du­zen­ten als auch für die Hö­rer­schaft in­ter­es­sant – auffällig ist jedoch, dass sich das Angebot vor allem in Hinblick auf das Mu­sik­hö­ren wei­ter­ent­wi­ckelt hat.

Hin­ter­grün­de

Sound­Cloud wurde 2007 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Berlin. Ur­sprüng­lich sollte die Website nur dem Austausch von Aufnahmen zwischen Musikern bzw. Pro­du­zen­ten dienen. Doch schnell hat sich der Dienst zu einer Plattform ent­wi­ckelt, über die jeder Zugriff auf die von den Künstlern hoch­ge­la­de­nen Lieder hat und diese per Stream direkt auf der Website hören kann – selbst ohne Re­gis­trie­rung.

Im Laufe der Zeit hat sich Sound­Cloud in gewisser Weise zu einer Art YouTube zum Abspielen von Songs ent­wi­ckelt. Dabei wird der Dienst über­wie­gend von Mu­sik­künst­lern genutzt, die bei keinem großen Mu­sik­la­bels unter Vertrag stehen: Die meisten Profile auf Sound­Cloud gehören zu Musikern, die mehr oder weniger ei­gen­stän­dig bzw. mit einem eher kleineren Plat­ten­la­bel im Rücken arbeiten.

Mitt­ler­wei­le hat Sound­Cloud nach Ver­hand­lun­gen mit diversen Mu­sik­la­bels al­ler­dings neben den Uploads solch eher un­be­kann­ten Künstler auch eine große Palette an populärer und stärker kom­mer­zi­ell aus­ge­rich­te­ter Musik im Angebot. Die neu da­zu­ge­kom­me­nen Songs sind al­ler­dings nur im Sound­Cloud-Go-Abo verfügbar. Alle von den Künstlern und Labels selbst hoch­ge­la­de­nen Songs sind hingegen nach wie vor kos­ten­frei verfügbar.

Nutzer

Künstler aller Mu­sik­gen­res nutzen den Dienst zur Ver­öf­fent­li­chung ihrer Musik. Die Website eta­blier­te sich außerdem schnell als be­lieb­tes­te Plattform für den Upload von Mixtapes, Remixes oder ganzer DJ-Sets. Laut Sound­Cloud hat der Dienst in­zwi­schen über 175 Millionen Nutzer und ist eine Plattform sowohl für Pro­du­zen­ten als auch für Kon­su­men­ten von Musik: Künstler und Labels nutzen die Website für die Dis­tri­bu­ti­on und das Marketing, wogegen Mu­sik­be­geis­ter­te die ver­öf­fent­lich­ten Songs anhören und erwerben können. In­zwi­schen findet man neben Musik aber auch Podcasts und an­der­wei­ti­ges Au­dio­ma­te­ri­al auf der Website.

Mit dem kos­ten­pflich­ti­gen Abon­ne­ment Sound­Cloud Go hat das Un­ter­neh­men seinen Mu­sik­ka­ta­log enorm ver­grö­ßert und möchte au­gen­schein­lich Spotify, Apple und anderen großen Musik-Streaming-Anbietern stärker Kon­kur­renz machen. Vom Auf­sto­cken des Sor­ti­ments ver­spricht sich das Un­ter­neh­men neben einer weiteren Ein­nah­me­quel­le unter anderem auch eine größere Anzahl an re­gel­mä­ßi­gen Nutzern bzw. Hörern. Dies kann auch für ver­gleichs­wei­se un­be­kann­te Musiker, die über die Plattform ihre Werke pu­bli­zie­ren, Vorteile bringen: Denn je mehr User den Dienst zum Mu­sik­hö­ren nutzen, umso größer ist dessen Reich­wei­te und die Zahl po­ten­zi­el­ler Hörer für jeden auf Sound­Cloud ver­tre­te­nen Künstler.

Un­be­kann­te­re Musiker können hierbei auch von der Mög­lich­keit pro­fi­tie­ren, dass sie von Sound­Cloud als Al­ter­na­ti­ve für po­pu­lä­re­re Künstler desselben Genres gehandelt und den Hörern unter „Suggested Tracks“ vor­ge­schla­gen werden. Ein Al­go­rith­mus leitet die Mu­sik­emp­feh­lun­gen für jeden Nutzer aus dessen bis­he­ri­gen Hör­ge­wohn­hei­ten auf Sound­Cloud und den Likes und Shares von Künstlern und Songs ab. Dadurch entstehen dann in­di­vi­du­el­le Mu­sik­vor­schlä­ge für jeden User.

Preis­mo­del­le und Funk­tio­nen

Wenn Sie auf Sound­Cloud Ihre Musik pu­bli­zie­ren möchten, haben Sie hierfür ver­schie­de­ne Optionen: Das kos­ten­lo­se Konto er­mög­licht Ihnen den Upload von insgesamt bis zu 3 Stunden an Au­dio­ma­te­ri­al. Mit dem Pro Account (5 Euro im Monat oder 45 Euro im Jahr) ver­grö­ßert sich der Platz um das Doppelte auf 6 Stunden und mit dem Pro Unlimited (9 Euro monatlich oder 99 Euro im Jahr) können Sie un­be­grenzt viel Au­dio­ma­te­ri­al hochladen.

Falls Sie Sound­Cloud zum Mu­sik­hö­ren verwenden möchten, gibt es auch dafür ver­schie­de­ne Modelle. Das Streaming der Au­dio­da­tei­en, die abseits von Sound­Cloud Go angeboten werden (was mit Abstand größere Teil ist) funk­tio­niert voll­stän­dig ohne Anmeldung – al­ler­dings er­mög­licht die kos­ten­lo­se Re­gis­trie­rung darüber hinaus den Gratis-Download vieler Songs. Dabei ent­schei­den die Mu­sik­an­bie­ter selbst, ob bzw. welche Songs her­un­ter­ge­la­den werden können. Um Sound­Cloud Go nutzen zu können (die er­wei­ter­te Mu­sik­da­ten­bank von über 135 Millionen Tracks mit vielen Werken pro­mi­nen­ter Musiker), müssen User 9,99 Euro im Monat in­ves­tie­ren – als Pro-Unlimited-User erhalten Sie Sound­Cloud Go bereits für monatlich 1,99 Euro. Außerdem er­mög­licht Sound­Cloud Go, Musik auch offline zu hören, und ist – anders als bei der kos­ten­lo­sen Nutzung – voll­kom­men werbefrei.

Sound­Cloud bietet aber nicht nur Musik, sondern funk­tio­niert auch als soziales Netzwerk. An­ge­mel­de­te Nutzer können den Profilen anderer folgen sowie Mu­sik­stü­cke liken und teilen. Ein Mar­ken­zei­chen des Web­diens­tes ist die Dar­stel­lung der Zeit­leis­te eines jeden Songs in Wel­len­form – auf dieser Leiste ist es ein­ge­logg­ten Benutzern möglich, Lieder bzw. bestimmte Stellen eines Stücks zu kom­men­tie­ren. Die bereits an­ge­spro­che­ne Suggested-Tracks-Funktion und andere Features kann jeder nutzen, der einen eigenen Account auf der Seite ein­ge­rich­tet hat. Für all diese Funk­tio­nen reicht im Übrigen ein kos­ten­frei­es Konto voll­kom­men aus. Außerdem besteht die Mög­lich­keit, sein Konto mit Facebook, Twitter, Google+ und Tumblr zu ver­knüp­fen und auf diese Weise Inhalte von Sound­Cloud zu ver­mark­ten.

Vor- und Nachteile

Der viel­leicht größte Pluspunkt von Sound­Cloud ist, dass es sich bei dem Webdienst um einen au­then­ti­schen und le­ben­di­gen Teil der ge­gen­wär­ti­gen Mu­sik­sze­ne handelt: Es ist ein extrem bekannter und hoch­fre­quen­tier­ter Treff­punkt für Mu­sik­ma­cher und -liebhaber. Viele Musiker und Mu­sik­pro­du­zen­ten sehen es praktisch als Selbst­ver­ständ­lich­keit an, eine eigene Sound­Cloud-Seite zu betreiben. Denn die ist schnell und einfach angelegt und kann sich mit dem richtigen Marketing zur perfekten digitalen Vi­si­ten­kar­te für einen Künstler ent­wi­ckeln. Dabei ist es auch möglich, per App (er­hält­lich für iOS und Android) auf den Dienst zu­zu­grei­fen und sein Konto darüber zu verwalten.

Aus Sicht der Musiker hat Sound­Cloud jedoch das Manko, dass man seine Musik nicht direkt über die Plattform verkaufen kann – so ist es bei­spiels­wei­se nicht möglich, den Download eines Songs gegen Bezahlung an­zu­bie­ten. Der Online-Vertrieb ist nur unter Nutzung anderer Dienste möglich, die in Sound­Cloud ein­ge­bun­den oder über die eigene Seite verlinkt werden. Andere Anbieter er­mög­li­chen hingegen ihren Nutzern den direkten Verkauf ihrer Stücke (bei­spiels­wei­se Bandcamp). Das ist nicht nur praktisch für die Künstler, sondern ver­ein­facht den Hörern auch den Kauf von neu ent­deck­ter Musik.

Vorteile Nachteile
Grund­le­gen­de Funk­tio­nen, viele Features sowie die Apps für Android und iOS sind kos­ten­frei Kos­ten­pflich­ti­ges Konto notwendig, wenn man mehr als 3 Stunden an Au­dio­ma­te­ri­al anbieten möchte
Enorme Reich­wei­te und un­kom­pli­zier­tes Hochladen der Aufnahmen Bietet keine direkte Ver­kaufs­mög­lich­keit für die eigenen Werke
Viele Funk­tio­nen wie bei den sozialen Netz­wer­ken (Likes and Shares) und Anbindung an selbige, was sich fürs Marketing nutzen lässt.  

Al­ter­na­ti­ven zu Sound­Cloud

Neben Sound­Cloud gibt es viele Al­ter­na­ti­ven für die Mu­sik­pro­mo­ti­on. Manche Dienste legen den Fokus auf das kos­ten­lo­se Anbieten von Musik, wo­hin­ge­gen andere sich stärker auf den Verkauf der hoch­ge­la­de­nen Musik fo­kus­sie­ren. Im Folgenden werden einige der besten Anbieter por­trä­tiert und ihre Vor- und Nachteile erläutert. Wie auch Sound­Cloud richten sich die nun vor­ge­stell­ten Dienste sowohl an Mu­sik­schaf­fen­de als auch bloße Mu­sik­hö­rer.

Bandcamp

Ebenfalls im Jahr 2007 gegründet, stellt Bandcamp eine der be­kann­tes­ten Sound­Cloud-Al­ter­na­ti­ven dar. Auf dieser Seite findet man vor allem Musiker und Bands, die nicht bei einem der größeren Mu­sik­la­bel unter Vertrag stehen. Künstler, die bei keinem Label sind, ver­mark­ten teilweise ihr kom­plet­tes Son­g­re­per­toire über die Website. Vor allem bei Rock- und Indie-Bands erfreut sich Bandcamp großer Be­liebt­heit. 2014 wurde mit „Bandcamp for Labels“ zudem ein neues Segment ein­ge­führt, das nach und nach von ver­schie­de­nen bekannten In­de­pen­dent-Labels wie Sub Pop, Epitaph, Ipecac, Ninja Tune oder Fat Wreck Chords genutzt wurde. Die Anmeldung bei Bandcamp ist für Künstler kostenlos. Labels müssen hingegen 20 US-Dollar monatlich zahlen, wenn sie bis zu 15 Acts auf ihrer Bandcamp-Seite promoten – falls es mehr sind, steigen die Kosten auf 50 US-Dollar im Monat, wobei dann aber auch beliebig viele Bands und Musiker über die Seite ver­mark­tet werden können. Bandcamp er­mög­licht dabei den Verkauf der eigenen Musik. Sobald Sie einen eigenen Account haben (egal, ob Künstler oder Label), können Sie selbst ent­schei­den, ob Sie Ihre Musik kostenlos oder ge­büh­ren­pflich­tig zum Download anbieten. Die Anzahl an kos­ten­lo­sen Downloads ist dabei be­schränkt, kann jedoch mit der Zahlung eines kleinen Betrags ver­grö­ßert werden. Die Ge­winn­be­tei­li­gung an den Mu­sik­ver­käu­fen fällt bei Bandcamp relativ niedrig aus: 15 Prozent des Ver­kaufs­prei­ses geht an die Plattform, den Rest behalten Sie. Wenn ein Album mehr als 50.000 Downloads verbuchen konnte, sinkt die Provision sogar auf nur 10 Prozent. Sollten Sie auch physische Tonträger wie CDs oder Schall­plat­ten seiner Musik oder Mer­chan­di­sing-Artikel anbieten, können auch diese über die Seite verkauft werden – hierbei entfallen ebenfalls 10 Prozent des Ver­kaufs­prei­ses an Bandcamp. Die Funk­tio­nen eines sozialen Netzwerks bietet die Website al­ler­dings nicht. Man kann lediglich Nutzern folgen und deren Inhalte teilen und in eine Website einbetten. Jedoch kann man keine öf­fent­lich ein­seh­ba­ren Kom­men­ta­re hin­ter­las­sen und dem Musiker auch keine Nachricht über Bandcamp senden. Sie können als Musiker bzw. Mu­sik­an­bie­ter lediglich auf andere Kanäle wie die eigene Website oder Ihren Social-Media-Account verlinken.

Vorteile Nachteile
Kos­ten­lo­se Nutzung und relativ große Reich­wei­te Keine Social-Media-Kom­po­nen­ten
Verkauf der eigenen Werke pro­blem­los und zu guten Kon­di­tio­nen möglich  

hearthis.at

Auch hearthis.at ist in Deutsch­land be­hei­ma­tet – und nicht nur darin ähnelt der Dienst stark Sound­Cloud: Die Optik und die an­ge­bo­te­nen Features ori­en­tie­ren sich ebenfalls sehr an dem großen Kon­kur­ren­ten. So finden Sie dort die bekannten Wel­len­for­men bei der Dar­stel­lung der Timeline eines Songs, können kom­men­tie­ren, liken und sharen und den Dienst über eine Android- und iOS-App zu nutzen. Was die Mög­lich­keit des Geld­ver­die­nens mit der eigenen Musik betrifft, über­trumpft hearthis.at aber sein Vorbild: Über hearthis.at können Sie die Ihre Mu­sik­da­tei­en ganz einfach verkaufen – und das bereits bei kos­ten­lo­ser Mit­glied­schaft. Als Provision behält der Anbieter den Warenwert jedes zehnten Verkaufs über die Website ein. In der kos­ten­frei­en Variante können Sie maximal 1.500 MB an MP3-Au­dio­ma­te­ri­al hochladen. Wem das nicht reicht, der kann für monatlich 4 Euro oder 33 Euro im Jahr nach Belieben Dateien hochladen und ver­öf­fent­li­chen (mögliche Formate im Premium Account: MP3, FLAC, WAV, AIF, M4A, AAC, OGG oder WMA). Somit bildet hearthis.at ei­gent­lich die ideale Al­ter­na­ti­ve zu Sound­Cloud – wären da nicht zwei Probleme. Ei­ner­seits hat die Plattform den faden Bei­geschmack, dass so gut wie alles an dem Web­auf­tritt von Sound­Cloud ab­ge­kup­fert worden ist. Ei­gen­stän­dig­keit ver­mit­telt nur die Funktion der Weltkarte, auf der man sehen kann, wie viele hearthis.at-Nutzer mit einer be­stimm­ten Mu­sik­rich­tung getaggt und wo diese verortet sind. Und die wenigen Er­geb­nis­tref­fer in dieser Karte of­fen­ba­ren direkt das zweite Problem von hearthis.at: den geringen Be­kannt­heits­grad. Bisher hat der Anbieter einfach noch zu wenige Nutzer, um Sound­Cloud wirklich den Rang als Musik-Streaming-Plattform Nummer 1 ablaufen zu können.

Vorteile Nachteile
Verfügt bereits in der kos­ten­lo­sen Version über die meisten not­wen­di­gen Funk­tio­nen Sehr viel geringere Reich­wei­te als das Vorbild Sound­Cloud
Verkauf der eigenen Mu­sik­da­tei­en ist un­kom­pli­ziert und die Provision hierbei fair Fehlende Ei­gen­stän­dig­keit: Es ist hin­sicht­lich Funk­tio­nen und Design ein Sound­Cloud-Imitat
Social-Media-Kom­po­nen­ten und Bedienung via App möglich  

Mixcloud

Mixcloud un­ter­schei­det sich (trotz ähnlich klin­gen­dem Namen) schon im Ansatz deutlich von Sound­Cloud. So liegt etwa das mu­si­ka­li­sche Augenmerk ganz klar auf der Ver­öf­fent­li­chung von DJ-Mixen. Zwar lassen sich solche Mixe selbst­ver­ständ­lich auch in großer Fülle bei Sound­Cloud finden, jedoch be­inhal­tet der Katalog des Markt­füh­rers auch sehr viele klas­si­sche Songs mit einer Dauer zwischen 3 bis 6 Minuten. Abseits des Angebots an DJ-Mixen versteht sich Mixcloud zudem als Online-Plattform für Podcasts und Radio-Shows (sowohl mit als auch ohne Mu­sik­an­tei­len). Pro­mi­nen­te User von Mixcloud sind z. B. Barack Obama, Ted Talks und die Tech­no­lo­gie-Website Wired. Diese ein­zig­ar­ti­ge Aus­rich­tung hin­sicht­lich der Audio-Inhalte macht den Dienst zu einem recht au­ßer­ge­wöhn­li­chen Anbieter unter den Musik-Streaming-Websites. Er­wäh­nens­wert ist auch, dass Mixcloud mit einer relativ großen, in­ter­na­tio­nal aus­ge­rich­te­ten Reich­wei­te punkten kann. Der Basic Account ist kostenlos, bietet den Hörern Zugriff auf die gesamte Datenbank und Mu­sik­pro­du­zen­ten un­li­mi­tier­te Uploads – al­ler­dings müssen User mit ihm auch Wer­be­ein­blen­dun­gen in Kauf nehmen. Die Hö­rer­schaft kann sich mit einem Premium-Konto Wer­be­frei­heit sichern – es kostet monatlich 5,99 Euro oder jährlich 59,99 Euro. Mu­sik­pro­du­zen­ten können hingegen für 11 Euro im Monat bzw. 99 Euro im Jahr den Pro-Account erwerben und auf eine größere Fülle an Sta­tis­ti­ken und Funk­tio­nen nutzen (bei­spiels­wei­se den au­to­ma­ti­sier­ten und datierten Upload von Dateien oder ein in­di­vi­dua­li­sier­ten Mixcloud-Auftritt). Ein Manko stellt die fehlende Download-Option dar: Mixcloud ist eine reine Streaming-Website.

Vorteile Nachteile
Richtet sich an ein Ni­schen­pu­bli­kum: Wer diese Ziel­grup­pe an­spre­chen will, findet sie bei Mixcloud eher als bei den kon­kur­rie­ren­den Anbietern. Richtet sich an ein Ni­schen­pu­bli­kum: Wer keine Mixe oder Audio-Shows pro­du­ziert, wirkt hier mit seinem Au­dio­ma­te­ri­al fehl am Platz
Keine Be­schrän­kun­gen beim Upload der Au­dio­da­tei­en und ver­hält­nis­mä­ßig große Reich­wei­te Erlaubt nur Streaming – Download des Au­dio­ma­te­ri­als nicht möglich

The Future FM

Mit The Future FM ist ein weiteres un­kon­ven­tio­nel­les Musik-Streaming-Projekt, das als Sound­Cloud-Al­ter­na­ti­ve infrage kommt. Der Dienst un­ter­schei­det sich bereits hin­sicht­lich der durch­schnitt­li­chen Länge der Mu­sik­bei­trä­ge von seiner Kon­kur­renz: The Future FM ist eine weitere Plattform für DJ-Mixe, wodurch die Streaming-Dateien eher selten eine Spiel­dau­er von unter 15 Minuten haben. Im Un­ter­schied zu Mixcloud kon­zen­triert sich The Future FM jedoch aus­schließ­lich auf solche Mixe, wodurch der Dienst eine gute Adresse für DJs darstellt. Die Hörer können ohne weiteres die Datenbank durch­su­chen und hierbei die Mixe nach ver­schie­de­nen Mu­sik­gen­res oder Stim­mun­gen (etwa fröhlich, ro­man­tisch oder entspannt) filtern. Al­ler­dings ist die Anzahl der gebotenen Musik noch recht über­schau­bar – auch wenn mit Tiësto, David Guetta und anderen bekannten Mu­sik­pro­du­zen­ten einige DJ-Größen den Dienst nutzen. Der Webdienst ist komplett kostenlos und er­mög­licht darüber hinaus sogar den un­be­grenz­ten Upload der Musik. Wer keine Lust auf die Werbung im kos­ten­lo­sen Account hat, kann sich von dieser für 7 US-Dollar im Monat (The Future FM ist in New York City ansässig) frei­kau­fen.

Vorteile Nachteile
Zielt auf ein Ni­schen­pu­bli­kum: Ideal, wenn man DJ-Mixe pro­du­ziert Zielt auf ein Ni­schen­pu­bli­kum: Keine Option, wenn man keine DJ-Mixe pro­du­ziert
Un­be­schränk­ter Upload Geringe Reich­wei­te

Sound­Cloud ist nützlich, al­ter­na­ti­ve Musik-Streaming-Dienste aber auch

Sound­Cloud ist leicht zu bedienen, funk­tio­niert rei­bungs­los und spricht einen riesigen Nut­zer­kreis an – es ist also nicht ohne Grund die be­lieb­tes­te Plattform zur kos­ten­lo­sen Ver­öf­fent­li­chung von Musik. Darüber hinaus lässt sich ein eigener Account schnell und einfach ein­rich­ten, und bereits das Gra­tis­kon­to er­mög­licht einen pro­fes­sio­nel­len Künst­ler­auf­tritt. Man sollte als Mu­sik­schaf­fen­der daher nur mit einem guten Grund auf die Nutzung dieses Portals ver­zich­ten, da man sich sonst einen reich­wei­ten­star­ken Marketing-Kanal ver­schließt.

Dennoch eignen sich auch viele der zuvor be­schrie­be­nen Al­ter­na­ti­ven zu Sound­Cloud für die Mu­sik­ver­mark­tung. Ins­be­son­de­re wenn Sie Ihre Musik im Internet verkaufen wollen, sich jedoch nicht von Grund auf selbst um den Vertrieb und die Ab­rech­nung der Käufe kümmern möchten, stellen Bandcamp und hearthis.at sinnvolle Optionen dar. Die beiden Dienste lassen sich die Be­reit­stel­lung der In­fra­struk­tur mit einer fairen Provision der ver­kauf­ten Produkte bezahlen. Sie müssen bei beiden noch nicht einmal in Vor­leis­tung gehen, um über ihre Musik-Streaming-Platt­for­men Musik online zum Verkauf an­zu­bie­ten.

Aber auch wenn Sie den Hörern Ihre Lieder kos­ten­frei be­reit­stel­len möchten, gibt es ähnliche Musik-Streaming-Seiten wie Sound­Cloud. Einige Anbieter bedienen gezielt mu­si­ka­li­sche Genres und Nischen: Auf Bandcamp finden sich viele Rockbands, wogegen das Ste­cken­pferd von The Future FM und teilweise auch von Mixcloud eher DJ-Mixe sind. Wenn Ihre mu­si­ka­li­schen Werke zu einer der Sparten passen, bietet es sich an, diese auch beim je­wei­li­gen Anbieter online zu stellen.

Bei der Ver­mark­tung von Musik und ent­spre­chen­den Promotion-Aktionen im Internet gilt dasselbe wie bei allen Online-Marketing-Kampagnen: Ein durch­dach­ter und auf die Ziel­grup­pe ab­ge­stimm­ter Marketing-Mix bildet den Schlüssel zum Erfolg. Wenn sich mehrere Platt­for­men zur Ver­mark­tung Ihrer Musik anbieten, sollten Sie auch mehrere in Betracht ziehen und dort ihre Musik uploaden. Wenn Ihre Mu­sik­stü­cke dann noch die Nutzer erreichen, steht der er­folg­rei­chen Mu­sik­pro­mo­ti­on nichts mehr im Wege.

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