Bereits im März 2013 reichte die British Standards In­sti­tu­ti­on (BSI) bei der In­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­ti­on für Normung (ISO) den Vorschlag zur Aus­ar­bei­tung einer in­ter­na­tio­na­len Norm für die An­for­de­run­gen an Ma­nage­ment­sys­te­me für Si­cher­heit und Ge­sund­heit bei der Arbeit ein. Knapp fünf Jahre später konnte mit dem Standard ISO 45001 das end­gül­ti­ge Resultat vor­ge­stellt werden, das nun weltweit nach und nach den bis dato meist­ver­wen­de­ten Standard BS OHSAS 18001 ersetzt.

Was steckt hinter der ISO-45001-Norm?

Die Belastung durch Ar­beits­un­fäl­le und Be­rufs­krank­hei­ten ist sowohl für Ar­beit­ge­ber als auch für die Ge­samt­wirt­schaft ein ernst­haf­tes Problem: Verluste aus Vor­ru­he­stands­re­ge­lun­gen, Fehl­zei­ten und stei­gen­den Ver­si­che­rungs­prä­mi­en reißen Jahr für Jahr große Löcher in die Kassen. Um dieser Pro­ble­ma­tik ent­ge­gen­zu­wir­ken, ent­wi­ckel­te ein Ex­per­ten­team für Ge­sund­heits­schutz und Ar­beits­si­cher­heit die Norm ISO 45001. Der Standard vereint erstmals die Bereiche Ar­beits­schutz und be­trieb­li­ches Ge­sund­heits­ma­nage­ment und ori­en­tiert sich – ins­be­son­de­re hin­sicht­lich der Konzepte – an anderen all­ge­mei­nen Ma­nage­ment­sys­tem­an­sät­zen wie ISO 9001 (Qua­li­täts­ma­nage­ment) und ISO 14001 (Um­welt­ma­nage­ment). Als Grundlage für ISO 45001 dienten u. a. die OHSAS-18001-Norm, der ILO-OSH-Leitfaden der In­ter­na­tio­nal Labour Or­ga­niza­ti­on (Ar­beits­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on der UN) sowie ver­schie­de­ne weitere nationale und in­ter­na­tio­na­le Ar­beits­nor­men und -kon­ven­tio­nen.

Die finale Version von ISO 45001 wurde nach einem fünf­jäh­ri­gen Ent­wick­lungs­pro­zess am 12. März 2018 ver­öf­fent­licht. Für den Umstieg auf den neuen, in­ter­na­tio­na­len Standard hat das In­ter­na­tio­nal Ac­cre­di­ta­ti­on Forum (IAF) eine Über­gangs­frist von drei Jahren vor­ge­se­hen. In diesem Zeitraum können Un­ter­neh­men aktuelle Zer­ti­fi­ka­te nach er­folg­rei­cher ISO-45001-Zer­ti­fi­zie­rung eins zu eins ersetzen. In Deutsch­land ansässige Un­ter­neh­men können sich dabei an den vom Deutschen Institut für Normung (DIN) ver­öf­fent­lich­ten Standard DIN ISO 45001 halten, bei dem es sich um die deutsch­spra­chi­ge Fassung des neuen ISO-Standards für Ar­beits­si­cher­heit und Ge­sund­heits­schutz handelt.

Hinweis

Ge­sund­heits- und Ar­beits­schutz-Ma­nage­ment­sys­te­me sind in Deutsch­land nicht vor­ge­schrie­ben, weshalb die ISO-45001-Zer­ti­fi­zie­rung nicht ver­pflich­tend ist. Wer sein Un­ter­neh­men nach der Norm zer­ti­fi­zie­ren lässt, fördert al­ler­dings aktiv die Relevanz und das Be­wusst­sein für Ge­sund­heit und Si­cher­heit im Betrieb. In der Folge ist nicht nur mit we­sent­lich weniger ge­setz­li­chen Kon­trol­len zu rechnen: Auch das eigene Image wird gestärkt – bei Mit­ar­bei­tern, Kunden und Lie­fe­ran­ten. Eine ord­nungs­ge­mä­ße Umsetzung, die mit einem Zer­ti­fi­kat belohnt wird, hilft außerdem dabei, die be­trieb­li­chen Kosten für Vorfälle, Be­triebs­un­ter­bre­chun­gen, Ver­si­che­rungs­prä­mi­en etc. sowie Ab­we­sen­heits­zei­ten, Aus­fall­zei­ten und die Mit­ar­bei­ter­fluk­tua­ti­ons­ra­te zu re­du­zie­ren.

Vom Vorschlag zur Norm: Die Ent­wick­lungs­schrit­te von ISO 45001

Der Vorschlag, eine in­ter­na­tio­na­le Norm für Ar­beits­si­cher­heit und be­trieb­li­chen Ge­sund­heits­schutz zu er­ar­bei­ten, ging bereits im März 2013 bei der In­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­ti­on für Normung ein. Die Idee kam dabei von der British Standards In­sti­tu­ti­on (BSI), die den bis dato aktuellen Standard BS OHSAS 18001 ent­wi­ckelt hatte und diesen auch als Basis für die neue Ar­beits­schutz­norm empfahl. Im Juli 2013 stimmten die ISO-Mit­glie­der mehr­heit­lich für den Vorschlag der bri­ti­schen Nor­mungs­or­ga­ni­sa­ti­on und gaben damit grünes Licht für die Ent­wick­lung des neuen Standards. Der weitere Ent­ste­hungs­weg der ISO-45001-Norm sah fol­gen­der­ma­ßen aus:

Oktober 2013 Das für die Ent­wick­lung der Norm ge­grün­de­te Pro­jekt­ko­mi­tee ISO/PC 283, das aus 71 teil­neh­men­den und 19 be­ob­ach­ten­den Mit­glie­dern besteht, entwirft einen ersten Working Draft (dt. Ar­beits­ent­wurf). In diesem wird u. a. der Name „ISO 45001“ be­schlos­sen und die High Level Structure (HLS) als Rahmen für die Nor­mer­ar­bei­tung fest­ge­legt.
Juli 2014 Die Ar­beits­grup­pe leitet einen ersten Committee Draft (dt. Komitee-Entwurf) an die na­tio­na­len Nor­mungs­or­ga­ni­sa­tio­nen weiter.
Februar 2015 Die Ar­beits­grup­pe gibt einen zweiten, über­ar­bei­te­ten Committee Draft heraus, der wiederum von den na­tio­na­len Nor­mungs­or­ga­ni­sa­tio­nen geprüft wird.
November 2015 Nachdem mit dem zweiten Komitee-Entwurf ein Konsens erzielt werden konnte, ver­öf­fent­licht die ISO/PC 283 den ersten Draft In­ter­na­tio­nal Standard (dt. Entwurf für in­ter­na­tio­na­len Standard).
Juni 2016 Da 28 Prozent der na­tio­na­len Nor­men­gre­mi­en den ersten Norm­ent­wurf ablehnen, fällt man auf der in­ter­na­tio­na­len Sitzung der ISO-45001-Ar­beits­grup­pe in Toronto den Beschluss, diesen zu über­ar­bei­ten.
Juli 2017 Der über­ar­bei­te­te Draft In­ter­na­tio­nal Standard wird zur Dis­kus­si­on frei­ge­ge­ben.
September 2017 Bei einer Tagung in Malaysia werden die letzten offenen Streit­punk­te im zweiten Norm­ent­wurf dis­ku­tiert und aus dem Weg geräumt. An­schlie­ßend stimmt die deutliche Mehrheit für die Annahme des Entwurfs.
November 2017 Das Komitee ver­öf­fent­licht den Final Draft In­ter­na­tio­nal Standard (dt. Schluss­ent­wurf für in­ter­na­tio­na­len Standard).
Januar 2018 Der Schluss­ent­wurf wird mit 93 Prozent der Stimmen bestätigt.
März 2018 Am 12. März 2018 erscheint die englische Fassung der neuen Norm für Ar­beits­si­cher­heit, die komplett aus­ge­schrie­ben „ISO 45001:2018“ lautet.
Mai 2018 Die deutsch­spra­chi­ge Ausgabe DIN ISO 45001:2018 wird am 22. Mai 2018 ver­öf­fent­licht.

Die Inhalte der DIN-ISO-45001-Norm im Überblick

ISO 45001 liefert wertvolle In­for­ma­tio­nen über die An­for­de­run­gen an ein Ge­sund­heits- und Ar­beits­schutz-Ma­nage­ment­sys­tem. Zu diesem Zweck be­schreibt die Norm die ent­schei­den­den Stell­schrau­ben und bietet darüber hinaus Leitfäden zur sys­te­ma­ti­schen Her­an­ge­hens­wei­se, die Or­ga­ni­sa­tio­nen und Un­ter­neh­men un­ab­hän­gig von Größe und Typ bei der Be­reit­stel­lung sicherer und gesunder Ar­beits­plät­ze un­ter­stüt­zen – egal, ob es sich um eine ge­mein­nüt­zi­ge Or­ga­ni­sa­ti­on, ein Mi­nis­te­ri­um, einen Kleinst­be­trieb oder einen globalen Misch­kon­zern handelt.

Als Resultat der High Level Structure, bei der es sich im Grunde genommen um eine stan­dar­di­sier­te Ver­fah­rens­be­schrei­bung für ISO-Normen handelt, enthält DIN ISO 45001 eine Reihe von Inhalten, die große Ähn­lich­kei­ten bzw. Ge­mein­sam­kei­ten mit den bereits genannten Standards ISO 9001 (Qua­li­täts­ma­nage­ment) und ISO 14001 (Um­welt­ma­nage­ment) aufweisen. Dabei handelt es sich bei­spiels­wei­se um die Er­läu­te­run­gen zum Kontext der Or­ga­ni­sa­ti­on bzw. des Un­ter­neh­mens, in denen nicht nur die Wirkung von Ge­sund­heits- und Si­cher­heits­aspek­ten auf den eigenen Betrieb be­trach­tet wird, sondern auch externe In­ter­es­sen­grup­pen wie Lie­fe­ran­ten und Behörden be­rück­sich­tigt werden.

Ein weiterer zentraler In­halts­punkt der High Level Structure ist die Ver­ant­wor­tung der obersten Hier­ar­chie­ebe­ne. So muss das Ma­nage­ment gemäß der Norm verstärkt in An­ge­le­gen­hei­ten rund um den Arbeits- und Ge­sund­heits­schutz in­vol­viert sein und beim SGA-Ma­nage­ment (Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit) eine tragende Rolle einnehmen.

Hinweis

Ein zentrales Element der High Level Structure und vieler In­halts­punk­te der ISO für Ar­beits­si­cher­heit ist der PDCA-Zyklus, der auch als Deming-Kreis be­zeich­net wird. Dieser be­schreibt den vier­stu­fi­gen Re­gel­kreis des kon­ti­nu­ier­li­chen Ver­bes­se­rungs­pro­zes­ses, wobei PDCA für die vier Schritte „Plan“, „Do“, „Check“ und „Act“ steht. Es geht in diesem Ma­nage­ment­kreis­lauf also darum, Ver­än­de­run­gen und Maßnahmen zunächst zu planen (Plan) und ein­zu­füh­ren (Do), um diese an­schlie­ßend zu ana­ly­sie­ren (Check) und zu op­ti­mie­ren bzw. auf­recht­zu­er­hal­ten (Act). An­schlie­ßend beginnt der PDCA-Zyklus wieder von vorn.

Die folgende Tabelle fasst die wich­tigs­ten The­men­punk­te der ISO-45001-Norm in Kurzform zusammen:

Kontext der Or­ga­ni­sa­ti­on (Kapitel 4) Der Kontext von Un­ter­neh­men bzw. Or­ga­ni­sa­tio­nen ist abhängig von diversen Faktoren wie Größe, Branche oder Struktur und ändert sich kon­ti­nu­ier­lich (Kun­den­an­for­de­run­gen, Ma­te­ri­al­ver­än­de­run­gen etc.). Er muss jedoch – wie die Er­war­tun­gen und Er­for­der­nis­se der Mit­ar­bei­ter – allen in­ter­es­sier­ten Parteien zu jedem Zeitpunkt bekannt sein, um ein passendes SGA-Ma­nage­ment­sys­tem planen und eta­blie­ren zu können.
Führung und Be­tei­li­gung der Mit­ar­bei­ter(Kapitel 5) Das Ma­nage­ment muss eine tragende Rolle bei der Ver­wirk­li­chung, Durch­füh­rung und stetigen Ver­bes­se­rung der SGA-Politik einnehmen und nach­wei­sen. Für die DIN-ISO-45001-Kon­for­mi­tät gilt es außerdem, Rollen, Ver­ant­wort­lich­kei­ten und Be­fug­nis­se für das SGA-Ma­nage­ment zu benennen.
Planung(Kapitel 6) Kapitel 6 der neuen ISO-Norm für Ar­beits­si­cher­heit und be­trieb­li­chen Ge­sund­heits­schutz setzt sich mit den pla­ne­ri­schen Ver­pflich­tun­gen aus­ein­an­der: Dabei geht es ei­ner­seits um die konkrete For­mu­lie­rung der SGA-Ziele inklusive der Planung, wie diese zu erreichen sind (z. B. Gefahren eli­mi­nie­ren, Schutz­aus­rüs­tun­gen be­schaf­fen etc.). An­de­rer­seits sollen Un­ter­neh­men auch Maßnahmen zum Umgang mit Chancen und Risiken festlegen.
Un­ter­stüt­zung (Kapitel 7) ISO 45001 be­schreibt die An­for­de­run­gen an ma­te­ri­el­le und im­ma­te­ri­el­le Res­sour­cen für die Umsetzung der SGA-Maßnahmen. Hierbei geht es bei­spiels­wei­se um die Punkte Kompetenz, Kom­mu­ni­ka­ti­on, Be­wusst­sein (SGA-Ziele und -Mög­lich­kei­ten müssen für alle Parteien klar sein) und Do­ku­men­ta­ti­on (Nachweis für die Wirk­sam­keit der SGA-Struk­tu­ren).
Betrieb (Kapitel 8) Das Kapitel „Betrieb“ be­schäf­tigt sich mit der be­trieb­li­chen Planung und Ge­währ­leis­tung der Si­cher­heits­struk­tu­ren. Hierbei geht es darum, die Basis für eine sichere Ver­wen­dung von Ar­beits­mit­teln, Anlagen, Werk­stof­fen etc. zu schaffen und An­for­de­run­gen an die Nutzung sowie Schutz- und Vor­sichts­maß­nah­men zu kom­mu­ni­zie­ren. Auch der Umgang mit Notfällen wird the­ma­ti­siert.
Bewertung der Leistung (Kapitel 9) Bei der Bewertung der Leistung geht es darum, den Erfolg bzw. die Ef­fek­ti­vi­tät der de­fi­nier­ten SGA-Ziele und -Ver­pflich­tun­gen zu messen: Dabei gilt es z. B. zu ana­ly­sie­ren, ob An­for­de­run­gen erfüllt, Risiken minimiert oder die Struk­tu­ren und Prozesse für Si­cher­heit und Ge­sund­heit am Ar­beits­platz im All­ge­mei­nen ver­bes­sert werden konnten bzw. ob die SGA-Maßnahmen wie gewünscht greifen. ISO 45001 sieht dabei interne Audits inklusive der Bewertung des Ma­nage­ments vor.
Ver­bes­se­rung (Kapitel 10) Am Ende des Ma­nage­ment­kreis­laufs steht „Act“, das auch in der neuen Norm für Ar­beits­si­cher­heit den Abschluss bilden soll. Nach der Aus­wer­tung der SGA-Leistung besteht die Aufgabe einer Or­ga­ni­sa­ti­on bzw. eines Un­ter­neh­mens darin, ent­spre­chen­de Korrektur- bzw. Ver­bes­se­rungs­maß­nah­men ein­zu­lei­ten. Im Sinne des fort­lau­fen­den Op­ti­mie­rungs­an­spruchs beginnt der Zyklus im Anschluss von Neuem (mit der Planung).

Die ersten drei Kapitel behandeln – wie es für ISO-Standards üblich ist – den An­wen­dungs­be­reich, die nor­ma­ti­ven Verweise (Hinweise auf andere Re­gel­wer­ke) sowie die für die Norm re­le­van­ten Begriffe und Ab­kür­zun­gen (wie z. B. SGA). Im Anhang erhalten Un­ter­neh­men eine Anleitung zur Nutzung der Ar­beits­si­cher­heits-ISO.

OHSAS 18001 und ISO 45001 im Vergleich: Das sind die ent­schei­den­den Än­de­run­gen

Die bereits erwähnte High Level Structure (HLS) stellt zwei­fels­oh­ne die ent­schei­den­de Neuerung dar, die ISO 45001 von OHSAS 18001 abhebt und dafür sorgen soll, dass Un­ter­neh­men bzw. Or­ga­ni­sa­tio­nen Maßnahmen für Si­cher­heit und Ge­sund­heits­schutz bei der Arbeit einfacher und besser planen und umsetzen können. Eine weitere Neuheit: Der Kontext der Or­ga­ni­sa­ti­on bzw. der Firma gewinnt in der neuen ISO-Norm an Bedeutung. Drehte sich in OHSAS 18001 alles um die Aus­wir­kun­gen von Si­cher­heits- und Ge­sund­heits­aspek­ten auf das eigene Un­ter­neh­men, fordert DIN ISO 45001 den Blick über den eigenen Tel­ler­rand hinaus. Die Be­rück­sich­ti­gung von externen In­ter­es­sen­grup­pen wie Lie­fe­ran­ten, Behörden und Partnern zählt daher künftig zum Pflicht­pro­gramm.

Hinweis

Ein weiterer Vorteil der High Level Structure als struk­tu­rel­le Instanz der ISO für Ar­beits­si­cher­heit und Ge­sund­heits­schutz an der Arbeit ist die einfache In­te­gra­ti­on in andere HLS-basierte Nor­men­sys­te­me wie ISO 27001 (In­for­ma­ti­ons­si­cher­heits­ma­nage­ment) oder die als Vorbild dienenden ISO 9001 (Qua­li­täts­ma­nage­ment) und ISO 14001 (Um­welt­ma­nage­ment).

Schließ­lich ist OHSAS 18001 im Vergleich zu ISO 45001 noch we­sent­lich zu­rück­hal­ten­der, wenn es um die Rolle der oberen Füh­rungs­eta­ge geht. Diese muss der neuen Norm folgend nicht nur das Be­wusst­sein für die Wich­tig­keit von Ar­beits­si­cher­heit und Ge­sund­heits­schutz am Ar­beits­platz ent­wi­ckeln, sondern auch we­sent­lich mehr Ver­ant­wor­tung bei der Eta­blie­rung und stetigen Ver­bes­se­rung des SGA-Konzepts über­neh­men.

ISO-45001-Zer­ti­fi­zie­rung: Vor­aus­set­zun­gen, Ablauf, Kosten

Prüf­ein­rich­tun­gen wie der TÜV SÜD oder die DEKRA un­ter­stüt­zen Un­ter­neh­men und Or­ga­ni­sa­tio­nen dabei, DIN ISO 45001 im eigenen Betrieb um­zu­set­zen. Im Anschluss an eine er­folg­rei­che Im­ple­men­tie­rung stellen die Kon­troll­stel­len zudem ein ISO-45001-Zer­ti­fi­kat aus, mit dem sich die Un­ter­neh­men bzw. Or­ga­ni­sa­tio­nen dann schmücken können.

Bestimmte Vor­aus­set­zun­gen müssen Firmen für eine solche ISO-45001-Zer­ti­fi­zie­rung nicht erfüllen. Al­ler­dings ist es emp­feh­lens­wert, das ISO-Dokument bereits im Vorhinein zu erwerben und die Inhalte zu studieren. Zudem ist es sinnvoll, sich noch vor der Zer­ti­fi­zie­rung folgenden Aufgaben zu widmen:

  • Über­prü­fung, ob das not­wen­di­ge Fach- und Pro­zess­wis­sen für die Umsetzung von ISO 45001 im Un­ter­neh­men bzw. in der Or­ga­ni­sa­ti­on vorhanden ist – an­dern­falls: Schließen der Wis­sens­lü­cken
  • Benennung eines Ex­per­ten­gre­mi­ums, bestehend aus Ar­beits­schüt­zern und Ma­nage­ment­be­auf­trag­ten
  • Gap-Analyse (dt. Lü­cken­ana­ly­se), um Hand­lungs­be­darf zu ermitteln
  • Be­stim­mung aller be­trieb­li­chen Prozesse, die externe In­ter­es­sens­grup­pen in die Maßnahmen zum Arbeits- und Ge­sund­heits­schutz einbinden
  • Entwurf eines Im­ple­men­tie­rungs­plans

Der Ablauf der ISO-45001-Zer­ti­fi­zie­rung läuft bei den ver­schie­de­nen Prüf­stel­len in der Regel sehr ähnlich ab: Je nachdem, welches Vorwissen das Un­ter­neh­men bzw. die Or­ga­ni­sa­ti­on mitbringt, findet zunächst ein op­tio­na­les In­for­ma­ti­ons­ge­spräch (te­le­fo­nisch oder per­sön­lich) statt, dem sich dann die Zer­ti­fi­zie­rung vor Ort an­schließt. Es folgt ein Audit zur Über­prü­fung der Maßnahmen, das or­dent­lich do­ku­men­tiert wird und in der Bewertung des Ma­nage­ment­sys­tems mündet. Sind alle An­for­de­run­gen erfüllt, erhält der Betrieb das ISO-45001-Zer­ti­fi­kat und das Prüf­sie­gel der je­wei­li­gen Prüf­stel­le. Beides hat eine Gül­tig­keits­dau­er von drei Jahren, wobei alle zwölf Monate ein Über­wa­chungs­au­dit statt­fin­det.

Die Kosten für die Zer­ti­fi­zie­rung nach ISO 45001 hängen ei­ner­seits von der Größe und dem Typ des Un­ter­neh­mens bzw. der Or­ga­ni­sa­ti­on, an­de­rer­seits vom Aufwand der Prüf­stel­le bei der Im­ple­men­tie­rung des SGA-Konzepts ab. Dabei wird für ge­wöhn­lich zu Beginn ein Festpreis ver­han­delt, der sich während des gesamten Zer­ti­fi­zie­rungs­pro­zes­ses nicht ändert.

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