In der heißen Phase der Jobsuche kann es an­stren­gend werden, alle Termine unter einen Hut zu bringen. Immer mehr Ar­beit­ge­ber setzen auf ein mehr­stu­fi­ges Aus­wahl­ver­fah­ren, bei dem die Bewerber mehrmals zu Ge­sprä­chen anreisen müssen oder bei dem die Vor­auswahl mithilfe eines As­sess­sment Centers getroffen wird, bevor die ei­gent­li­chen In­ter­views statt­fin­den. Aus Sicht eines Un­ter­neh­mens ist das ver­ständ­lich, schließ­lich will man die besten Fach­kräf­te finden und für sich gewinnen. Doch für Bewerber kann das belastend sein, besonders wenn sich die po­ten­zi­el­len Ar­beit­ge­ber in den un­ter­schied­lichs­ten Städten oder sogar im Ausland befinden.

Aus diesem Grund bieten in­zwi­schen viele Ar­beit­ge­ber an, in der ersten Aus­wahl­pha­se auf ein Skype-Interview aus­zu­wei­chen. Die Zeit- und Kos­ten­er­spar­nis kommt beiden Seiten zugute. Al­ler­dings birgt diese Form des Vor­stel­lungs­ge­sprächs auch einige Gefahren – von tech­ni­schen Problemen bis hin zur un­pro­fes­sio­nel­len Selbst­prä­sen­ta­ti­on –, weil Skype vorher nur für locker-ent­spann­te Pri­vat­ge­sprä­che genutzt wurde. Doch wenn man sich vorher einige Gedanken macht und gut vor­be­rei­tet vor dem Bild­schirm sitzt, kann das Skype-Gespräch genauso zum Erfolg führen wie ein ganz normales Vor­stel­lungs­ge­spräch.

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Das Skype-Interview – Tipps und Tricks für Bewerber

Bei einem Skype-Interview gibt es zwei große Feh­ler­quel­len. Die erste betrifft die tech­ni­schen Vor­aus­set­zun­gen. Nichts ist störender als häufiges Warten und Nach­fra­gen aufgrund einer un­sta­bi­len In­ter­net­ver­bin­dung oder man­gel­haf­ten Ton­qua­li­tät. Das stört nicht nur den Ge­sprächs­fluss, sondern macht es auch schwer, sich auf die Inhalte zu kon­zen­trie­ren.

Die zweite Gefahr besteht im all­ge­mei­nen Setting. In der ver­trau­ten Umgebung der eigenen Wohnung lässt man sich leicht dazu verleiten, sich in schlech­te­rem Licht zu prä­sen­tie­ren als man das nor­ma­ler­wei­se bei einem Be­wer­bungs­ge­spräch tun würde. Das fängt beim un­pas­sen­den Hin­ter­grund an und reicht bis zur Wahl der Kleidung oder der Sitz­po­si­ti­on.

Damit Ihnen diese An­fän­ger­feh­ler nicht passieren, haben wir Skype-Interview-Tipps für Sie zu­sam­men­ge­stellt, mit denen Sie das Medium optimal für sich nutzen können.

Hinweis

Skype ist mit Abstand das be­kann­tes­te Programm für Vi­deo­chats und -kon­fe­ren­zen, doch es gibt immer wieder be­rech­tig­te Kritik an der Da­ten­si­cher­heit. Besonders, wenn es um ver­trau­li­che Inhalte und Ab­spra­chen geht, gibt es Al­ter­na­ti­ven zu Skype, die mit einer besseren Da­ten­ver­schlüs­se­lung über­zeu­gen. Wenn Sie eines dieser Programme be­vor­zu­gen, sollten Sie das recht­zei­tig vor dem Interview mit Ihrem Ge­sprächs­part­ner klären, indem Sie Ihre Gründe darlegen und fragen, ob eine Al­ter­na­ti­ve in Frage kommt.

Tipp 1: Account

Bei einem Skype-Interview beginnt die Be­ur­tei­lung ihrer Per­sön­lich­keit schon beim Ac­count­na­men. Benutzen Sie auf keinen Fall einen privaten Skype-Account mit ihrem Spitz­na­men aus Ju­gend­ta­gen oder einem privaten Schnapp­schuss als Pro­fil­bild. Das ver­mit­telt den Eindruck, dass Sie das Gespräch nicht ernst genug nehmen oder nicht pro­fes­sio­nell auftreten können.

Legen Sie besser einen Zweit­ac­count mit Ihrem vollen Namen und einem neutralen Be­wer­bungs­fo­to an, den Sie aus­schließ­lich für be­ruf­li­che Kontakte nutzen. Das hat außerdem den Vorteil, dass Sie während des Vor­stel­lungs­ge­sprächs keine Nach­rich­ten oder Anrufe von Freunden erhalten.

Tipp 2: Skype-Funk­tio­nen testen

Testen Sie einige Stunden oder besser noch Tage vor dem wichtigen Skype-Gespräch alle Funk­tio­nen und stellen Sie sicher, dass die aktuelle Version in­stal­liert ist. Nichts ist är­ger­li­cher, als wenn beim Start des Programms kurz vor dem Interview zunächst mi­nu­ten­lang Updates in­stal­liert werden müssen.

Wenn an Ihrem Computer alles funk­tio­niert, skypen Sie einem Freund und stellen Sie sicher, dass Bild- und Ton­qua­li­tät auch für Ihren Ge­sprächs­part­ner gut sind.

Tipp 3: In­ter­net­ver­bin­dung

Wählen Sie unbedingt einen Ort mit stabiler In­ter­net­ver­bin­dung. In­for­mie­ren Sie Ihre Familie oder Mit­be­woh­ner über das Vor­stel­lungs­ge­spräch und bitten Sie darum, dass sie in dieser Zeit Downloads und Streaming-Dienste pausieren.

Tipp 4: Andere Programme schließen

Schließen Sie während des Skype-In­ter­views alle anderen Programme, die sie ablenken oder die Ver­bin­dung langsamer machen könnten. Es ist wichtig, dass Sie sich un­ein­ge­schränkt auf Ihren Ge­sprächs­part­ner kon­zen­trie­ren. Gleich­zei­tig wirkt es äußerst un­pro­fes­sio­nell, wenn während des Gesprächs immer wieder die Be­nach­rich­ti­gungs­tö­ne von E-Mails und Messenger-Diensten zu hören sind oder ihre Augen auf dem Bild­schirm um­her­schwei­fen, um die Nach­rich­ten­vor­schau zu lesen.

Tipp 5: Headset

Ein Headset ver­bes­sert die Ton­qua­li­tät deutlich. Für einen vor­teil­haf­ten Winkel sollte man sich nämlich etwa einen Meter vom Bild­schirm entfernt plat­zie­ren. Bei dieser Ent­fer­nung liefern viele in Laptops ein­ge­bau­te Mikrofone schon keine gute Qualität mehr. Mit einem Headset stellen Sie nicht nur sicher, dass Ihr Ge­sprächs­part­ner Sie deutlich versteht, sondern können auch klarer hören, was gesagt wird.

Tipp 6: Platzwahl

Suchen Sie sich für das Skype-Gespräch einen ruhigen Ort, an dem keine lauten Hin­ter­grund­ge­räu­sche oder durchs Bild laufende Menschen stören. Versuchen Sie, den Ka­me­ra­win­kel so zu wählen, dass der Hin­ter­grund möglichst neutral ist. Ihr Gegenüber wird bewusst oder unbewusst alle Ge­gen­stän­de mit Ihnen in Ver­bin­dung bringen, auch wenn es sich um die Pup­pen­samm­lung Ihrer Mutter oder den Fußball-Fanschal Ihres Mit­be­woh­ners handelt.

Nehmen Sie sich auch kurz Zeit, um den Licht­ein­fall zu über­prü­fen. Die Licht­quel­le sollte sich nicht hinter Ihnen befinden. Das blendet und macht Ihre Ge­sichts­zü­ge nur schwer erkennbar. Auch eine starke seitliche Be­leuch­tung ist nicht zu empfehlen, da sie starke Schatten in ihrem Gesicht ver­ur­sa­chen kann. Optimal ist ein weiches, warmes Licht von schräg vorn.

Tipp 7: Kleidung

Passen Sie Ihr Äußeres an den Job an, für den Sie sich bewerben. Wenn es sich um eine Ma­nage­ment­po­si­ti­on in einer Bank handelt, sind Hemd und Krawatte durchaus an­ge­bracht, auch wenn Sie sich damit in Ihrem WG-Zimmer viel­leicht seltsam vorkommen. Bei Stellen im kreativen oder sozialen Bereich kann die Kleidung ruhig etwas legerer ausfallen, sollte aber dennoch pro­fes­sio­nell und seriös wirken. Kurz gesagt: Kleiden Sie sich so, als würden Sie das Vor­stel­lungs­ge­spräch nicht via Skype, sondern im Büro des Un­ter­neh­mens führen.

Tipp 8: In­halt­li­che Vor­be­rei­tung

Auf ein Skype-Interview sollten Sie sich genauso gründlich wie auf ein normales Vor­stel­lungs­ge­spräch vor­be­rei­ten, denn der Ablauf ist identisch. In­for­mie­ren Sie sich über das Un­ter­neh­men sowie Ihre Ge­sprächs­part­ner und bereiten Sie sich auf mögliche Fragen vor, mit denen man Ihre Soft Skills wie Kom­mu­ni­ka­ti­ons­fä­hig­keit, En­ga­ge­ment oder Or­ga­ni­sa­ti­ons­ta­lent prüfen will.

Be­schäf­ti­gen Sie sich noch einmal eingehend mit der Stel­len­be­schrei­bung und dem An­for­de­rungs­pro­fil, sodass Sie im Gespräch die Fä­hig­kei­ten – also Ihre Hard Skills – betonen können, die Sie zum perfekten Bewerber für die freie Stelle machen.

Tipp 9: Un­ter­la­gen und Notizen

Ein Be­wer­bungs­ge­spräch via Skype hat den großen Vorteil, dass Sie sich Notizen und Ge­dan­ken­stüt­zen be­reit­le­gen können, ohne dass Ihr Gegenüber das sieht. Notieren Sie sich kurze Stich­wor­te zu Punkten, die Ihnen wichtig sind und Fragen, die Sie Ihrem zu­künf­ti­gen Ar­beit­ge­ber stellen wollen.

Auch Ihren Le­bens­lauf oder CV können Sie noch einmal aus­dru­cken und neben sich legen, falls Ihr Ge­sprächs­part­ner Rück­fra­gen zu be­stimm­ten Stationen Ihres be­ruf­li­chen Wer­de­gangs hat.

Tipp 10: Blick­kon­takt

Der Blick­kon­takt ist einer der wich­tigs­ten Aspekte in per­sön­li­chen Ge­sprä­chen, davon ist Skype keine Ausnahme. Rufen Sie sich immer in Er­in­ne­rung, dass Sie direkt in die Kamera (nicht auf den Bild­schirm!) blicken, wenn Sie Ihr Gegenüber anschauen wollen. Aber auch hier gilt, wie beim per­sön­li­chen Auf­ein­an­der­tref­fen: Langer, un­un­ter­bro­che­ner Blick­kon­takt kann als un­an­ge­neh­mes Anstarren empfunden werden. Gleich­zei­tig kann es des­in­ter­es­siert wirken, wenn Sie scheinbar auf etwas anderes fixiert sind.

Testen Sie den Blick­kon­takt am besten in einem Skype-Gespräch mit Freunden. Die können Ihnen ehrliches Feedback geben, ob Ihr Blick reges Mitdenken und Interesse am Gesagten ausdrückt.

Tipp 11: Kör­per­hal­tung und Kör­per­spra­che

Wählen Sie eine Sitz­ge­le­gen­heit, bei der Sie aufrecht sitzen und Ober­kör­per und Arme bzw. Hände sichtbar sind. So können Sie Ihre Kör­per­spra­che dazu einsetzen, wichtige Punkte zu un­ter­strei­chen, und Ihr Ge­sprächs­part­ner bekommt einen besseren Eindruck von Ihrer Per­sön­lich­keit.

Vermeiden Sie es unbedingt, sich auf ein bequemes Sofa oder in Ihren Lieb­lings­ses­sel zu setzen. Die ge­müt­li­che At­mo­sphä­re verleitet schnell dazu, sich entspannt zu­rück­zu­leh­nen. Das sendet in einem Vor­stel­lungs­ge­spräch definitiv die falsche Botschaft und macht einen des­in­ter­es­sier­ten oder sogar ar­ro­gan­ten Eindruck.

Tipp 12: Pro­fes­sio­na­li­tät

Bleiben Sie in allen Phasen des Skype-In­ter­views pro­fes­sio­nell und höflich-di­stan­ziert, ohne abweisend zu sein. Begrüßen Sie Ihren Ge­sprächs­part­ner höflich, fragen Sie in­ter­es­siert nach und bedanken sich am Ende für die Zeit und das Gesprächs.

Versuchen Sie unbedingt, un­an­ge­brach­te Gesten zu vermeiden. Ein klas­si­sches Beispiel dafür wäre das Winken in die Kamera bei Begrüßung oder Ver­ab­schie­dung. Es entsteht aus Ver­le­gen­heit, weil man den Ge­sprächs­part­ner nicht wie üblich mit einem Hän­de­druck begrüßen kann. Besser ist das Kopf­ni­cken mit einem freund­li­chen Lächeln.

Wenn Sie sich dennoch bei einer solchen Geste ertappen, wirkt es sym­pa­thisch und ent­waff­nend, wenn sie das kurz the­ma­ti­sie­ren und es ggf. mit der un­ge­wohn­ten Situation ent­schul­di­gen.

Zu­sam­men­fas­sung: Unsere Skype-Interview-Tipps auf einen Blick

Hier finden sie noch einmal alle Tipps über­sicht­lich auf­ge­lis­tet. Die Tabelle lässt sich leicht als Check­lis­te vor Ihrem nächsten Vor­stel­lungs­ge­spräch via Skype nutzen.

Do Don’t
Voll­stän­di­gen Fa­mi­li­en­na­men und neutrales Foto für den Skype-Account verwenden Privaten Skype-Account nutzen
Ton- und Bild­qua­li­tät testen (ggf. Headset und externe Kamera nutzen) Programme mit hohem Da­ten­ver­brauch und Downloads im Hin­ter­grund laufen lassen
Mögliche Ab­len­kun­gen durch Messenger, E-Mails, Mit­be­woh­ner oder Stra­ßen­ge­räu­sche vermeiden In ent­spann­ter Sitz­hal­tung vor dem Monitor fläzen
Platz mit neutralem Hin­ter­grund und guter Aus­leuch­tung wählen Skype-Interview aufgrund der lockeren At­mo­sphä­re nicht ernst genug nehmen
Kleidung wie für ein Vor­stel­lungs­ge­spräch im Un­ter­neh­men wählen Das Interview in Frei­zeit­klei­dung führen
In­halt­lich so gründlich wie jedes andere Vor­stel­lungs­ge­spräch vor­be­rei­ten Nur auf das eigene Bild im Skype-Fenster schauen
Notizen zur Ge­dan­ken­stüt­ze be­reit­le­gen Un­an­ge­brach­te, zu ver­trau­li­che Gestik und Kom­mu­ni­ka­ti­on
Während des Gesprächs immer wieder direkt in die Kamera blicken
Den Ge­sprächs­part­ner re­spekt­voll begrüßen und ver­ab­schie­den
Pro­fes­sio­nel­le Skype-Gespräche mit Freunden üben und ehrliches Feedback erbitten

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