Als Kon­troll­in­stru­ment und Er­in­ne­rungs­stüt­ze sind Pro­to­kol­le in vielen Un­ter­neh­men schon fast un­ab­ding­bar – in einigen Bereichen ist die Pro­to­koll­füh­rung sogar ge­setz­lich vor­ge­schrie­ben. Während wichtiger Be­spre­chun­gen, Dis­kus­sio­nen oder Sitzungen wird darin genau fest­ge­hal­ten, was be­spro­chen be­zie­hungs­wei­se worüber dis­ku­tiert worden ist. Die wohl ge­bräuch­lichs­te Form einer solch do­ku­men­tie­ren­den Nie­der­schrift ist das so­ge­nann­te Er­geb­nis­pro­to­koll.

Was ist ein Er­geb­nis­pro­to­koll?

Anders als beim Wort- oder Ver­laufs­pro­to­koll, indem sämtliche Re­de­bei­trä­ge schrift­lich fest­zu­hal­ten sind, werden beim Er­geb­nis­pro­to­koll (auch Be­schluss­pro­to­koll genannt) nur die re­le­van­ten Er­geb­nis­se einer Be­spre­chung notiert. Das hat den großen Vorteil, dass alle wichtigen In­for­ma­tio­nen kurz und über­sicht­lich dar­ge­stellt und anderen Kollegen zu­gäng­lich gemacht werden können. Da in einem Er­geb­nis­pro­to­koll nicht nur Be­schlüs­se, sondern auch Ver­ant­wort­lich­kei­ten fest­ge­hal­ten werden, dient es hinterher häufig als eine Art Ar­beits­auf­trag.

Tipp

Wenn Sie als Pro­to­kol­lant be­zie­hungs­wei­se Pro­to­kol­lan­tin einer Sitzung aus­ge­wähl­ten werden, klären Sie im Vorfeld immer ab, welche Art des Pro­to­kolls gewünscht wird. Denn die (in­halt­li­chen) Un­ter­schie­de zwischen Ver­laufs­pro­to­koll, Ge­dächt­nis­pro­to­koll und Er­geb­nis­pro­to­koll sind enorm und sollten bereits beim ersten Entwurf be­rück­sich­tigt werden – das erspart Ihnen eine zeit­auf­wän­di­ge Nach­be­ar­bei­tung.

Wie bereitet man sich am besten darauf vor?

Wenn Sie bereits einige Tage vor der Sitzung be­zie­hungs­wei­se Be­spre­chung erfahren haben, dass Sie ein Er­geb­nis­pro­to­koll schreiben sollen, nehmen Sie sich etwas Zeit und bereiten Sie das Pro­to­kol­lie­ren gründlich vor:

  • Lesen Sie sich die Ta­ges­ord­nung genau durch. Sind Ihnen alle Ta­ges­ord­nungs­punk­te (TOPs) bekannt? Bei Un­klar­hei­ten sollten Sie Rück­spra­che mit Ihrem Vor­ge­setz­ten be­zie­hungs­wei­se den zu­stän­di­gen Kollegen halten. Werden Fach­the­men behandelt, die Ihnen noch nicht geläufig sind, können Sie auch selbst­stän­dig im Internet re­cher­chie­ren. So fällt es Ihnen leichter, bei der Dis­kus­si­on Wichtiges von Un­wich­ti­gem zu un­ter­schei­den.
  • Bereiten Sie eine Er­geb­nis­pro­to­koll-Vorlage vor, die die wich­tigs­ten Angaben wie Datum, Uhrzeit, Ort der Be­spre­chung und die An­we­sen­heits­lis­te bereits enthält. Um später einen besseren Überblick zu haben, können Sie auch schon die einzelnen Ta­ges­ord­nungs­punk­te auflisten und jedem einzelnen eine leere Seite zuweisen.
  • Eine Be­spre­chung kann mehrere Stunden dauern, in denen Sie als Pro­to­kol­lant be­zie­hungs­wei­se Pro­to­kol­lan­tin höchst­kon­zen­triert sein müssen. Deshalb gilt: Seien Sie an dem Tag nach Mög­lich­keit aus­ge­schla­fen, trinken Sie aus­rei­chend und essen Sie was Leichtes zu Mittag. Das wird Ihre Kon­zen­tra­ti­on fördern.

So könnte Ihre Er­geb­nis­pro­to­koll-Vorlage aussehen:

Tipp

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Wie schreibt man ein Er­geb­nis­pro­to­koll?

Im Er­geb­nis­pro­to­koll werden weder Wort­bei­trä­ge noch Dis­kus­sio­nen, sondern nur die Er­geb­nis­se einer Be­spre­chung fest­ge­hal­ten. Versuchen Sie sich also bereits während der Mit­schrift möglichst kurz zu halten – ohne dabei wichtige In­for­ma­tio­nen aus­zu­las­sen – und sachlich zu bleiben. Üb­li­cher­wei­se beginnt eine Sitzung mit einer An­we­sen­heits­kon­trol­le. Um diese schnell hinter sich bringen zu können, weisen Sie den drei Mög­lich­kei­ten „anwesend“, „ent­schul­digt“ und „fehlt un­ent­schul­digt“ jeweils eine Ziffer von 1 bis 3 zu und tragen Sie diese hinter den Namen der je­wei­li­gen Teil­neh­men­den auf der vor­be­rei­te­ten Vorlage ein. Wenn Sie die einzelnen Ta­ges­ord­nungs­punk­te im Vorfeld auf ver­schie­de­ne Blätter notiert haben, brauchen Sie nur noch das ent­spre­chen­de Blatt zu wählen und können loslegen.

Das Wich­tigs­te bei einem Er­geb­nis­pro­to­koll ist, dass es der Wahrheit ent­spricht und alle wichtigen In­for­ma­tio­nen be­inhal­tet. Sollten Sie also ir­gend­et­was (akustisch) nicht richtig ver­stan­den haben, fragen Sie unbedingt nach und notieren Sie auch die Er­geb­nis­se von (na­ment­li­chen) Ab­stim­mun­gen und Ent­schei­dun­gen. Im Vergleich zu einem Wort- oder Ver­laufs­pro­to­koll ist ein Er­geb­nis­pro­to­koll in der Regel kürzer und damit schnell erstellt. Die Her­aus­for­de­rung besteht darin, aus einer mehr­stün­di­gen Be­spre­chung alle we­sent­li­chen Inhalte her­aus­zu­fil­tern und diese kurz und ver­ständ­lich zu ver­schrift­li­chen. Mehr all­ge­mei­ne Tipps zum Thema „Protokoll schreiben“, haben wir für Sie im ent­spre­chen­den Haupt­ar­ti­kel zu­sam­men­ge­fasst.

Er­geb­nis­pro­to­koll-Aufbau und Inhalt

Ein Er­geb­nis­pro­to­koll besteht in der Regel aus drei Teilen.

1. Teil

Zu Beginn eines jeden Pro­to­kolls werden Ort, Datum, Zeitpunkt, die Namen aller Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer sowie Lei­te­rin­nen und Leiter, der Anlass und der Name der Pro­to­kol­lan­tin be­zie­hungs­wei­se des Pro­to­kol­lan­ten angegeben.

2. Teil

Der zweite Teil ist das Kernstück eines jeden Er­geb­nis­pro­to­kolls: Er enthält die Er­geb­nis­se. Dort findet alles Platz, was in der Be­spre­chung be­schlos­sen wurde be­zie­hungs­wei­se worauf sich die Be­tei­lig­ten geeinigt haben. Bei Bedarf kann auch eine kurze Her­lei­tung aller re­le­van­ten Er­geb­nis­se in das Er­geb­nis­pro­to­koll mit­auf­ge­nom­men werden. Findet während der Be­spre­chung eine of­fi­zi­el­le Ab­stim­mung statt, sollten alle Ja- und Nein-Stimmen sowie Ent­hal­tun­gen fest­ge­hal­ten werden. Auch Anträge sollten im Er­geb­nis­pro­to­koll vermerkt werden – zusammen mit dem Namen des An­trag­stel­lers.

3. Teil

Zum Schluss un­ter­schreibt die Pro­to­kol­lan­tin be­zie­hungs­wei­se der Pro­to­kol­lant das Er­geb­nis­pro­to­koll. Auch die Ver­an­stal­tungs­lei­te­rin oder der Ver­an­stal­tungs­lei­ter setzt nach dem Lesen der fertigen Nie­der­schrift seine Un­ter­schrift unter das Protokoll. Damit segnet der Vor­ge­setz­te das Protokoll ab, sodass es ohne Bedenken an alle Teil­neh­mer der Be­spre­chung versendet werden kann.

Das Wich­tigs­te in Kürze:

  • Ein Er­geb­nis­pro­to­koll fasst nur die Er­geb­nis­se einer Sitzung be­zie­hungs­wei­se Be­spre­chung zusammen.
  • Alle we­sent­li­chen In­for­ma­tio­nen können von Be­tei­lig­ten im Nach­hin­ein schnell und einfach entnommen werden.
  • Bei Bedarf be­zie­hungs­wei­se nach vor­he­ri­ger Absprache können auch ent­schei­den­de Ar­gu­men­ta­ti­ons­ver­läu­fe notiert werden, die zu einem Ergebnis geführt haben.
  • Bei Ab­stim­mun­gen muss notiert werden, wie viele Ja- und Nein-Stimmen und wie viele Ent­hal­tun­gen es gab.
  • Wird ein Antrag gestellt, muss dieser in seiner genauen For­mu­lie­rung in das Protokoll auf­ge­nom­men und als Antrag (samt Name des An­trag­stel­lers) kenntlich gemacht werden
  • Ein Er­geb­nis­pro­to­koll sollte wie alle anderen Pro­to­kol­lar­ten der Wahrheit ent­spre­chen, voll­stän­dig sowie klar und deutlich for­mu­liert sein.

Eine Mit­schrift ist noch lange kein Er­geb­nis­pro­to­koll

Nicht allen fällt es auf Anhieb leicht, so mit­zu­schrei­ben, dass man das Protokoll direkt nach der Sitzung der Leiterin be­zie­hungs­wei­se dem Leiter sowie den An­we­sen­den vorlegen könnte. Fast schon das Wich­tigs­te beim Pro­to­kol­lie­ren ist die an­schlie­ßen­de Kontrolle, bei der man kleine Flüch­tig­keits- und Recht­schreib­feh­ler kor­ri­giert.

Wenn Sie Ihr Er­geb­nis­pro­to­koll erst im Nach­hin­ein fer­tig­stel­len, können Sie in Ihrer Mit­schrift zunächst farbig markieren, welche Er­geb­nis­se und Be­schlüs­se unbedingt im Protokoll vermerkt sein müssen. Häufig neigt man dazu, mehr mit­zu­schrei­ben, als ei­gent­lich notwendig wäre. Durch solch eine Farb­mar­kie­rung haben Sie einen Überblick, was wirklich wichtig ist.

Haben Sie auch daran gedacht, zu schreiben, wer bei­spiels­wei­se die Be­spre­chung vorzeitig verlassen musste oder erst viel später da­zu­ge­sto­ßen ist? Solche Dinge müssen durchaus auch im Er­geb­nis­pro­to­koll fest­ge­hal­ten werden.

Es kommt vor, dass Be­spre­chun­gen etwas chaotisch verlaufen und die Ta­ges­ord­nung nicht richtig ein­ge­hal­ten wird. Ihrem Er­geb­nis­pro­to­koll sollte man das im besten Fall nicht anmerken. Fassen Sie Ab­schnit­te, die the­ma­tisch zu­sam­men­ge­hö­ren, ruhig zusammen und ori­en­tie­ren Sie sich dabei an der Ta­ges­ord­nung.

So könnte Ihr fertiges Er­geb­nis­pro­to­koll aussehen – ein Beispiel

Er­geb­nis­pro­to­koll – Vor und Nachteile

Vorteile Nachteile
Ist ver­gleichs­wei­se schnell erstellt. Nur relevante Er­geb­nis­se her­aus­zu­fil­tern, kann bei einer mehr­stün­di­gen Sitzung schwierig sein.
Fasst das Wich­tigs­te zusammen, keine Do­ku­men­ta­ti­on von aus­schwei­fen­den Dis­kus­sio­nen. Wichtige Re­de­bei­trä­ge werden eventuell nicht erfasst.
Stellt eine Art Ar­beits­auf­trag dar.  

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