Per­so­nal­be­schaf­fung einfacher gestalten – für alle Be­tei­lig­ten. Das ist das Ziel von E-Re­crui­ting. Von der Stel­len­aus­schrei­bung über den Be­wer­bungs­pro­zess bis zur finalen An­stel­lung sollen sowohl auf Seiten des Bewerbers als auch für das aus­schrei­ben­de Un­ter­neh­men Er­leich­te­run­gen statt­fin­den. Mit digitaler Hilfe möchte man die komplexen Vorgänge ver­ein­fa­chen, strom­li­ni­en­för­mi­ger gestalten und schneller machen. Dafür lassen sich ver­schie­de­ne Arten des E-Re­crui­tin­gs anwenden.

Was ist Be­wer­ber­ma­nage­ment?

Nahezu jedes Un­ter­neh­men ist von Zeit zu Zeit auf der Suche nach neuen Talenten. Im besten Fall erhält man zahl­rei­che Be­wer­bun­gen – un­ter­schied­lichs­ter Gü­te­klas­sen. Da gilt es, den Überblick zu behalten und an­ge­mes­sen zu reagieren. Be­wer­ber­ma­nage­ment ist die Lösung: ein klares System, mit dessen Hilfe Sie die Or­ga­ni­sa­ti­on der Be­wer­bun­gen be­wäl­ti­gen. Und das sollten Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn bei einem man­gel­haf­ten Ma­nage­ment haben Sie gleich zwei Probleme für Ihr Un­ter­neh­men ge­schaf­fen:

  1. Sie verlieren eventuell den besten Kan­di­da­ten: Haben Sie den Überblick verloren oder reagieren Sie zu langsam, kann es passieren, dass Ihnen das größte Talent abspringt und fortan die Kon­kur­renz un­ter­stützt.
  2. Das pro­fes­sio­nel­le Image geht verloren: Verhalten Sie sich nicht so, wie man es von einem pro­fes­sio­nel­len Un­ter­neh­men erwarten kann, werden Sie Ihren guten Ruf verlieren. Ar­beit­neh­mer sind oftmals besser un­ter­ein­an­der vernetzt, als man denkt, und schnell hat sich Kritik an Ihrem Be­wer­bungs­ver­fah­ren in der Branche ver­brei­tet.
Fakt

E-Re­crui­ting und Be­wer­ber­ma­nage­ment werden häufig synonym verwendet. Tat­säch­lich be­trach­tet man unter dem Begriff E-Re­crui­ting aber nur den technisch-digitalen Aspekt des Be­wer­ber­ma­nage­ments. Ein solches Ma­nage­ment kann – zumindest theo­re­tisch – auch voll­stän­dig ohne Software durch­ge­führt werden. EDV-Lösungen helfen aber definitiv bei der Arbeit. Ver­wechs­lungs­ge­fahr besteht darüber hinaus mit dem gleich­klin­gen­den Be­wer­bungs­ma­nage­ment. Dieses meint aber, wie der Bewerber seine Be­wer­bun­gen or­ga­ni­siert.

Wenn Sie al­ler­dings ein gutes Be­wer­ber­ma­nage­ment betreiben, können Sie von wichtigen Vorteilen pro­fi­tie­ren:

  1. Zeit- und Kos­ten­er­spar­nis
  2. Durch­ge­hen­der Da­ten­schutz
  3. Stärkung der Employer Brand

Gutes Be­wer­ber­ma­nage­ment zieht sich durch alle Schritte des Prozesses und wird als Ge­samt­kon­zept ver­stan­den. Planen Sie so, dass jede Stufe direkt in die andere übergeht und so ein ef­fek­ti­ves System entsteht.

Stel­len­aus­schrei­bung

Im ersten Schritt verfassen Sie eine aus­sa­ge­kräf­ti­ge Stel­len­aus­schrei­bung. Doch im Zuge des Be­wer­ber­ma­nage­ments spielt hier nicht nur ein an­spre­chen­der und passender Text eine wichtige Rolle, sondern vor allem auch der richtige Zeitpunkt. Ver­öf­fent­li­chen Sie die Stel­len­aus­schrei­bung erst dann, wenn Sie und Ihr Un­ter­neh­men bereit sind, den Be­wer­bungs­pro­zess auch voll­stän­dig durch­zu­füh­ren. Beachten Sie dabei auch Auf­trags­la­ge, Feiertage und Ur­laubs­zei­ten. Vor Ver­öf­fent­li­chung sollten Sie überlegen, über welche Kanäle Sie Ihre Stel­len­aus­schrei­bung publik machen.

Be­wer­bungs­ein­gang

Sobald die Aus­schrei­bung ver­öf­fent­licht ist, können die ersten Be­wer­bungs­schrei­ben im Un­ter­neh­men ein­tref­fen. Dabei ist es wichtig, ein über­sicht­li­ches System zu behalten, damit keine Bewerbung verloren geht. Bedenken Sie, dass Be­wer­bun­gen mitunter auf ver­schie­de­nen Wegen bei Ihnen ein­tref­fen: schrift­lich per Post oder E-Mail und in manchen Fällen sogar mündlich, abhängig von Ihren Vorgaben und der Un­ter­neh­mens­struk­tur. Denken Sie auch daran, den Job-In­ter­es­sen­ten eine Ein­gangs­be­stä­ti­gung zu schicken, um so bereits früh­zei­tig einen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nal zu öffnen.

Aus­wahl­pro­zess

Sind alle Be­wer­bun­gen bei Ihnen ein­ge­trof­fen und ist die Be­wer­bungs­frist ab­ge­lau­fen, können Sie mit der Sor­tie­rung der An­schrei­ben und Le­bens­läu­fe beginnen. Die Auswahl findet meist in mehreren Schritten statt, wobei Ihnen ein Blick auf die Formalia einen ersten Eindruck davon ver­mit­teln wird, wer für Sie in Frage kommt und wer bereits jetzt schon aus­sor­tiert werden kann. Im Vergleich mit dem An­for­de­rungs­pro­fil wählen Sie dann die Kan­di­da­ten aus, die Sie für ein Be­wer­bungs­ge­spräch in Betracht ziehen. Nach den Ge­sprä­chen haben Sie schließ­lich – wenn nichts schief läuft – eine oder mehrere Personen für die Stelle gefunden.

Hinweis

Wie um­fang­reich der Aus­wahl­pro­zess ist und wie viele Stufen dieser enthält – ob bei­spiels­wei­se ein As­sess­ment-Center Teil des Ablaufs ist – hängt stark von der aus­ge­schrie­be­nen Stelle, der Menge an Be­wer­bun­gen und der Un­ter­neh­mens­struk­tur ab.

Kon­takt­auf­nah­men

Nachdem Sie eine Sor­tie­rung vor­ge­nom­men haben, müssen Sie mit allen In­ter­es­sier­ten Kontakt aufnehmen. In der Regel haben Sie die Bewerber in drei Ka­te­go­rien auf­ge­teilt:

  • die­je­ni­gen, die überhaupt nicht in Frage kommen
  • die­je­ni­gen, die sehr in­ter­es­sant sind, aber nicht auf die Stelle passen
  • die­je­ni­gen, die für Sie in Frage kommen

Die letzte Gruppe wird von Ihnen entweder zum nächsten Schritt im Be­wer­bungs­ver­fah­ren ein­ge­la­den (also etwa zum Be­wer­bungs­ge­spräch) oder schluss­end­lich eine Zusage zum neuen Job erhalten. Die erste Gruppe hingegen muss auch zwingend eine Absage bekommen. Begehen Sie nicht den Fehler, sich einfach gar nicht bei den ab­ge­lehn­ten Bewerbern zu melden. Dies beschert Ihnen zum einen ein schlech­tes Image als Ar­beit­ge­ber, zum anderen aber auch zu­sätz­li­che Arbeit, denn ein Großteil der In­ter­es­sen­ten wird Nach­fra­gen an Sie richten.

Die mittlere Gruppe schließ­lich, bestehend aus Menschen mit in­ter­es­san­ten Profilen und Le­bens­läu­fen, die al­ler­dings nicht auf die Stelle passen, möchten Sie auch weiterhin im Auge behalten und eventuell für spätere Aus­schrei­bun­gen in Betracht ziehen. Be­schrei­ben Sie diesen Sach­ver­halt den Bewerbern gegenüber und bitten Sie um das Ein­ver­ständ­nis, die Be­wer­bun­gen in Ihren Talent-Pool aufnehmen zu dürfen.

Die Mög­lich­kei­ten des E-Re­crui­tin­gs

Das Be­wer­ber­ma­nage­ment kann sehr komplex sein; die Gefahr, den Überblick zu verlieren, ist daher groß. Deshalb ist es sinnvoll, den ganzen Ablauf oder zumindest Teile davon com­pu­ter­ge­stützt zu ab­sol­vie­ren. Gleich­zei­tig soll gute Be­wer­ber­ma­nage­ment-Software beide Seiten des Prozesses un­ter­stüt­zen: Bewerber und Un­ter­neh­men. Die Leis­tun­gen von E-Re­crui­ting setzen dabei vor allem im tat­säch­li­chen Re­kru­tie­rungs­mo­ment an – also der Aus­schrei­bung, dem Employer Branding und dem Talent-Ma­nage­ment. Das über­ge­ord­ne­te Ziel von E-Re­crui­ting ist daher, die besten Talente für das eigene Un­ter­neh­men an­zu­wer­ben. Die tat­säch­li­che Ver­wal­tungs­ar­beit wird dabei zwar nicht gänzlich ignoriert, erhält al­ler­dings eine un­ter­ge­ord­ne­te Rolle.

Fakt

E-Re­crui­ting ist kein trenn­schar­fer Begriff. Zwar be­schreibt er die Un­ter­stüt­zung des Re­kru­tie­rungs­pro­zes­ses durch Software, das Versenden der Be­wer­bungs­un­ter­la­gen per E-Mail wird aber bei­spiels­wei­se nicht als Teil von E-Re­crui­ting begriffen, sondern eher als Standard an­ge­nom­men.

Stel­len­aus­schrei­bun­gen – online und mobil

Am häu­figs­ten finden sich E-Re­crui­ting-Maßnahmen in Form von Stel­len­aus­schrei­bun­gen. Zwar gibt es immer noch Un­ter­neh­men, die aus­schließ­lich oder zu­sätz­lich Off­line­ka­nä­le für die Ta­lent­su­che verwenden (in Zeitungen, Zeit­schrif­ten oder Aushängen), doch der größte Teil der Stel­len­aus­schrei­bun­gen befindet sich im Internet. Dafür lassen sich ver­schie­de­ne Kanäle nutzen. Besonders beliebt unter Per­so­na­lern sind Online-Jobbörsen. Hier kann jedes Un­ter­neh­men Stel­len­aus­schrei­bun­gen ver­öf­fent­li­chen. Ar­beit­su­chen­de haben dann die Mög­lich­keit, über Such­mas­ken und Sor­tie­rungs­me­cha­nis­men für sie geeignete Aus­schrei­bun­gen zu finden.

Während manche Platt­for­men nur einen Hinweis auf den An­sprech­part­ner inklusive Kon­takt­in­for­ma­tio­nen liefern, bieten andere die Mög­lich­keit, sich direkt über das Portal zu bewerben. In der Regel treten für Bewerber keine Kosten auf, Un­ter­neh­men müssen aber oftmals für die Aus­schrei­bung Gebühren zahlen. Manche Online-Jobbörsen sind komplett offen für jegliches Un­ter­neh­men, andere haben spe­zi­fi­sche Branchen im Fokus.

Neben Job-Platt­for­men im Internet werden auch die sozialen Medien immer mehr als Werkzeuge bei der Ta­lent­su­che ein­ge­setzt. Mit Social-Media-Re­crui­ting lassen sich mitunter Menschen erreichen, die sich nicht auf den Online-Jobbörsen aufhalten, weil sie bei­spiels­wei­se noch gar nicht über einen Ar­beit­ge­ber­wech­sel nach­ge­dacht haben. In erster Linie greifen Un­ter­neh­men hier zu be­rufs­be­zo­ge­nen Netz­wer­ken wie XING oder LinkedIn, aber auch über Facebook oder Twitter lassen sich Ar­beit­neh­mer finden. Welcher Kanal die richtige Wahl ist, hat viel mit der Branche und dem aus­ge­schrie­be­nen Be­rufs­feld zu tun.

Social-Media-Re­crui­ting bedient al­ler­dings noch ein zweites Feld der HR-Abteilung: die Image­pfle­ge. Über die sozialen Medien lassen sich nicht nur Mar­ke­ting­maß­nah­men für Kon­su­men­ten durch­füh­ren, auch das Image als Ar­beit­ge­ber kann über eine Social-Media-Strategie gepflegt werden. Dies macht das eigene Un­ter­neh­men at­trak­ti­ver für po­ten­zi­el­le neue Mit­ar­bei­ter.

Mehr und mehr ver­schiebt sich das On­lin­ever­hal­ten und damit auch die Jobsuche auf Tablets und Smart­phones: Mobile Re­crui­ting bekommt damit eine immer größer werdende Bedeutung. Das beginnt damit, dass man den eigenen Web­auf­tritt für die mobile Nutzung optimiert, und endet bei un­ter­neh­mens­spe­zi­fi­schen Apps, über die man die komplette Kom­mu­ni­ka­ti­on mit den Bewerbern abwickeln kann. Der Vorteil ergibt sich (auf beiden Seiten) dadurch, dass man das Smart­phone immer bei sich trägt und so schnell reagieren kann. Sollte man mit einer ent­spre­chen­den App, die auch Job- und Social-Media-Platt­for­men anbieten, außerdem den Push-Service nutzen können, in­for­miert man In­ter­es­sen­ten auch dann, wenn sie nicht gezielt nach Neu­ig­kei­ten suchen.

Un­an­ge­foch­ten an der Spitze steht bei der Stel­len­aus­schrei­bung aber immer noch die eigene Un­ter­neh­mens­web­site. Besonders größere Un­ter­neh­men richten hierfür eine eigene Karriere-Rubrik auf der Homepage ein. Dies kann so weit gehen, dass Un­ter­neh­men eine eigene On­line­platt­form aufbauen, über die das komplette Be­wer­ber­ma­nage­ment ab­ge­wi­ckelt werden kann. Andere Un­ter­neh­men haben kein so um­fang­rei­ches System in­stal­liert, arbeiten aber mit einer Be­wer­ber­ma­nage­ment-Software.

Be­wer­ber­ma­nage­ment-Software

Ein soft­ware­ba­sie­ren­des Be­wer­ber­ma­nage­ment­sys­tem macht es vor allem der HR-Abteilung leichter, den kom­plet­ten Prozess sinnvoll und effizient zu or­ga­ni­sie­ren. Es sollte al­ler­dings auch das Erlebnis des In­ter­es­sen­ten (Candidate Ex­pe­ri­ence genannt) während der Be­wer­bungs­pha­se ver­bes­sern. Im besten Fall bildet eine solche Software jeden Schritt des Be­wer­ber­ma­nage­ments ab: von der Stel­len­aus­schrei­bung bis zur Per­so­nal­ak­te – was das Be­wer­ber­ma­nage­ment­sys­tem wiederum mit den anderen Systemen der Per­so­nal­ab­tei­lung verknüpft.

Gerade die Ver­öf­fent­li­chung und Ver­wal­tung von Stel­len­aus­schrei­bun­gen kann aufwendig sein, besonders wenn man mehrere Kanäle mit der Annonce bespielt, um eine möglichst große Wirkung zu erzielen. Eine gute E-Re­crui­ting-Software übernimmt diese Arbeit: Über die Software erstellen Sie die Aus­schrei­bung und ver­öf­fent­li­chen diese mit wenigen Klicks auf den ver­schie­dens­ten Job-Portalen, auf der eigenen Homepage bzw. der eigenen Kar­rie­re­sei­te und über E-Mails. Im besten Fall werden Besucher von dort auf eine Be­wer­bungs­mas­ke wei­ter­ge­lei­tet. Hier können In­ter­es­sen­ten ihre Daten eintragen, Dokumente hochladen und in manchen Fällen sogar das Be­wer­bungs­pro­fil mit einem Account bei anderen Platt­for­men wie LinkedIn ver­knüp­fen.

Manche Software ist sogar in der Lage, CV-Parsing durch­zu­füh­ren. Jeder Bewerber hat einen eigenen Le­bens­lauf mit in­di­vi­du­el­lem Layout – meist als PDF-Datei ge­spei­chert. Damit man als Ent­schei­der in der Per­so­nal­ab­tei­lung möglichst effizient arbeiten kann, ist es al­ler­dings besser, ein ein­heit­li­ches Format durch eine Ein­ga­be­mas­ke vor­zu­ge­ben. Dies erlegt jedoch den Bewerbern zu­sätz­li­che Arbeit auf, denn sie müssen nun alle Daten aus ihrem sorgsam ge­stal­te­ten Le­bens­lauf noch einmal in die Maske eintragen. CV-Parsing ver­ein­facht dies: Die Software zieht die In­for­ma­tio­nen selbst­stän­dig aus dem Dokument und trägt sie in die korrekten Felder ein. Der Bewerber muss an­schlie­ßend nur noch über­prü­fen, ob sich keine Fehler ein­ge­schli­chen haben.

Der Vorteil, der sich aus dem um­fang­rei­chen Be­wer­ber­ma­nage­ment­sys­tem ergibt: Alle Be­wer­bun­gen befinden sich im Anschluss sortiert in einer Datenbank und müssen nicht manuell an einem Ort zu­sam­men­ge­tra­gen werden. Darüber hinaus handelt es sich um eine stan­dar­di­sier­te Maske: Jeder Bewerber verwendet das gleiche Format. So können Sie sich viel besser zurecht finden. Da auch Kon­takt­in­for­ma­tio­nen Teil des Systems sind, lassen sich einfach über die Software Ein­la­dun­gen sowie Zu- und Absagen versenden.

Da alle Schritte com­pu­ter­ge­stützt sind, kann sogar eine erste Auswahl über Al­go­rith­men ablaufen. Anhand des vorher er­stell­ten An­for­de­rungs­pro­fils können die Be­wer­bun­gen durch die Software selbst ein­ge­schätzt werden. Dies ersetzt si­cher­lich nicht komplett die per­sön­li­che Be­wer­ber­aus­wahl –Per­so­na­ler müssen hier selbst ent­schei­den, wie viel Vertrauen sie in den Al­go­rith­mus setzen. Zumindest für die Vor­auswahl können die Be­rech­nun­gen durch die Software nicht schaden.

Haben Sie sich für einen Kan­di­da­ten ent­schie­den, sind viele In­for­ma­tio­nen über diesen bereits di­gi­ta­li­siert und lassen sich ohne großen Aufwand in den Ar­beits­ver­trag und die Per­so­nal­ak­te über­tra­gen. Außerdem kann man ab­ge­lehn­te, aber dennoch in­ter­es­san­te Bewerber in den Talent-Pool aufnehmen und dann kon­tak­tie­ren, sobald eine geeignete Stelle vakant wird. Ganz wichtig hierbei: den Da­ten­schutz nicht vergessen! Zum einen müssen Sie Bewerber um Erlaubnis bitten, bevor Sie deren per­sön­li­che Daten lang­fris­tig speichern. Zum anderen muss si­cher­ge­stellt sein, dass keine Dritten Zugriff auf die Daten haben.

Ein letzter Vorteil ergibt sich durch das weit­rei­chen­de System: Da alle Schritte über ein einziges System laufen, kann auch der komplette Prozess ana­ly­siert werden. Besonders bei der Er­folgs­mes­sung der Stel­len­aus­schrei­bung kann eine gute Be­wer­ber­ma­nage­ment-Software helfen. Wie viele Menschen haben die Aus­schrei­bung gesehen und wie viele davon haben sich für eine Bewerbung ent­schie­den? Eine Aus­wer­tung der Mess­ergeb­nis­se kann wichtige Auf­schlüs­se für die Er­stel­lung von Aus­schrei­bun­gen geben.

Wenn Sie sich für die Ver­wen­dung einer E-Re­crui­ting-Software ent­schei­den, haben Sie ver­schie­de­ne Angebote zur Auswahl: Entweder Sie wählen ein fertiges Produkt, das in den ver­schie­dens­ten Branchen zum Einsatz kommen kann, oder Sie arbeiten mit einem Her­stel­ler zusammen und lassen sich eine auf die eigenen Be­dürf­nis­se an­ge­pass­te Software erstellen. Da diese zweite Variante wohl in den meisten Fällen sehr viel kost­spie­li­ger sein sollte, ist der Schritt eher für größere Un­ter­neh­men geeignet. Außerdem sollte man bereits Erfahrung mit E-Re­crui­ting haben, um die eigenen An­for­de­run­gen genau be­schrei­ben zu können.

Re­crui­ting-Trends: Di­gi­ta­li­sie­rung nimmt zu

Der Einsatz von E-Re­crui­ting liegt eindeutig im Trend. Die ver­schie­de­nen Maßnahmen werden mal mehr, mal weniger kon­se­quent in den meisten Un­ter­neh­men durch­ge­führt. Eine Studie des Centre of Human Resources In­for­ma­ti­on Systems (CHRIS) der Uni­ver­si­tä­ten Bamberg und Erlangen-Nürnberg im Auftrag der Online-Jobbörse Monster be­trach­tet den Einsatz digitaler Mittel bei der Per­so­nal­be­schaf­fung. Die Studie zeigt, dass im Jahr 2017 nur noch knapp über 12 Prozent der Stel­len­aus­schrei­bun­gen (bei Top-1000-Un­ter­neh­men) in Print­me­di­en ver­öf­fent­licht wurden. Die weitaus größten Kanäle sind die eigene Firmen-Homepage (mit 88,5 Prozent) und Online-Job­platt­for­men (mit 72 Prozent).

Ein noch relativ un­ge­nutz­tes Mittel im Kontext von E-Re­crui­ting sind Chatbots: Die Mög­lich­keit, dass Bewerber in eine direkte (wenn auch rein virtuelle und auf einer künst­li­chen In­tel­li­genz ba­sie­ren­de) Kom­mu­ni­ka­ti­on mit dem Un­ter­neh­men treten, könnte ein wichtiger Zu­kunfts­trend werden. 50 Prozent der Bewerber würden ein solches Angebot nutzen und sich über den Chatbot In­for­ma­tio­nen rund um die Bewerbung ver­schaf­fen. Dem gegenüber stehen aber nur 2,8 Prozent der Top-1000-Un­ter­neh­men, die diesem Wunsch derzeit ent­spre­chen.

Einige Programme, z. B. pymetrics, zeigen, was die Zukunft im E-Re­crui­ting außerdem be­reit­hält: stärkerer Einsatz von künst­li­cher In­tel­li­genz und die Ein­bin­dung von soft­ware­ba­sier­tem As­sess­ment. Dabei übernimmt die Software nicht nur den or­ga­ni­sa­to­ri­schen Teil des Be­wer­ber­ma­nage­ments, sondern greift stark in den Be­ur­tei­lungs­pro­zess ein. Der Bewerber durch­läuft einen Test, und das Com­pu­ter­pro­gramm ent­schei­det daraufhin, ob die Person für die aus­ge­schrie­be­ne Stelle geeignet ist. Der Weisheit letzter Schluss muss dies nicht sein – schließ­lich weiß man, dass auch die ma­the­ma­ti­schen Al­go­rith­men vor­ur­teils­be­haf­tet agieren können. Die Her­stel­ler geben aber an, dass diese Ein­fluss­fak­to­ren eine geringere Rolle spielen als bei Menschen und die Al­go­rith­men auf eine noch neu­tra­le­re Be­ur­tei­lung hin trainiert werden können.

Fazit

Inwieweit man die Ver­ant­wor­tung an die Software abgeben möchte, muss jedes Un­ter­neh­men selbst ent­schei­den. Fest steht jedoch: E-Re­crui­ting sorgt zum einen für ein positives Be­wer­bungs­er­leb­nis und stärkt damit die Employer Brand; zum anderen bringt es eine Kosten- und Zeit­er­spar­nis mit sich. Dadurch werden die digitalen Maßnahmen im Be­wer­ber­ma­nage­ment zukünftig in noch mehr Un­ter­neh­men zur Selbst­ver­ständ­lich­keit werden.

Bitte beachten Sie den recht­li­chen Hinweis zu diesem Artikel.

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