In Un­ter­neh­men ist wichtig, dass Aufgaben so schnell wie möglich be­ar­bei­tet werden. Ent­schei­dend ist aber auch eine Prio­ri­tä­ten­set­zung, damit Dring­li­ches nicht hin­ten­an­steht. Denn im Alltag – sei es nun im Arbeits- oder Pri­vat­le­ben – kosten häufig weniger dring­li­che Aufgaben unnötig Zeit, die dann an ent­schei­den­der Stelle fehlt. Mit dem so­ge­nann­ten Ei­sen­hower-Prinzip haben Sie eine Grundlage, um sinnvoll Prio­ri­tä­ten zu setzen und das eigene Zeit­ma­nage­ment zu op­ti­mie­ren. Dadurch lassen sich viele Ziele schneller erreichen.

Was ist das Ei­sen­hower-Prinzip?

Das Pareto-Prinzip besagt, dass sich mit 20 Prozent des Ge­samt­ein­sat­zes 80 Prozent der geplanten Er­geb­nis­se erbringen lassen. Doch das Problem dabei: Häufig be­schäf­ti­gen sich die Mit­ar­bei­ter mit den anderen 80 Prozent an­fal­len­der Tä­tig­kei­ten, die al­ler­dings nur zu 20 Prozent der Er­geb­nis­se führen.

Dieses Problem erkannte auch der ame­ri­ka­ni­sche General und US-Präsident Dwight D. Ei­sen­hower. Er ent­wi­ckel­te eine Zeit­ma­nage­ment-Methode, bei der man anhand einer Matrix eine Ein­tei­lung der zu be­wäl­ti­gen­den Aufgaben vornimmt. Ei­sen­hower un­ter­schei­det dabei zwischen der Wich­tig­keit und der Dring­lich­keit von Aufgaben.

Wie funk­tio­niert das Ei­sen­hower-Modell?

Die Anwendung dieser simplen Matrix, die aus insgesamt vier Qua­dran­ten besteht, sorgt lang­fris­tig für mehr Pro­duk­ti­vi­tät. Folgt er dem Ei­sen­hower-Modell, erledigt der Anwender zunächst solche Aufgaben, die wichtig und dringlich sind, und widmet sich an­schlie­ßend den ebenfalls wichtigen Projekten, die al­ler­dings eine geringere Dring­lich­keit aufweisen. Weniger wichtige Aufgaben werden dagegen an andere delegiert oder mitunter sogar verworfen. Eine Übersicht der vier Qua­dran­ten:

  • A – wichtig und dringend: Diese Aufgaben besitzen al­ler­höchs­te Priorität und müssen un­ver­züg­lich erledigt werden. Ansonsten lassen sich die gesetzten Ziele nicht erreichen.
  • B – wichtig, aber nicht dringend: Auch diese Aufgaben müssen erledigt werden, damit man die eigenen Ziele erreichen kann. Al­ler­dings lässt sich der Zeitpunkt dafür durchaus eine Weile nach hinten schieben.
  • C – dringend, aber nicht wichtig: Bei diesen Aufträgen ist ein zeitnaher Abschluss notwendig. Die Aufgaben sind aber von geringer Wich­tig­keit, weshalb Ei­sen­hower empfiehlt, solche An­ge­le­gen­hei­ten möglichst zu de­le­gie­ren.
  • D – weder wichtig noch dringend: Diese Aufgaben bilden das Schluss­licht der Prio­ri­tä­ten­lis­te, da sie für das Erreichen der Ziele nicht oder kaum relevant sind und auch nicht besonders dringend erledigt werden müssen. Steht nur wenig Zeit zur Verfügung, können diese Aufgaben oft einfach un­er­le­digt bleiben.
Ei­sen­hower-Matrix

Welche Vor- und Nachteile hat das Ei­sen­hower-Prinzip?

Das Ei­sen­hower-Prinzip hilft Ihnen, Ihr Zeit­ma­nage­ment zu ver­bes­sern. Eine klare und ein­deu­ti­ge Prio­ri­tä­ten­set­zung führt dazu, dass die wich­tigs­ten Projekte zuerst erledigt werden. Das Modell ist vor allem für Personen in Füh­rungs­po­si­tio­nen prak­ti­ka­bel, da deren Zeit meistens besonders knapp ist und sie weniger wichtige Aufgaben ganz einfach an ihre Mit­ar­bei­ter de­le­gie­ren können. Das bietet wiederum den Vorteil, dass die Mit­ar­bei­ter stärker in die Ar­beits­ab­läu­fe des Un­ter­neh­mens ein­ge­bun­den werden.

Das Modell hat al­ler­dings auch einige Nachteile. So fällt es häufig schwer, die Wich­tig­keit einer Aufgabe richtig ein­zu­stu­fen. Dadurch kann es mitunter passieren, dass wichtige Aufgaben an die falschen Mit­ar­bei­ter delegiert und in­fol­ge­des­sen nicht aus­rei­chend erfüllt werden. Die Dring­lich­keit lässt sich hingegen meist über Deadlines bestimmen. Ist keine Deadline vor­ge­ge­ben, steht der Mit­ar­bei­ter vor der Frage, inwieweit er selbst sie als dringlich ein­schätzt.

Ein weiteres Problem kann die un­gleich­mä­ßi­ge Ver­tei­lung von Aufgaben sein. Denn oft kon­zen­trie­ren sich die zu er­le­di­gen­den Aufgaben auf nur wenige Personen oder Ab­tei­lun­gen, da wichtige Aufgaben zumeist dringend sind und dringende Aufträge auch selten unwichtig. Folglich lassen sich solche Aufgaben nicht de­le­gie­ren oder bei­sei­te­schie­ben.

Anwendung des Ei­sen­hower-Prinzips: Ein Beispiel

Ein Mit­ar­bei­ter sitzt um 9 Uhr in seinem Büro in Berlin. Nachdem er die mor­gend­li­chen E-Mails gecheckt hat, liest er einen Zei­tungs­ar­ti­kel. Um 11 Uhr erwartet sein Chef einen po­ten­zi­el­len Kunden zu einem Meeting. Dann klingelt das Telefon des Mit­ar­bei­ters. Der Chef teilt mit, dass er kurz­fris­tig für einen er­krank­ten Kollegen einen Termin in München wahr­neh­men muss, weshalb er nicht beim Meeting sein kann. Der Mit­ar­bei­ter soll daher einen neuen Termin ver­ein­ba­ren und die Anreise nach München or­ga­ni­sie­ren. Für den aus­wär­ti­gen Termin benötigt der Chef außerdem bestimmte Dokumente.

Ori­en­tiert sich der Mit­ar­bei­ter an dem Ei­sen­hower-Prinzip, geht er fol­gen­der­ma­ßen vor:

  • Er beschafft die Dokumente, die der Chef für seine Reise benötigt (A-Aufgabe, dringend und wichtig).
  • Er ver­ein­bart mit dem Kunden einen neuen Termin (B-Aufgabe).
  • Das Bahn- bzw. Flug­ti­cket nach München delegiert der Mit­ar­bei­ter am besten an die dafür zu­stän­di­ge Abteilung der Firma, z. B. an die Event-Abteilung (C-Aufgabe, A-Aufgabe in der Event-Abteilung).
  • Beim Lesen des Zei­tungs­ar­ti­kels handelt es sich um eine D-Aufgabe, die weder relevant noch dringend ist und deshalb auf­ge­scho­ben oder auf­ge­ge­ben werden kann.

Nicht dringende und un­wich­ti­ge Aufgaben – wohin damit?

Gerade der Quadrant mit den D-Aufgaben bereitet vielen Menschen Probleme. Dort landen die nicht eiligen und gleich­zei­tig un­wich­ti­gen Aufgaben. Um den Schreib­tisch von diesen Aufgaben zu befreien, gibt es folgende Mög­lich­kei­ten:

  • Kom­post­hau­fen: Sämtliche Un­ter­la­gen, die keinen ta­ges­ak­tu­el­len In­for­ma­ti­ons­wert für die Arbeit be­inhal­ten, sollten auf einen Stapel – den so­ge­nann­ten Kom­post­hau­fen – gelegt werden. Dieser Stapel wird nur dann be­ar­bei­tet, wenn tat­säch­lich Zeit dafür ist, weil gerade keine dring­li­che­ren Aufgaben anstehen. Alle paar Monate wirft der Mit­ar­bei­ter min­des­tens ein Fünftel des Stapels in den Pa­pier­korb – und zwar, ohne den Stapel nochmal durch­zu­blät­tern. Manche Aufgaben haben sich bis dahin viel­leicht schon sowieso von selbst erledigt.
  • Pa­pier­korb: Material, das weder wichtig noch dringend ist, kann sofort in den Pa­pier­korb. Dazu gehört zwar etwas Mut, aber dafür fühlt sich der Mit­ar­bei­ter hinterher viel befreiter und spart Zeit.
  • Ablage: Die dritte Mög­lich­keit ist das Abheften der Un­ter­la­gen in einer Ablage. Im Un­ter­schied zum Kom­post­hau­fen überprüft der Mit­ar­bei­ter aber alle paar Monate die Un­ter­la­gen und ent­schei­det dann, ob er diese aufhebt, be­ar­bei­tet oder in den Pa­pier­korb wirft.

Ver­ein­fa­chung der Ei­sen­hower-Matrix: Die ABC-Analyse

Neben der Ei­sen­hower-Matrix und dem Pareto-Prinzip gibt es mit der ABC-Analyse eine weitere Methode, die das Zeit­ma­nage­ment ef­fek­ti­ver gestalten soll. Die ABC-Analyse lässt sich schnell und einfach anwenden:

  • A-Aufgaben: extrem wichtig und dringend
  • B-Aufgaben: wichtig, aber nicht dringend
  • C-Aufgaben: weniger wichtig, Routine

Häufig ist es so, dass die C-Aufgaben am zeit­in­ten­sivs­ten sind, aber am wenigsten Ertrag bringen. Das größte Nutzen haben dagegen die A-Aufgaben, in die am wenigsten Zeit in­ves­tiert wird. Der Zweck der ABC-Analyse, des Pareto-Prinzips und der Ei­sen­hower-Matrix ist es, den Fokus auf die A-Aufgaben auf zu setzen. Diese sollten möglichst dann erledigt werden, wenn die Kon­zen­tra­ti­on und Pro­duk­ti­vi­tät des Mit­ar­bei­ters am größten ist. B-Aufgaben sind hingegen oft Rou­ti­ne­auf­ga­ben. Daher sollten diese zu Zeiten be­ar­bei­tet werden, in denen die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit etwas abnimmt. C-Aufgaben stehen erst dann an, wenn die A- und B-Aufgaben ab­ge­schlos­sen worden sind.

Der Un­ter­schied zwischen dem Ei­sen­hower-Diagramm und der ABC-Analyse

Der we­sent­li­che Un­ter­schied besteht darin, dass die Ei­sen­hower-Matrix ein größeres Zeit­fens­ter umfasst, während die ABC-Analyse eher auf einen Tag aus­ge­rich­tet ist. Die ABC-Analyse hat also das Ziel, Ta­ges­auf­ga­ben innerhalb einer To-do-Liste zu prio­ri­sie­ren, um Projekte über einen Tag verteilt effizient zu erledigen. Das Ei­sen­hower-Diagramm eignet sich dagegen für lang­fris­ti­ge Projekte und kann auch dabei helfen, dem eigenen Alltag – sei es im Beruf oder privat – eine Struktur zu geben.

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