Mobile Zeit­er­fas­sung wird für immer mehr Un­ter­neh­men relevant. Sobald Mit­ar­bei­ter in einem Betrieb re­gel­mä­ßig im Au­ßen­dienst oder Home Office arbeiten, müssen Ar­beits­zei­ten mobil erfasst werden – und das möglichst so, dass die Pro­duk­ti­vi­tät nicht leidet und Mit­ar­bei­ter ihre Eingaben ver­läss­lich vornehmen.

Was ist mobile Zeit­er­fas­sung?

Zeit­er­fas­sung ist in vielen Un­ter­neh­men ein wichtiges In­stru­ment der Per­so­nal­ein­satz­pla­nung, um anhand re­gel­mä­ßi­ger Aus­wer­tun­gen den Einsatz der Mit­ar­bei­ter zu op­ti­mie­ren und die Pro­duk­ti­vi­tät zu steigern.

Die klas­si­sche Zeit­er­fas­sung erfolgt dabei stationär, d. h. Mit­ar­bei­ter loggen sich per Computer in einem Zeit­er­fas­sungs­pro­gramm ein oder re­gis­trie­ren sich beim Betreten der Un­ter­neh­mens­ge­bäu­des an sta­tio­nä­ren Terminals per Chipkarte oder Fin­ger­ab­druck­scan­ner. Das Ende der Ar­beits­zeit wird auf gleiche Weise hin­ter­legt. Mit zu­neh­men­der Fle­xi­bi­li­sie­rung der Ar­beits­welt ist dieses Vorgehen jedoch nocht mehr zeitgemäß. Mobile Zeit­er­fas­sung gewinnt im Un­ter­neh­mens­all­tag an Bedeutung.

Mobile Zeit­er­fas­sung per se ist al­ler­dings nichts Neues. Denn sie ist nicht zwingend digital, sondern kann auch analog durch­ge­führt werden, mit Stift und Papier, was in vielen Un­ter­neh­men heute immer noch Standard ist.

Wer heute über mobile Zeit­er­fas­sungs­sys­te­me spricht, meint in der Regel digitale Ap­pli­ka­tio­nen, die per Smart­phone, Tablet oder mobilem Spe­zi­al­ge­rät genutzt werden. Andere Lösungen basieren auf SMS oder Mo­bi­l­an­ru­fen. Damit sich Nutzer eindeutig iden­ti­fi­zie­ren können, arbeiten die An­wen­dun­gen z. B. mit PINs, bio­me­tri­schen Daten (Fin­ger­ab­druck), TAN-Verfahren oder in­di­vi­dua­li­sier­ten RFID-Chips.

Vorteile digitaler mobiler Zeit­er­fas­sung

Mobile Ap­pli­ka­tio­nen haben diverse Vorteile. Hier fünf Argumente, die für die Ein­füh­rung mobiler Zeit­er­fas­sungs­sys­te­me sprechen:

  1. Mehr Effizienz: Die Do­ku­men­ta­ti­on der Ar­beits­zeit erfordert ver­gli­chen mit der Stift-und-Papier-Variante nur noch einen Bruchteil der Zeit.
  2. Weniger Fehler: Die mobile Zeit­er­fas­sung ist auch deutlich weniger anfällig für Eingabe- und Über­tra­gungs­feh­ler. Der Au­ßen­dienst­mit­ar­bei­ter kann mit einem Klick in der App seinen Ar­beits­be­ginn hin­ter­le­gen und mit einem weiteren das Ende seines Ar­beits­tags si­gna­li­sie­ren.
  3. Un­ab­hän­gig­keit von Netz­zu­gang: Werden moderne Apps verwendet, spielt es meist keine Rolle, ob das Gerät gerade In­ter­net­emp­fang hat oder nicht. Die Daten werden lokal ge­spei­chert, und sobald eine Da­ten­ver­bin­dung besteht, au­to­ma­tisch mit der IT-In­fra­struk­tur des Un­ter­neh­mens syn­chro­ni­siert.
  4. Ge­rä­te­un­ab­hän­gi­ge Nutzung: Mobile Zeit­er­fas­sungs­sys­te­me lassen sich in vielen Fällen sowohl mit un­ter­neh­mens­ei­ge­nen Geräten als auch in BYOD-Modellen nutzen, wenn die not­wen­di­gen Apps auf jedem Mo­bil­ge­rät in­stal­liert werden können.
  5. In­tel­li­gen­te Aus­wer­tun­gen: Die mobilen Geräte können den Standort des Nutzers über­tra­gen und für das Un­ter­neh­men so mehr Trans­pa­renz und eine bessere Kontrolle schaffen. Zudem stehen die Daten dem Un­ter­neh­men ohne oder mit geringem Zeit­ver­zug zentral zur Aus­wer­tung zur Verfügung und können bequem für wei­ter­ge­hen­de Aus­wer­tun­gen zur Op­ti­mie­rung der Un­ter­neh­mens­pro­zes­se genutzt werden.

Digitale Zeit­er­fas­sungs­sys­te­me, die nur über eine Web­ober­flä­che zu erreichen sind, können mit diesem An­wen­dungs­kom­fort nicht mithalten. Ihre Nutzung erfordert zu viele Schritte: Mit­ar­bei­ter müssen bei Au­ßen­ter­mi­nen erst ihren Rechner hoch­fah­ren und eine In­ter­net­ver­bin­dung her­stel­len, sich dann noch in mehreren Schritten im un­ter­neh­mens­in­ter­nen System einloggen – eventuell un­ter­lau­fen dabei Fehler, weil die An­wen­dungs­ober­flä­che kom­pli­ziert gestaltet ist, sodass die Per­so­nal­ab­tei­lung aktiv werden muss, um den Fehler zu kor­ri­gie­ren. Solche Systeme fügen sich nicht nahtlos in den Ar­beits­all­tag ein.

Mobile Zeit­er­fas­sungs-Apps hingegen be­schrän­ken sich auf die we­sent­li­chen Funk­tio­nen, sind in wenigen Sekunden geöffnet, meist intuitiv zu bedienen und entlasten die Per­so­nal­ver­wal­tung davon, viele Res­sour­cen in die Be­ar­bei­tung der Zeit­er­fas­sung zu in­ves­tie­ren.

Nachteile mobiler Zeit­er­fas­sungs­sys­te­me

Auf den ersten Blick erscheint es, als habe die digitale mobile Zeit­er­fas­sung nur Vorteile. Doch bei näherer Be­trach­tung ergeben sich neue Her­aus­for­de­run­gen, druch die ein schneller Return on In­vest­ment (ROI) dem Un­ter­neh­men nicht ga­ran­tiert ist.

  • Kom­mu­ni­ka­ti­ons­auf­wand: Grund­vor­aus­set­zung, dass die mobilen Zeit­er­fas­sungs­sys­te­me ihre Vorteile aus­spie­len, ist eine hohe Mit­ar­bei­ter­ak­zep­tanz. Wenn die Mit­ar­bei­ter die Apps nicht ver­läss­lich nutzen oder die Er­fas­sungs­ge­rä­te nicht bei sich tragen, nützt die beste Tech­no­lo­gie nichts. Mit­ar­bei­ter mögen zwar die bequemere Eingabe zu schätzen wissen, doch viele sind auch skeptisch, weil sie das Gefühl von per­ma­nen­ter Über­wa­chung fürchten.
     
  • Recht­li­che Re­ge­lun­gen beachten: Un­ter­neh­men müssen also ih­rer­seits für Trans­pa­renz sorgen und klar kom­mu­ni­zie­ren, wofür die erhobenen Daten genutzt werden. Auch um die recht­li­chen Re­ge­lun­gen des Da­ten­schut­zes ein­zu­hal­ten, ist es notwendig, dass Mit­ar­bei­ter in­for­miert werden und in die wei­ter­füh­ren­de Ver­ar­bei­tung ihrer per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten ein­wil­li­gen.
     
  • In­ves­ti­ti­on und laufende Kosten: Zu Beginn ist zunächst ein Mehr­auf­wand von Res­sour­cen für die Zeit­er­fas­sungs­sys­te­me ein­zu­kal­ku­lie­ren. Neben den reinen Kosten für die Software-An­schaf­fung müssen Kosten für die Schulung von Mit­ar­bei­tern in der Anwendung der App und Aus­wer­tung der Daten ein­ge­plant werden. Wer bisher mit Stift und Papier ge­ar­bei­tet hat, muss nun mit re­gel­mä­ßi­gen Kosten für Wartung und Pflege der digitalen Systeme rechnen und ge­ge­be­nen­falls Li­zenz­ge­büh­ren be­rück­sich­ti­gen.
     
  • Ideale Ap­pli­ka­ti­on existiert (meist) nicht: Die Auswahl von Ap­pli­ka­tio­nen zur mobilen Zeit­er­fas­sung ist riesig. Für Un­ter­neh­men ist es nicht leicht, sich hier zu ori­en­tie­ren. Daher ist es sinnvoll, in Beratung zu in­ves­tie­ren – was einen weiteren Kos­ten­fak­tor darstellt. Gleich­zei­tig erfüllen die ver­füg­ba­ren Ap­pli­ka­tio­nen meist nicht alle Un­ter­neh­mens­an­for­de­run­gen. Während es kein Problem war, Notizen auf einem Zettel hin­zu­zu­fü­gen, sind zu­sätz­li­che Angaben bei Apps nicht so einfach ein­zu­tra­gen. Daher fallen meist weitere Kosten für die In­di­vi­dua­li­sie­rung von Standard-Apps oder für eine komplette In­di­vi­du­al­ent­wick­lung an.

Worauf ist bei der Wahl ge­eig­ne­ter Software zu achten?

Wenn Sie sich als Un­ter­neh­men für die Ein­füh­rung eines mobilen Zeit­er­fas­sungs­sys­tems ent­schei­den, sollten Sie sich folgende Leit­fra­gen stellen, um aus der Masse an Angeboten die passende Lösung zu finden:

  1. Welche Daten wollen Sie erfassen? Soll die Zeit­er­fas­sung für die regulären Ar­beits­zei­ten erfolgen oder aus­schließ­lich für Mehr­ar­beit oder Pro­jekt­stun­den?
  2. Welche Er­kennt­nis­se wollen Sie aus der Zeit­er­fas­sung ge­ne­rie­ren? Welche Aus­wer­tun­gen wollen Sie vornehmen?
  3. Welches Budget steht Ihnen für Im­ple­men­tie­rung und Pflege der Zeit­er­fas­sung zur Verfügung?

Weitere relevante Fragen, um die Passung eines mobilen Zeit­er­fas­sungs­sys­tems zu prüfen:

  1. Welche Geräte sollen für die Zeit­er­fas­sung genutzt werden können (PDA, Smart­phone, Tablet)?
  2. Wie lange darf die Erfassung maximal dauern?
  3. Welche Zeit­in­ter­val­le wollen Sie abbilden (Sekunden-, Mi­nu­ten­takt)?
  4. Soll eine Ortung und Auf­ga­ben­er­fas­sung in der Ap­pli­ka­ti­on in­te­griert sein?
  5. Welche weiteren Angaben sollen erfasst werden?
  6. Wie sollen die Daten mit der IT syn­chro­ni­siert werden (Offline-Nutzung)?
  7. Welche Schnitt­stel­len zu anderen Pro­gram­men müssen un­ter­stützt werden?

Der Fra­gen­ka­ta­log ist nicht ab­schlie­ßend, kann für Sie aber ein Aus­gangs­punkt sein, um Ihren eigenen An­for­de­rungs­ka­ta­log zu erstellen. Verwenden Sie diesen, um sich zum Beispiel online einen Überblick über mögliche Produkte zu ver­schaf­fen und eine Vor­auswahl zu treffen. Klären Sie an­schlie­ßend in einer per­sön­li­chen Beratung mit den Anbietern, welche dieser Lösungen Ihre An­for­de­run­gen am besten erfüllt.

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