E-Commerce ohne Risiko: Wichtige Versicherungen für Onlineshops

Versicherungen für den Online- und Versandhandel sind ein Thema, dem sich alle Gründer im E-Commerce früher oder später stellen müssen. Neben privater Absicherung wie Kranken- und Pflegeversicherung sind von Beginn an auch alle betrieblichen Belange abzusichern. Dabei steht man als Neuling auf dem Gebiet vor einer schwierigen Aufgabe: Unter den zahllosen Einzelversicherungen, die verschiedenste Risiken von Feuer bis zu Rechtstreitigkeiten abdecken, gilt es, die wirklich wichtigen Versicherungen für den eigenen Onlineshop finden. 

Welche Versicherungen braucht man?

Welche Versicherungen für einen Onlineshop bzw. für Gründer und Shop-Betreiber sinnvoll sind, hängt in hohem Maße vom Einzelfall ab. Viele Versicherungsanbieter unterstützen Unternehmen bei einer genauen Bedarfsanalyse und stimmen den Schutz auf die individuellen Bedürfnisse ab.

Die wichtigsten Faktoren für eine realistische Einschätzung des notwendigen Versicherungsschutzes sind:

  • Warenwert
  • erhöhtes Gefahrenpotenzial (z. B. Kriminalität, Naturgewalten)
  • Investition für Inventar und Maschinen
  • bezogene Importleistungen
  • Verletzungsrisiko für Dritte
  • mögliche Schadensersatzansprüche Dritter
  • rechtliche Risiken

Prinzipiell kann man sich nie genug absichern – doch gerade am Anfang einer Existenzgründung stellt sich die Kosten-Nutzen-Frage. Auch wenn Versicherungen den Unternehmer im Schadensfall vor vielen Risiken schützen, können zu hohe Versicherungsausgaben unnötige Löcher in die Kasse reißen.

Für einen besseren Überblick stellen wir Ihnen die gängigsten Versicherungen für Onlineshops vor:

Existenzschutz: Betriebshaftpflichtversicherung

Die Betriebshaftpflicht greift, wenn Dritte durch eine Unachtsamkeit bzw. das Verschulden des Unternehmens zu Schaden kommen. Die Versicherung haftet nicht nur bei Schadenersatz-Ansprüchen Dritter, sie wehrt auch unberechtigte Ansprüche ab. In der Regel werden Personenschäden, Sachschäden und Vermögensfolgeschäden abgedeckt. Die Betriebshaftpflicht gehört zu den essenziellen Versicherungen für alle Unternehmer.

Ein Beispiel: Ein Mitarbeiter der beauftragten Reinigungsfirma stürzt in Ihren Betriebsräumen über achtlos verlegte Kabel und bricht sich das Handgelenk. Durch ärztliche Behandlungskosten, Verdienstausfall und Schmerzensgeldforderungen entstehen hierbei schnell Haftungsansprüche von mehreren Tausend Euro. Die Betriebshaftpflichtversicherung kommt in diesem Fall für die Unachtsamkeit des Unternehmens auf. 

Produkthaftpflichtversicherung

Die Produkthaftpflichtversicherung deckt Schäden ab, die Dritten durch mangelhafte oder fehlerhafte Produkte entstanden sind. Sie kann nur zusammen mit der Betriebshaftpflicht abgeschlossen werden. Die Notwendigkeit ergibt sich aus dem Produkthaftungsgesetz, laut dem der Hersteller für Schäden haftet, die durch das von ihm verkaufte Produkt entstanden sind.

Besonders wichtig ist dieser Versicherungsschutz, wenn der Händler zugleich Hersteller der Ware ist. Aber auch sogenannte Quasi-Hersteller, die nach außen als Hersteller auftreten, aber die Produkte nicht selbst produzieren, haften im Schadensfall. Ähnlich verhält es sich bei importierter, nicht selbst hergestellter Ware. Die Haftung geht auf die Händler über, wenn der tatsächliche Hersteller nicht festgemacht werden kann, was beim Import aus dem Ausland oder den Bezug über einen Großhandel häufig der der Fall ist. 

Umwelthaftpflichtversicherung

Eine weitere Ergänzung der Betriebshaftpflichtversicherung ist die sogenannte Umwelthaftpflichtversicherung. Sie deckt Schäden ab, die dem Unternehmen durch Umwelteinwirkungen wie Boden- und Luftverunreinigungen oder Wasser- und Grundwasserschäden entstehen. Bis auf Einzelfälle ist dieser Versicherungsschutz für Onlinehändler irrelevant. 

Waren absichern: Inhaltsversicherung

Die Inhaltsversicherung ist essenziell für jeden Onlineshop, denn sie sichert Inventar, Warenbestand und Vorräte im Schadensfall ab. Kommt es etwa in den Geschäftsräumen zu einem Feuer, das sowohl die Büroräume als auch einen Teile des Warenbestands vernichtet, kommt die Versicherung für Kosten auf, die durch die Wiederbeschaffung und Reparatur beschädigter oder zerstörter Ausstattung entstehen. Versichert sind in der Regel Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm bzw. Hagel oder Einbruchdiebstahl (inklusive Vandalismus). Die Inhaltsversicherung kann durch eine Betriebsunterbrechungsversicherung erweitert werden. Diese greift z. B., wenn der Betrieb nach einem Brand für einige Zeit nicht weitergeführt werden kann.

Juristische Unterstützung: Firmenrechtsschutzversicherung

Rechtsstreitigkeiten können sich zeit- und kostenintensiv gestalten und gerade in der Anfangsphase erhebliche Liquiditätsprobleme mit sich ziehen. Für alle Unternehmer, Gründer oder Selbstständige ist deshalb ein Firmenrechtsschutz angebracht. Dieser deckt Kosten ab, die durch solche Streitigkeiten entstehen, etwa Anwalts- und Prozesskosten. Je nach Anbieter kann man als Unternehmer ein individuelles Firmenrechtsschutz-Paket abschließen, das Leistungen wie IT-, Immobilien- oder Vertragsrechtsschutz umfasst.

Elektronikversicherung

Die Elektronikversicherung deckt Schäden ab, die durch Maschinen oder andere technische Anlagen im Betrieb entstehen. Kommt es bei einer Anlage z. B. durch einen Kurzschluss zu einem Feuer, deckt die Versicherung den durch den Brand entstandenen Schaden ab. Auch für IT-Anlagen haftet der Versicherer. Kommt es etwa durch einen PC-Virus zu Datenverlust, zahlt der Versicherer die Kosten für die Wiederherstellung der Daten bzw. des Systems. Wirklich sinnvoll ist eine Elektronikversicherung für den Onlinehandel nur im Einzelfall, z. B. wenn aufwendige Anlagen mit hohem Gefahrenpotenzial zum Einsatz kommen. Kleinere Shops, die lediglich einige Verpackungsgeräte und eine kleine IT-Infrastruktur besitzen und diese regelmäßig fachmännisch warten lassen, brauchen diese Zusatzversicherung eher nicht.

Zusatzversicherungen rund um den Versand

Die Waren sind das Herzstück jedes Onlineshops. Mit der Inhaltsversicherung sind diese innerhalb der eigenen vier (Firmen-)Wände versichert. Sobald sich die Waren auf den Versandweg zum Kunden machen, kommen andere Möglichkeiten in Betracht, um sich gegen etwaige Schäden abzusichern. 

Transportversicherung

Eine Transportversicherung versichert die Waren während des Transports, unabhängig davon, ob diese von einem Dienstleister (z. B. DHL, Hermes) oder eigenen Fahrern geliefert werden. Die Versicherung deckt finanzielle Schäden ab, die durch Beschädigung oder Verlust der Waren auf dem Transportweg entstehen. 

Autoinhaltsversicherung

Die Autoinhaltsversicherung versichert alle Waren oder Werkzeuge, die im eigenen Fahrzeug transportiert werden. Versichert sind u. a. Schäden, die durch Unfall, Brand, Raub oder höhere Gewalt zustande kommen. 

Lkw-Versicherung

Die Lkw-Versicherung sichert gewerblich genutzte Lkws ab. Sie umfasst in der Regel eine Haftpflichtversicherung, die Teil- oder Vollkasko sowie die Absicherung des Fahrers. Diese Versicherung ist nur relevant für Shops, denen eigene Transportmittel zur Verfügung stehen.

Komplettlösungen: Webshop-Versicherungen

Ein eher seltenes Angebot sind Komplettlösungen für den Onlinehandel, sogenannte Webshop-Versicherungen. Statt vieler verschiedener Einzelversicherungen deckt dabei eine Komplettversicherung alle relevanten Schadensfälle ab. Wie z. B. die Webshop-Versicherung von Exali im Test abschneidet, lesen Sie hier. Sie umfasst u. a. Eigenschaden- und Haftpflichtversicherung, deckt Betriebsunterbrechungsschäden und Ertragsausfall ab und bietet Firmenrechtsschutz sowie Betriebs-, Produkt- und Umwelthaftpflichtversicherungen. 

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